OHB: Starke Quartalszahlen und RFA-ONE-Start im Fokus
OHB liefert operativ starke Quartalszahlen, der RFA-ONE-Start rückt näher. Ein KKR-Verkauf ist nicht bestätigt.

- Ein KKR-Verkauf ist nicht bestätigt
- Auftragsbestand wächst um 45 Prozent
- RFA-ONE-Testflug ab 1. Juli geplant
- Hauptversammlung am 8. Juni
OHB steht vor einer ereignisreichen Woche. Mit dem ersten RFA-ONE-Startversuch rückt ein operativer Meilenstein näher, während am Kapitalmarkt Spekulationen über eine mögliche Aktienplatzierung kursieren.
Was bestätigt ist – und was nicht
Eine milliardenschwere Aktienplatzierung oder ein Verkauf von OHB-Anteilen durch den Großaktionär KKR ist nicht bestätigt — weder dem Grunde noch dem Umfang noch hinsichtlich einer Frist nach. OHB hat öffentlich mitgeteilt, Finanzierungsoptionen zu prüfen, dabei nicht unter Zeitdruck zu stehen und noch keine Entscheidung getroffen zu haben. KKR hat sich zu einem etwaigen Verkauf nicht geäußert. Berichte über mandatierte Banken, ein konkretes Volumen oder eine Frist am 30. Juni 2026 sind nicht belegt und werden hier nicht als Tatsache wiedergegeben.
Operativ liefert OHB starke Daten
Das Kerngeschäft ist robust. Ende des ersten Quartals lag der Auftragsbestand bei 3,354 Milliarden Euro, ein Plus von 45 Prozent zum Vorjahr. Das Segment Space Systems steuerte allein 2,683 Milliarden Euro bei.
Die Gesamtleistung stieg um 15 Prozent auf 279,3 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA legte um 37 Prozent auf 27,3 Millionen Euro zu. Das bereinigte EBIT erhöhte sich um 63 Prozent auf 16,8 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente OHB 9,9 Millionen Euro, nach 3,7 Millionen Euro im Vorjahr.
Der mittelfristige Plan bleibt ambitioniert. OHB stellt für 2026 eine Gesamtleistung von 1,4 Milliarden Euro in Aussicht, für 2027 sollen es 1,7 Milliarden Euro werden, für 2028 mehr als 2,0 Milliarden Euro. Die EBITDA-Marge soll von elf Prozent im laufenden Jahr auf mehr als zwölf Prozent am Ende des Planungszeitraums steigen.
RFA ONE wird zum Praxistest
Rocket Factory Augsburg hat für den 1. Juli ein Startfenster für den ersten Testflug der Trägerrakete RFA ONE beantragt. Die erste und zweite Stufe wurden bereits an den SaxaVord Spaceport in Schottland geliefert. Nach einem Vorfall beim Heißbrandtest arbeitete das Unternehmen 18 Monate an technischen Überarbeitungen, unter anderem am Helix-Triebwerk und den Tankdrucksystemen.
OHB dämpft die Erwartungen: Erste Flüge neuer Trägersysteme sind historisch in weniger als 30 Prozent der Fälle erfolgreich. In der Konzernplanung spielt RFA kurzfristig keine direkte Umsatzrolle; skizziert sind ein erster Startversuch 2026, eine Serienproduktion ab 2028 und mittelfristig bis zu 25 Starts pro Jahr.
Hauptversammlung wird zum Fixpunkt
Der nächste Termin ist die virtuelle Hauptversammlung am 8. Juni 2026. Auf der Tagesordnung stehen eine Dividende von 0,60 Euro je Aktie sowie ein Aktienoptionsprogramm mit maximal 576.447 Bezugsrechten, gedeckelt auf 3,0 Prozent des Grundkapitals und gültig bis Juni 2031. Danach folgt am 1. Juli das beantragte RFA-ONE-Startfenster, am 6. August die Zahlen zum zweiten Quartal.
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