OMV Aktie: Chemie-Coup gelingt

Die Chemie-Division von OMV verzeichnet ein operatives Ergebnisplus von 71 Prozent und kompensiert so die Schwäche im Ölgeschäft. Die Dividendenpolitik wird ab 2026 an die Performance der Chemiesparte gekoppelt.

Die Kernpunkte:
  • Chemie-Ergebnis steigt um 71 Prozent
  • Neue Dividendenpolitik ab 2026 angekündigt
  • Gründung eines globalen Polyolefin-Riesen geplant
  • Solide Bilanz mit niedrigem Verschuldungsgrad

Die OMV-Aktie markierte Anfang März ein Dreijahreshoch bei 57,45 Euro – und das, obwohl das traditionelle Ölgeschäft schwächelt. Der Grund: Die Chemie-Sparte hat sich zum neuen Wachstumsmotor entwickelt. Die Jahreszahlen 2025 zeigen, wie radikal sich der österreichische Energiekonzern gerade neu erfindet.

Chemie springt 71 Prozent nach oben

Das operative Ergebnis der Chemicals-Division schoss um 71 Prozent auf 784 Millionen Euro. Treiber waren die Umgliederung der Borealis-Gruppe und verbesserte Olefinmargen. Die europäischen Steam-Cracker liefen mit einer Auslastung von 82 Prozent – zehn Prozentpunkte über dem Branchenschnitt.

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Zeitgleich brach das Energiesegment um 29 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro ein. Niedrige Rohstoffpreise und rückläufige Absatzmengen setzten das historische Kerngeschäft unter Druck. Das Gesamtbild: Das operative Ergebnis sank konzernweit um 10 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro, der Umsatz ging auf 24,3 Milliarden Euro zurück.

Doch das bereinigte Nettoergebnis von 1,94 Milliarden Euro lag rund 3 Prozent über den Markterwartungen. Die Chemie kompensiert, was das Öl verliert.

Dividendenpolitik: Systemwechsel angekündigt

Für 2025 schlägt der Vorstand eine Gesamtdividende von 4,40 Euro je Aktie vor – bestehend aus 3,15 Euro regulärer Ausschüttung und 1,25 Euro Sonderdividende. Die reguläre Ausschüttung ist damit über vier Jahre um mehr als 30 Prozent gestiegen.

Ab 2026 ändert sich das System grundlegend: Die Dividende wird künftig als 50 Prozent der von Borealis Group International erhaltenen Dividenden plus 20 bis 30 Prozent des operativen Cashflows berechnet. Die Ausschüttung koppelt sich damit ausdrücklich an die Chemie-Performance.

BGI-Deal als strategischer Hebel

Im ersten Quartal 2026 soll die Transaktion zur Gründung der Borouge Group International gemeinsam mit ADNOC abgeschlossen werden. Der Zusammenschluss schafft den weltweit viertgrößten Polyolefin-Produzenten. Ab 2026 erwartet OMV aus dieser Beteiligung jährliche Dividenden von mindestens 1 Milliarde US-Dollar.

Parallel treibt der Konzern weitere Transformationsprojekte voran: Das Gasprojekt Neptun Deep startet 2027 die Förderung, eine grüne Wasserstoff-Anlage mit 140 Megawatt Kapazität entsteht gemeinsam mit Masdar. Bei nachhaltigen Flugkraftstoffen gelang 2025 der Sprung von 4.000 auf 60.000 Tonnen.

Konservative Planung, ambitionierte Ziele

Für 2026 plant OMV mit einem Brent-Preis von 65 US-Dollar je Barrel und organischen Investitionen von 3,2 Milliarden Euro. Bis 2030 sollen durchschnittlich 2,8 Milliarden Euro jährlich fließen – bei einem anvisierten operativen Ergebnis von über 6,5 Milliarden Euro. Das wären rund 40 Prozent mehr als aktuell.

Die Bilanz zeigt sich dabei solide: Die Nettoverschuldung liegt bei 3,6 Milliarden Euro, der Verschuldungsgrad bei nur 14 Prozent. Der operative Cashflow belief sich 2025 auf 5,2 Milliarden Euro.

Am 9. April folgt das Trading Update für das erste Quartal 2026. Es wird zeigen, ob die neue Konzernstruktur im operativen Alltag hält, was die Strategie verspricht.

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