OMV: Cashflow steigt 20 Prozent auf 1,62 Mrd.

Schwache Quartalszahlen, gekappte Margen und ein massiver Gewinnrückgang. Bei OMV klaffen die Analystenerwartungen und die Realität im ersten Quartal 2026 weit auseinander. Dennoch reagieren Anleger gelassen.
Hormus-Störungen belasten das Ergebnis
Der österreichische Konzern spürt die geopolitischen Spannungen. Störungen in der Straße von Hormus unterbrachen Rohöllieferungen und verursachten einmalige Absicherungsverluste von rund 100 Millionen Euro. Parallel dazu brach die Raffineriemarge auf 6,65 Euro je Barrel ein.
Das schlägt sich in der Bilanz nieder. Der Umsatz landete mit 5,86 Milliarden Euro deutlich unter den Markterwartungen. Auch der Gewinn je Aktie verfehlte mit 0,99 Euro die Analystenprognosen massiv. Das bereinigte operative Ergebnis sank um zwölf Prozent.
Chemiegeschäft federt Rückgänge ab
Ein Blick auf die Segmente erklärt die stabile Kursentwicklung. Während das klassische Energiegeschäft schrumpfte, verdoppelte die Chemiesparte ihr operatives Ergebnis nahezu auf 245 Millionen Euro.
Ein weiterer Lichtblick ist der Geldfluss. Der operative Cashflow stieg um 20 Prozent auf 1,62 Milliarden Euro. Die operative Substanz des Unternehmens erweist sich damit als robuster, als der reine Nettogewinn vermuten lässt.
Neue Dividendenstrategie ab 2027
Ende Mai stimmt die Hauptversammlung in Wien über die Gewinnverwendung für das abgelaufene Geschäftsjahr ab. Der Vorstand schlägt eine Gesamtdividende von 4,40 Euro je Aktie vor. Diese setzt sich aus einer regulären Ausschüttung und einem Sonderbonus zusammen.
Für das laufende Jahr ändert sich das Bild. Ab 2026 greift eine neue Ausschüttungsformel, die sich stärker am operativen Cashflow orientiert. Weil sich der Dividendenbeitrag des Joint Ventures Borouge voraussichtlich halbiert, kalkuliert das Management mit einem Rückgang der OMV-Dividende um 0,60 bis 0,70 Euro je Aktie.
Vorsichtiger Blick nach vorn
Für den Rest des Jahres plant das Management konservativ. OMV rechnet mit einem durchschnittlichen Brent-Ölpreis von rund 65 US-Dollar pro Barrel. Die organischen Investitionen sollen bei etwa 3,2 Milliarden Euro liegen.
An der Börse überwiegt der Optimismus. Die Aktie notiert aktuell bei 60,90 Euro und verzeichnet damit seit Jahresbeginn ein Plus von 25,88 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch fehlen dem Papier derzeit nur noch rund dreieinhalb Prozent.
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