OMV Aktie: Raffinerie-Engpass voraus?

Starke Raffineriemargen stützten OMVs drittes Quartal; das Unternehmen rechnet wegen niedriger Lagerbestände mit weiterem Marktdruck.

Die Kernpunkte:
  • Raffinerien zu 92 Prozent ausgelastet
  • OMV erhöht Prognose für 2026
  • Neptun Deep soll 2027 starten
  • Borouge plant 13,8 Millionen Tonnen Jahreskapazität

OMV rechnet wegen niedriger Öl- und Kraftstofflager mit einer weiteren Verengung der globalen Raffineriemärkte. Das sagte CEO Emma Delaney gestern Medienberichten zufolge in einem Interview. Die Raffinerien des Unternehmens seien zu 92 % ausgelastet gewesen. Höhere Raffineriemargen hatten nach Unternehmensangaben bereits das Ergebnis im dritten Quartal 2026 gestützt.

Raffineriegeschäft prägt den Ausblick

Am 29. Oktober hob OMV den Ausblick für 2026 unter anderem für Brent, Produktion und Raffineriemarge an. Für Europa erwartete das Unternehmen eine Raffinerie-Referenzmarge von rund USD 25 je Barrel. Die Prognose für organische Investitionen erhöhte OMV auf rund EUR 3,5 Mrd.

Für das dritte Quartal 2026 meldete OMV ein CCS-operatives Ergebnis vor Sondereffekten von EUR 2.117 Mio. Der CCS-Periodenüberschuss vor Sondereffekten betrug EUR 1.153 Mio. Neben den Raffineriemargen stützten laut Reuters höhere Öl- und Gaspreise den Quartalsgewinn.

Der organische freie Cashflow erreichte nach Angaben von OMV EUR 1.508 Mio. Das bereinigte CCS-Ergebnis je Aktie lag bei EUR 3,54.

Delaney erklärte der APA am 29. Oktober, dass „Solidaritätsbeiträge“ in Österreich und Rumänien das Ergebnis mit EUR 200 Mio. belastet hätten. Reuters berichtete zugleich über enttäuschende Chemie-Ergebnisse.

Neptun Deep soll Ergebnisbeitrag liefern

Beim Gasprojekt Neptun Deep plant OMV die erste Förderung für das erste Halbjahr 2027. Delaney sagte am 29. Oktober Medienberichten zufolge, bei voller Plateauproduktion solle das Projekt jährlich rund EUR 500 Mio. zum bereinigten CCS-Betriebsergebnis beitragen.

Auch beim von OMV und XRG getragenen Unternehmen Borouge International stehen Erweiterungen an. Es kündigte am Mittwoch eine Jahreskapazität von 13,8 Mio. Tonnen bis 2030 als Ziel an. Die Kallo-PDH2-Anlage in Belgien erreichte den mechanischen Abschluss; die Inbetriebnahme wird für das erste Halbjahr 2027 erwartet.

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