OMV Aktie: Chemiesparte übernimmt das Steuer

Die Chemicals-Division von OMV steigerte ihr operatives Ergebnis 2025 um 71 Prozent und wird künftig die Basis für die Ausschüttung an Aktionäre bilden.

Die Kernpunkte:
  • Chemiesparte steigert operatives Ergebnis um 71 Prozent
  • Neue Dividendenlogik koppelt Ausschüttung an Chemie-Cashflow
  • Vorgeschlagene Gesamtdividende von 4,40 Euro je Aktie
  • Aktie notiert nahe Jahreshoch nach 30 Prozent Kursplus

Der österreichische Energiekonzern OMV hat 2025 seinen Wandel vom klassischen Öl-und-Gas-Unternehmen zum integrierten Chemie- und Energiekonzern mit konkreten Zahlen untermauert. Was die Jahreszahlen besonders interessant macht: Die Chemiesparte trägt erstmals so deutlich zum Ergebnis bei, dass OMV sogar seine Dividendenlogik grundlegend umgebaut hat.

Chemie schlägt Öl – der Ergebniswandel in Zahlen

Das bereinigte Nettoergebnis für 2025 lag bei 1,94 Milliarden Euro und übertraf damit den Analystenkonsens um drei Prozent. Der eigentliche Treiber dahinter ist die Chemicals-Division: Sie steigerte ihr operatives Ergebnis um 71 Prozent auf 784 Millionen Euro. Die europäischen Steam-Cracker liefen mit 82 Prozent Auslastung – zehn Prozentpunkte über dem Branchendurchschnitt.

Das klassische Energiesegment hingegen verlor deutlich an Boden. Niedrigere Rohstoffpreise und rückläufige Absatzmengen drückten das Ergebnis um 29 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Der operative Cashflow des Gesamtkonzerns blieb mit 5,2 Milliarden Euro dennoch stark, die Nettoverschuldung liegt bei überschaubaren 3,6 Milliarden Euro bei einer Gearing Ratio von nur 14 Prozent.

Dividende neu gedacht

Für 2025 schlägt der Vorstand eine Gesamtdividende von 4,40 Euro je Aktie vor – die vierte Erhöhung in Folge. Davon entfallen 3,15 Euro auf die reguläre Ausschüttung, die in vier Jahren um mehr als 30 Prozent gestiegen ist, und 1,25 Euro auf eine Zusatzdividende.

Bemerkenswert ist weniger die Höhe als die neue Berechnungsformel: Ab 2026 koppelt OMV die Ausschüttung primär an den Cashflow der Chemiesparte – konkret an 50 Prozent der Dividenden aus der Borouge Group International (BGI) plus 20 bis 30 Prozent des operativen Cashflows. Damit verabschiedet sich der Konzern von der Abhängigkeit des volatilen Ölpreises als Ausschüttungsmaßstab. Die Hauptversammlung am 27. Mai 2026 muss der Dividende noch zustimmen.

Der BGI-Zusammenschluss mit dem Partner ADNOC soll im ersten Quartal 2026 abgeschlossen werden und den weltweit viertgrößten Polyolefin-Produzenten schaffen. OMV erwartet daraus ab 2026 jährliche Dividenden von mindestens einer Milliarde US-Dollar – die Basis der neuen Ausschüttungslogik.

Kurs nahe Jahreshoch, nächster Test im April

Der Markt hat die Transformation bereits eingepreist: Die Aktie notiert mit rund 57,20 Euro nahe ihrem 52-Wochen-Hoch von 57,45 Euro und hat in den vergangenen zwölf Monaten knapp 30 Prozent zugelegt. Für 2026 plant OMV organische Investitionen von rund 3,2 Milliarden Euro und kalkuliert konservativ mit einem Brent-Preis von 65 US-Dollar je Barrel.

Das Trading Update am 9. April wird zeigen, ob der Schwung aus der Chemiesparte auch im laufenden Quartal trägt. Zusätzliche Wachstumsperspektive liefert das Gasprojekt Neptun Deep, das 2027 in Betrieb gehen soll und das Transformationsprofil des Konzerns weiter abrundet.

Omv-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Omv-Analyse vom 11. März liefert die Antwort:

Die neusten Omv-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Omv-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Omv: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Omv