OHB: Streubesitz von 6 auf 20 Prozent geplant

OHB plant Streubesitz-Erhöhung auf 20 Prozent und meldet Rekordaufträge von 3,35 Milliarden Euro. Der Aktienkurs zeigt extreme Schwankungen.

Die Kernpunkte:
  • Streubesitz von nur sechs Prozent
  • Platzierungsvolumen über eine Milliarde Dollar
  • Rekordauftragsbestand von 3,35 Milliarden Euro
  • Erstflug der RFA ONE für Juli geplant

Intraday über zehn Prozent im Plus, zum Handelsschluss deutlich darunter: Die OHB-Aktie zeigt gerade, was passiert, wenn ein Streubesitz von nur sechs Prozent auf milliardenschwere Platzierungspläne trifft. Kleine Handelsvolumina genügen, um den Kurs wild ausschlagen zu lassen.

Warum der Streubesitz das Problem ist

Rund 65 Prozent der Anteile hält die Gründerfamilie Fuchs. Der Finanzinvestor KKR kommt auf etwa 29 Prozent. Für den freien Handel bleiben damit nur rund sechs Prozent übrig.

OHB will das ändern. Das Unternehmen plant, den Streubesitz auf rund 20 Prozent zu erhöhen. Dafür hat es das Bankenkonsortium ausgebaut: Deutsche Bank, Goldman Sachs und JPMorgan koordinieren die Transaktion, Berenberg und Commerzbank wurden neu aufgenommen. Ziel ist eine Platzierung im Volumen von über einer Milliarde US-Dollar. Als am 25. Mai Berichte über einen Stopp dieser Pläne die Runde machten, brach der Kurs ein. Die Marktreaktion zeigt, wie stark Anleger auf diese Entscheidung fixiert sind.

Operative Zahlen liefern das Fundament

Hinter der Kursdynamik steckt ein Unternehmen in starker operativer Verfassung. Im ersten Quartal 2026 kletterte das bereinigte EBITDA um 37 Prozent auf 27,3 Millionen Euro. Der Periodenüberschuss stieg um 165 Prozent auf 9,9 Millionen Euro — das entspricht 0,52 Euro je Aktie.

Das Orderbuch erreichte zum 31. März ein neues Allzeithoch: 3,35 Milliarden Euro, 45 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Segment Space Systems trägt mit einem Auftragsbestand von 2,68 Milliarden Euro den Löwenanteil. Treiber sind steigende Verteidigungsausgaben in Europa und wachsende ESA-Programme.

Rakete, Asteroid, Rheinmetall

OHB arbeitet parallel an mehreren strategischen Fronten. Die Tochter Rocket Factory Augsburg hat ein Startfenster für den Erstflug der Rakete RFA ONE zum 1. Juli 2026 beantragt. Gelingt der Start, verfügt OHB über eigene Startkapazitäten — ein wichtiger Schritt zur vertikalen Integration.

OHB Italia wurde als Hauptauftragnehmer für die Ramses-Asteroidenmission ausgewählt. Im Bereich taktische Aufklärung prüft OHB eine Partnerschaft mit Rheinmetall, um die steigende Nachfrage nach weltraumbasierten Überwachungssystemen zu bedienen.

Den nächsten konkreten Termin liefert die Hauptversammlung am 8. Juni 2026. Dort stimmen Aktionäre über eine Dividende von 0,60 Euro je Aktie ab. Außerdem stehen neue Kapitalrahmen auf der Tagesordnung — die formale Grundlage für die geplante Platzierung.

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