OMV: 500 Millionen für Wittau-Ausbau geplant
OMV startet Gasförderung in Wittau und prüft weitere Investitionen. Das Projekt könnte die heimische Produktion verdoppeln, doch die Entscheidung hängt von ersten Förderdaten ab.

- Gasförderung in Wittau gestartet
- Investition von 150 Millionen Euro
- Potenzial zur Verdopplung der Produktion
- Entscheidung über Ausbau steht aus
Österreichs größter Energiekonzern hat gerade seinen wichtigsten Gasfund seit Jahrzehnten in Betrieb genommen — und schon stellt sich die nächste entscheidende Frage: Wie viel mehr lässt sich aus Wittau herausholen?
Förderstart mit Skalierungspotenzial
Seit dem 18. Mai 2026 fördert OMV Gas aus dem österreichischen Feld Wittau. Rund 150 Millionen Euro hat das Unternehmen bislang investiert. In der ersten Projektphase sollen rund 11 Terawattstunden erschlossen werden; die gesamten potenziell förderbaren Ressourcen werden mit bis zu 48 Terawattstunden angegeben.
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Der strategische Hebel liegt in der Skalierung. Bei vollständigem Hochlauf könnte Wittau die heimische Gasproduktion des Konzerns verdoppeln. Weiteres Investitionspotenzial in der Region beziffert OMV auf rund 500 Millionen Euro — allerdings abhängig von Marktbedingungen und den noch auszuwertenden Produktionsdaten.
Genau das war auf der Hauptversammlung am 27. Mai in Wien ein Schwerpunkt der Aktionärsfragen. OMV prüft weitere Millionenausgaben für Wittau, will aber erst die laufenden Förderdaten auswerten, bevor eine finale Investitionsentscheidung fällt.
Neptun Deep als zweiter Pfeiler
Parallel läuft das deutlich größere Projekt Neptun Deep im Schwarzen Meer. OMV Petrom und Romgaz haben Anfang Mai mit der Verlegung einer rund 160 Kilometer langen Offshore-Pipeline begonnen, die Gas von der Förderplattform ans rumänische Festlandnetz anbinden soll.
Das Projektvolumen beläuft sich auf rund 4 Milliarden Euro, die angestrebte Jahresproduktion auf rund 8 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Die Förderung soll 2027 anlaufen — Wittau und Neptun Deep unterscheiden sich also nicht nur in der Größenordnung, sondern auch in der Zeitachse.
Operative Basis unter Druck
Die Gasprojekte kommen zu einem Zeitpunkt, an dem das Energiegeschäft schwächelt. Im ersten Quartal 2026 sank das bereinigte operative Ergebnis des Segments um 21 Prozent auf 723 Millionen Euro. Die Kohlenwasserstoffproduktion ging um 7 Prozent auf 288.000 Barrel Öläquivalent pro Tag zurück.
Das gibt Wittau zusätzliches Gewicht. Das Projekt kann die heimische Gasbasis mittelfristig stärken — aber nur, wenn die Produktionsdaten den weiteren Ausbau tragen.
Die OMV-Aktie notiert aktuell bei 61,30 Euro und hat seit Jahresbeginn rund 27 Prozent zugelegt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 63,85 Euro ist sie knapp vier Prozent entfernt — die Wittau-Entscheidung könnte ein nächster Kurstreiber werden, sofern die Förderdaten überzeugen.
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