OMV: Borouge-Joint-Venture geschlossen
OMV verzeichnet neuen Höchststand nach Abschluss des Chemie-Joint-Ventures mit ADNOC. Starke Quartalszahlen und frische Milliardenkredite untermauern den Aufwärtstrend.

- Neues Rekordhoch an Wiener Börse
- Chemie-Joint-Venture mit ADNOC vollzogen
- EIB-Darlehen für Wasserstoffprojekte gesichert
- Hybridanleihe über 750 Mio. Euro begeben
Der österreichische Energie- und Chemiekonzern OMV hat am Freitag an der Wiener Börse ein neues Rekordhoch erreicht. Wesentlicher Treiber für die positive Stimmung war der offizielle Vollzug einer weitreichenden strategischen Allianz im Chemiesektor. Zeitgleich unterstreichen starke Quartalsergebnisse und neue Finanzierungszusagen die aktuelle Wachstumsdynamik des Unternehmens.
Die neue Struktur der Borouge International Group
Am Donnerstag verkündete OMV das erfolgreiche Closing zur Gründung der Borouge International Group. In diesem Joint Venture bündelt der Konzern gemeinsam mit der ADNOC-Tochter XRG die Aktivitäten von Borouge, Borealis und NOVA Chemicals. Beide Partner halten jeweils 50 Prozent der Anteile und üben die gemeinsame Kontrolle über das neue Branchenschwergewicht aus.
Im Zuge dieser Neuordnung wurde zudem die formelle Übertragung des 24,9-prozentigen Aktienanteils an OMV von ADNOC auf die spezialisierte Chemie-Einheit XRG vollzogen. Diese Neustrukturierung soll die Wettbewerbsfähigkeit im globalen Polymermarkt stärken und Synergien zwischen den beteiligten Unternehmen effizienter nutzen.
Starke Finanzzahlen und Investitionen in Wasserstoff
Parallel zur strategischen Neuausrichtung lieferte OMV robuste Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026. Das Unternehmen erzielte ein Clean CCS Operating Result von 1,7 Milliarden Euro. Dieser Erfolg wird durch eine solide Kapitalbasis untermauert: Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 bestätigte die Wiener Börse dem Konzern einen Umsatz von 24 Milliarden Euro, erwirtschaftet von rund 22.300 Mitarbeitern.
Zur Finanzierung künftiger Großprojekte im Bereich der nachhaltigen Energie sicherte sich OMV zudem frisches Kapital. Die Europäische Investitionsbank (EIB) stellt ein Darlehen über 450 Millionen Euro bereit, das zweckgebunden für großvolumige Wasserstoffprojekte eingesetzt werden soll.
Ergänzend dazu begab der Konzern am Donnerstag neue unbefristete nachrangige Hybridanleihen mit einem Emissionsvolumen von 750 Millionen Euro, um die finanzielle Flexibilität weiter zu erhöhen.
Interne Machtkämpfe und rechtliche Unsicherheiten
Trotz der operativen Erfolge sieht sich die Unternehmensführung mit internen Herausforderungen konfrontiert. Medienberichten zufolge gibt es derzeit Verzögerungen bei der Nachfolgeplanung für CEO Alfred Stern. Im Aufsichtsrat werde ein möglicher interner Machtkampf debattiert, wobei Borealis-Chef Stefan Doboczky als potenzieller Kandidat für die Konzernspitze gehandelt wird.
Ein weiterer Risikofaktor bleibt die rechtliche Auseinandersetzung mit Russland. Das laufende Schiedsverfahren gegen Gazprom Export wegen der Einstellung der österreichischen Gaslieferungen gilt weiterhin als wesentliche Unsicherheit für die langfristige Planung des Konzerns. Dennoch bleibt die Aktie im Aufwind: Ein technisches Trend-Ranking stufte den Wert gestern in der DACH-Region von Rang 37 auf Rang 27 hoch.
Am Freitag schloss das Papier bei 68,60 Euro und damit nur knapp unter dem am Donnerstag erreichten 52-Wochen-Hoch von 69,15 Euro. Seit Jahresbeginn konnte die Aktie damit bereits um 45 Prozent zulegen, wobei die gute Stimmung bereits vor rund zwei Wochen durch Aktienkäufe aus dem Vorstand gestützt wurde.
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