OMV: 500 Millionen für vollständigen Wittau-Ausbau

OMV beginnt mit der Förderung im größten österreichischen Gasfeld seit Jahrzehnten. Das Projekt soll die heimische Energieversorgung stärken und die Importabhängigkeit reduzieren.

Die Kernpunkte:
  • Produktionsstart im Gasfeld Wittau
  • Erste Phase: 11 Terawattstunden Erdgas
  • Investition von 150 Millionen Euro
  • Aktie erreicht 52-Wochen-Hoch

Österreichs größter Energiekonzern OMV hat einen Produktionsstart vollzogen, der in der heimischen Energiegeschichte seinesgleichen sucht. Das Gasfeld Wittau in Niederösterreich ist der größte Gasfund in Österreich seit rund 40 Jahren — und soll die Eigenversorgung des Landes spürbar stärken.

Erste Phase: 150 Millionen Euro, 11 Terawattstunden

Die erste Förderphase umfasst 11 Terawattstunden Erdgas. Das entspricht rechnerisch dem Bedarf von etwa 100.000 Haushalten über zehn Jahre. Das Gas soll ab dem zweiten Quartal 2026 fließen — pünktlich zur Heizperiode 2026/27.

OMV investierte für diese Phase rund 150 Millionen Euro. Davon flossen 70 Millionen in die Bohrungen, 80 Millionen in die Infrastruktur vor Ort. Entdeckt hatte der Konzern das Feld im Juli 2023 mit der Bohrung „Wittau Tief-2a“ — in 5.000 Metern Tiefe.

Bis zu 500 Millionen Euro für das Gesamtpotenzial

Das Feld hat mehr zu bieten. Die Gesamtressourcen schätzt OMV auf bis zu 48 Terawattstunden. Um dieses Potenzial vollständig zu heben, stellt das Management weitere Investitionen von bis zu 500 Millionen Euro in Aussicht.

Strategisch geht es um mehr als Produktionszahlen. Österreich deckt derzeit nur rund 6 % seines Gasbedarfs aus eigener Förderung. Wittau soll diesen Anteil auf bis zu 10 % heben — und damit die Abhängigkeit von Importen verringern. Bundeskanzler Christian Stocker und OMV-CEO Alfred Stern hoben bei der Inbetriebnahme die Bedeutung für die nationale Energieunabhängigkeit hervor.

Kritiker sehen den Ausbau fossiler Infrastruktur als Übergangslösung. Für OMV steht die operative Umsetzung im Vordergrund.

Aktie auf Jahreshoch

Der Produktionsstart fällt in eine starke Börsenphase für OMV. Die Aktie schloss zuletzt bei 63,85 Euro — dem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 32 % zugelegt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2026 liegt bei etwa 7,5, die erwartete Dividendenrendite bei rund 7 %.

Die Bewertung bleibt damit vergleichsweise niedrig für einen Konzern, der seine heimische Gasproduktion verdoppeln will und ein milliardenschweres Investitionsprogramm ankündigt. Ob das volle Potenzial von Wittau gehoben wird, hängt letztlich davon ab, wie sich Gaspreise und regulatorisches Umfeld in den nächsten Jahren entwickeln — konkret: ob die geplanten 500 Millionen Euro auch freigegeben werden.

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