OHB: Technisat-Werk Schöneck für Saxon-1
Der Raumfahrtkonzern OHB übernimmt ein Werk in Schöneck und ernennt einen neuen COO. Die Aktie zeigt sich nach Kursrallye korrigiert.

- Übernahme des Technisat-Werks in Schöneck
- Neuer COO für operative Prozesse
- Aktie nach Dividendenabschlag im Minus
- Jahresplus von rund 215 Prozent
OHB baut seine Kapazitäten massiv aus. Der Raumfahrtkonzern übernimmt ein Werk in Sachsen. Parallel formt das Unternehmen eine neue Führungsebene. An der Börse kühlt die Euphorie nach dem jüngsten Kursfeuerwerk etwas ab.
Sachsen wird zum Raumfahrt-Zentrum
Auf der ILA Berlin präsentierte OHB am Dienstag das neue Ökosystem „Space Saxony“. Sachsen positioniert sich damit als Zentrum für industrielle Satellitenfertigung.
OHB spielt in diesem Netzwerk eine Hauptrolle. Der Konzern übernimmt das ehemalige Technisat-Werk in Schöneck. Dort baut das Unternehmen die Produktionskapazitäten für das Satellitenprojekt „Saxon-1“ aus. Das regionale Branchen-Netzwerk umfasst rund 160 Firmen. Gemeinsam erwirtschaften sie einen Jahresumsatz von etwa 1,4 Milliarden Euro.
Neuer Vorstand für volle Auftragsbücher
Das rasante Wachstum erfordert angepasste Strukturen. OHB berief Dr. Luis Alejandro Orellano zum neuen Chief Operating Officer. Er soll die operativen Prozesse umgehend professionalisieren. Der Auftragsbestand ist enorm.
Zu den aktuellen Großprojekten gehören neue Arktis-Satelliten. Hinzu kommt ein Joint Venture mit dem Verteidigungs-Spezialisten Helsing. Ferner übernahm OHB die Tochtergesellschaft MT Aerospace kürzlich komplett. Eine erweiterte Kreditlinie über 350 Millionen Euro sichert die Finanzierung dieser Vorhaben.
Kurskorrektur nach Rekordjagd
An der Börse verarbeitet die Aktie derzeit zwei Effekte. Am Dienstag handelte das Papier ex-Dividende. Aktionäre erhalten für das abgelaufene Jahr 0,60 Euro je Anteilsschein.
Parallel dazu läuft eine deutliche technische Korrektur. Aktuell notiert die OHB-Aktie bei 383,00 Euro. Kein Wunder. Vom Rekordhoch im Mai ist der Kurs spürbar entfernt.
Dennoch bleibt die langfristige Bilanz stark. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von rund 215 Prozent auf der Kurstafel. Der Titel behauptet sich komfortabel über dem 200-Tage-Durchschnitt.
Die hohe Volatilität der vergangenen Wochen beruhigt sich langsam. Im Fokus steht nun die operative Umsetzung. Die Integration des Werks in Schöneck wird die erste große Bewährungsprobe für den neuen COO.
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