OMV Aktie: Rumänien belastet
OMV startet 2026 mit einer 420-Millionen-Euro-Wertberichtigung in Rumänien und erwartet rückläufige Quartalsgewinne. Eine hohe prognostizierte Dividendenrendite wirkt jedoch stabilisierend auf den Kurs.

- 420 Millionen Euro Wertberichtigung in Rumänien
- Rückläufige Umsatz- und Gewinnerwartungen für Q4
- Prognostizierte Dividendenrendite von rund 8,9 Prozent
- Quartalszahlen am 4. Februar als nächster Prüfstein
Eine Sonderbelastung in Rumänien dämpft zum Jahresauftakt die Gewinnperspektiven von OMV – kurz vor wichtigen Quartalszahlen. Gleichzeitig stützt eine hohe erwartete Dividendenrendite den Kurs und begrenzt bislang stärkere Rückgänge. Wie stabil ist dieser Mix aus Belastung und Ertragsfantasie?
Rumänische Wertberichtigung trifft Ergebnis
Die aktuell wichtigste Nachricht kommt von der Tochter OMV Petrom. Am Freitag, den 16. Januar 2026, wurde eine Wertberichtigung von 420 Millionen Euro bekanntgegeben. Grundlage ist eine 15-jährige „Rebalancing“-Vereinbarung mit dem rumänischen Staat, die nun bilanziell greift.
Diese Abschreibung wirkt direkt auf das Konzernergebnis und verschlechtert das Bild der kurzfristigen Profitabilität im Osteuropa-Geschäft. Entsprechend begrenzt sie das Aufwärtspotenzial der Aktie im laufenden Handel, auch wenn der Kurs mit rund 49,06 Euro zuletzt nur moderat unter dem 52‑Wochen-Hoch von 55 Euro lag.
Gemischte Erwartungen an Q4-Zahlen
Parallel richtet sich der Blick auf die anstehenden Zahlen für das vierte Quartal 2025. Die ersten Konsensschätzungen deuten auf rückläufige Erträge:
- Umsatz Q4 2025 erwartet: ca. 6,84 Mrd. Euro (Vorjahr: 8,58 Mrd. Euro)
- Bereinigtes Clean CCS EPS Q4 2025: ca. 1,53 Euro (Vorjahr: 1,70 Euro)
- Ergebnis je Aktie 2024 (IFRS): 4,25 Euro
Der erwartete Rückgang beim Quartalsgewinn je Aktie zeigt, dass OMV nicht nur mit Sondereffekten, sondern auch mit schwächeren operativen Rahmenbedingungen zu kämpfen hat. In Kombination mit der rumänischen Wertberichtigung entsteht ein Umfeld, in dem positive Überraschungen schwieriger werden.
Charttechnisch spiegelt sich diese Unsicherheit in einer Seitwärtsphase wider: Die Aktie hält sich knapp über dem Bereich um 48 Euro und notiert nur geringfügig über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 48,21 Euro. Der RSI von 47,9 signalisiert ein neutrales Momentum ohne klaren Überkauf- oder Überverkauft-Zustand.
Wettbewerb verschärft sich in Osteuropa
Zusätzlichen Druck bringt die Entwicklung im regionalen Wettbewerb. Der ungarische Konkurrent MOL hat am 19. Januar eine Absichtserklärung zur Übernahme der Gazprom-Anteile an der serbischen NIS unterzeichnet. Diese mögliche Transaktion stärkt MOL in Südosteuropa und verschiebt die Kräfteverhältnisse im regionalen Öl- und Gasgeschäft.
Für OMV bedeutet das: Ein Markt, der ohnehin von strukturellen Anpassungen und volatilen Margen geprägt ist, wird noch enger. Gerade im osteuropäischen Geschäft, in dem die rumänische Sonderbelastung anfällt, steigt damit der Konsolidierungsdruck.
Dividende als Stütze der Bewertung
Trotz der operativen Belastungen bleibt die Bewertung der Aktie durch die erwartete Ausschüttung deutlich abgesichert. Für 2026 wird eine Dividendenrendite von rund 8,90 Prozent prognostiziert. Damit zählt der Titel zu den renditestärkeren Werten im ATX Prime.
Wesentliche Eckpunkte der aktuellen Bewertung:
- Prognostizierte Dividendenrendite 2026: ca. 8,90 %
- Kurs-Gewinn-Verhältnis: signalisiert keine überzogene Bewertung
- Kursentwicklung 12 Monate: +25,86 % bei gleichzeitigem Abstand von rund 10,8 % zum 52‑Wochen-Hoch
Diese Kombination aus hoher erwarteter Ausschüttung und moderatem Bewertungsniveau wirkt stabilisierend. Sie bremst bislang stärkere Abgaben, da ertragsorientierte Investoren Rücksetzer tendenziell als Gelegenheit sehen dürften, ohne dass daraus eine Empfehlung abzuleiten ist.
Wichtige Termine und Marken im Blick
In den kommenden zwei Wochen rückt vor allem ein Datum in den Mittelpunkt: Am 4. Februar 2026 soll OMV die Zahlen für das vierte Quartal vorlegen. Dann wird sich zeigen, wie stark die rumänische Wertberichtigung und die operativen Trends tatsächlich auf Bilanz und Ergebnis durchschlagen.
Für Anleger sind drei Punkte besonders relevant:
Dividendenpolitik:
Entscheidend wird sein, ob die bisher in Aussicht gestellte Dividende trotz der Belastung von 420 Millionen Euro bestätigt wird. Eine stabile Ausschüttung würde das aktuelle Renditeprofil untermauern.Charttechnik und Kursbandbreite:
Kurzfristig bewegt sich die Aktie in einer engen Spanne. Ein Rückfall unter den Bereich um 48 Euro könnte zusätzlichen technischen Verkaufsdruck nach sich ziehen, während eine Stabilisierung über 49 Euro das Konsolidierungsszenario stützen würde.Ausblick des Managements:
Besonders aufmerksam verfolgt werden dürfte die Einschätzung zu Margen im Raffineriegeschäft und der Ausblick auf das erste Quartal 2026. Konkrete Aussagen hier können die aktuelle Unsicherheit entweder verstärken oder dämpfen.
Fazit
OMV startet mit einer deutlichen Einmalbelastung und rückläufig erwarteten Quartalsgewinnen in das Jahr 2026. Gleichzeitig sorgt eine hohe prognostizierte Dividendenrendite für Stabilität in der Bewertung und begrenzt bisher stärkere Kursrückgänge. Die Quartalspräsentation am 4. Februar 2026 wird damit zum zentralen Gradmesser dafür, ob dieser Balanceakt zwischen Ergebnisdruck und Ausschüttungsstärke tragfähig bleibt oder Anpassungen notwendig werden.
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