OMV Aktie: Chemie dominiert
OMV übertrifft 2025 die Erwartungen, doch die Chemiesparte wächst stark, während das Energiegeschäft nachlässt. Der Konzern koppelt seine Dividende nun stärker an die Cashflows aus diesem strategischen Umbau.

- Chemiesparte steigert operatives Ergebnis um 71 Prozent
- Neue Dividendenformel bindet Ausschüttung an Cashflow
- Abschluss des BGI-Deals im ersten Quartal 2026 erwartet
- Starker Ausbau bei nachhaltigem Flugkraftstoff SAF
OMV liefert für 2025 zwar besser als erwartete Zahlen. Doch die eigentlich wichtige Botschaft steckt tiefer: Die Chemiesparte wird zum Ergebnisträger, während das klassische Energiegeschäft spürbar nachgibt. Genau diese Verschiebung erklärt auch, warum der Konzern seine Dividendenpolitik neu aufstellt.
Zuletzt notierte die Aktie am Mittwoch bei 55,90 Euro – nur rund 2,7% unter dem 52‑Wochen‑Hoch von 57,45 Euro. Die Kursentwicklung der vergangenen Monate passt damit zu einem Markt, der den Umbau zunehmend einpreist.
2025: Chemie gewinnt, Energie verliert
Unterm Strich übertraf OMV mit dem bereinigten Nettoergebnis von 1,94 Mrd. Euro den Analystenkonsens um 3%. Gleichzeitig ging das operative Ergebnis im Konzern um 10% auf 4,6 Mrd. Euro zurück. Der Umsatz aus fortgeführten Geschäftsbereichen lag bei 24,3 Mrd. Euro, der operative Cashflow bei 5,2 Mrd. Euro.
Der auffälligste Kontrast kommt aus den Sparten: In Chemicals stieg das operative Ergebnis um 71% auf 784 Mio. Euro. Treiber waren laut Unternehmen vor allem die Umgliederung der Borealis-Gruppe sowie bessere Margen im Olefin-Geschäft. Bemerkenswert: Die europäischen Steam-Cracker von OMV und Borealis liefen mit 82% Auslastung – 10 Prozentpunkte über dem europäischen Branchenschnitt.
Im Energiesegment zeigte sich dagegen Gegenwind. Das operative Ergebnis sank um 29% auf 2,7 Mrd. Euro, belastet durch niedrigere Ölpreise und negative Markteffekte. Genau hier wird sichtbar, warum OMV den Schwerpunkt weiter Richtung Chemie verlagert.
Dividende: Neue Formel, klarer Fokus
Der Vorstand schlägt für 2025 eine Gesamtdividende von 4,40 Euro je Aktie vor (3,15 Euro regulär plus 1,25 Euro zusätzlich). Über vier Jahre hinweg hat OMV die reguläre Dividende damit um mehr als 30% erhöht.
Entscheidend ist aber der Mechanismus dahinter: Ab dem laufenden Geschäftsjahr sollen künftig 50% der BGI-Dividenden plus 20 bis 30% des operativen Cashflows an die Aktionäre fließen. Was heißt das konkret für Anleger? Die Ausschüttung wird stärker an die Cashflows aus der Chemie-Strategie gekoppelt – und damit weniger allein vom Auf und Ab des Ölmarkts geprägt.
Die Hauptversammlung soll am 27. Mai 2026 entscheiden. Ex-Tag ist der 8. Juni 2026, die Auszahlung ist für den 11. Juni 2026 geplant.
Umbau 2026: BGI-Deal und nächste Meilensteine
Beim strategischen Umbau steht ein wichtiger Schritt kurz bevor: Der Abschluss der Transaktion rund um Borouge Group International wird im ersten Quartal 2026 erwartet. Aus dem Zusammenschluss mit ADNOC soll der weltweit viertgrößte Polyolefin-Produzent entstehen. OMV rechnet ab 2026 mit jährlichen Dividenden von mindestens 1 Mrd. US-Dollar aus der Beteiligung.
Parallel laufen Großprojekte weiter: Neptun Deep soll 2027 in Betrieb gehen. Zudem entsteht mit Masdar eine grüne Wasserstoff-Anlage mit 140 MW Kapazität, gefördert mit 123 Mio. Euro. Im nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF) meldet OMV ebenfalls Tempo: Der Absatz sprang von 4.000 Tonnen 2024 auf 60.000 Tonnen 2025.
Für 2026 kalkuliert der Konzern konservativ mit einem Brent-Preis von rund 65 US-Dollar je Barrel. Die organischen Investitionen sollen 3,2 Mrd. Euro betragen, die Produktion knapp unter 300.000 Barrel Öläquivalent pro Tag bleiben.
Der nächste konkrete Termin für den Markt ist bereits gesetzt: Am 9. April veröffentlicht OMV ein Trading Update für das erste Quartal 2026 – und liefert damit den nächsten Hinweis, ob der Chemie-Vorsprung die Schwäche im Energiesegment weiter ausgleichen kann.
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