Okoworld Aktie: Klaus Odenthal soll in Aufsichtsrat

Der Fondsanbieter reagiert mit neuer Strategie auf sinkende Assets und plant personelle sowie produktseitige Neuerungen.

Die Kernpunkte:
  • KI-gestütztes Research als neuer Schwerpunkt
  • Mitgründer Odenthal soll in Aufsichtsrat
  • Dividende trotz Gewinnrückgangs angehoben
  • Neue Fonds für Dekarbonisierung aufgelegt

Die Ökoworld AG befindet sich in einer tiefgreifenden Transformationsphase, um auf die veränderten Marktbedingungen und den Rückgang des verwalteten Vermögens zu reagieren. CEO Dr. Oliver Pfeil konkretisierte im Rahmen der „Strategie 2030“ die Pläne des Unternehmens, das nach einem Höchststand von über 4 Milliarden Euro im Jahr 2021 zuletzt einen Rückgang der Assets under Management auf 2,35 Milliarden Euro verzeichnete. Um diese Entwicklung umzukehren, setzt der Fondsanbieter verstärkt auf moderne Analyseinstrumente wie KI-gestütztes Research sowie auf die Einführung neuer Fondskonzepte.

Personelle Weichenstellungen im Aufsichtsrat und Vorstand

Parallel zur strategischen Neuausrichtung stehen personelle Veränderungen an der Spitze des Unternehmens im Fokus. Medienberichten zufolge soll Mitgründer Klaus Odenthal neu in den Aufsichtsrat einziehen. Diese Personalie, über die die Hauptversammlung entscheiden soll, zielt darauf ab, die Bindung zwischen der Ökoworld AG und ihrer Mehrheitsaktionärin, der Ökoworld Foundation, weiter zu festigen.

Auch im Vorstand setzt das Unternehmen auf Kontinuität bei gleichzeitiger Spezialisierung. Vorständin Andrea Machost hat ihren Vertrag vorzeitig um vier Jahre verlängert. Zeitgleich übernimmt Kristine Herrmann die gruppenweite Verantwortung für die Bereiche Governance, Risk und Compliance. Diese strukturellen Anpassungen erfolgen in einem Marktumfeld, in dem die regulatorischen Anforderungen an nachhaltige Investments stetig steigen.

Rückblick auf ein herausforderndes Geschäftsjahr 2025

Die Notwendigkeit der neuen Strategie wird durch den jüngst veröffentlichten Konzernabschluss für das Jahr 2025 unterstrichen. Ökoworld musste einen Umsatzrückgang von zuvor 62,2 Millionen Euro auf 51,3 Millionen Euro hinnehmen. Auch der Jahresüberschuss sank deutlich und belief sich auf 18,2 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch 26,8 Millionen Euro erzielt worden waren. Trotz dieses Gewinnrückgangs zeigt sich das Unternehmen bei der Gewinnverwendung aktionärsfreundlich. Die ordentliche Hauptversammlung im Juni beschloss eine Anhebung der Ausschüttungsquote von 65 % auf 70 %. Für die Anteilseigner resultierte dies in einer Dividende von 1,97 Euro je Vorzugsaktie und 1,96 Euro je Stammaktie.

Die finanzielle Basis des Unternehmens bleibt dabei solide. Die liquiden Mittel wurden zum Bilanzstichtag mit 123,7 Millionen Euro beziffert. An der Börse spiegelt sich die aktuelle Seitwärtsbewegung des Titels wider: Der Schlusskurs von Freitag lag bei 27,30 Euro. Damit notiert das Papier mit einem minimalen Abstand von 0,02 Prozent fast punktgenau auf seinem 200-Tage-Durchschnitt von 27,29 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 32,60 Euro, das die Aktie noch Anfang Juni erreichte, ist der Kurs derzeit gut 16 Prozent entfernt.

Produktoffensive und Engagement-Erfolge

Ein Kernbestandteil der Strategie zur Rückgewinnung von Marktanteilen ist die Erweiterung der Produktpalette. Mit dem „Ökoworld Global Transition“ wurde ein neuer Aktienfonds aufgelegt, der gezielt auf Unternehmen im Prozess der Dekarbonisierung setzt. Ergänzt wird dies durch das „Ökoworld Smart Portfolio 70“, einen Multi-Asset-Fonds.

Neben der Produktentwicklung intensiviert Ökoworld seine Rolle als aktiver Investor. Dem aktuellen Engagement-Report 2025 zufolge konnte das Unternehmen die Erfolgsquote bei direkten Unternehmensdialogen massiv steigern. Während im Vorjahr nur bei 10 % der Dialoge die gesteckten Ziele erreicht wurden, stieg dieser Wert nun auf 27 %. Das Unternehmen übte zudem auf 284 Hauptversammlungen weltweit aktiv seine Stimmrechte aus. Für Anleger bleibt der September ein wichtiger Termin im Kalender, wenn die Veröffentlichung des Halbjahresfinanzberichts 2026 weitere Aufschlüsse über den Erfolg der eingeleiteten Maßnahmen liefern dürfte.

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