OMV: Chemie-Allianz mit ADNOC besiegelt
OMV und ADNOC gründen Polyolefin-Riesen Borouge International mit Sitz in Wien. Analysten sehen robuste Quartalszahlen.

- Gemeinsame Chemie-Plattform mit ADNOC
- Neuer Polyolefin-Konzern mit Sitz Wien
- Berenberg erwartet starkes zweites Quartal
- Aktie seit Jahresbeginn deutlich im Plus
Die OMV baut ihren Konzern radikal um. Das klassische Öl- und Gasgeschäft rückt strategisch in den Hintergrund. Stattdessen steht eine gigantische Chemie-Allianz im Zentrum. Die Börse honoriert diese Entwicklung. Zum Wochenausklang klettert die Aktie um 1,15 Prozent auf 57,20 Euro.
Mega-Fusion in Wien
Der geplante Umbau nimmt konkrete Formen an. Zusammen mit dem Partner ADNOC bündelt die OMV ihr weltweites Chemiegeschäft. Unter dem Namen „Borouge International“ entsteht ein neuer Polyolefin-Gigant. Sein Hauptsitz: Wien. Das Gemeinschaftsunternehmen vereint die Beteiligungen an Borealis, Borouge und Nova Chemicals.
Die Eigentümerstruktur sieht eine klare Parität vor. Die OMV und die ADNOC-Tochter XRG halten künftig jeweils die Hälfte der Anteile. Dieser Schritt verringert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen massiv. Die Wertschöpfungskette im Chemiebereich wird dadurch deutlich ausgebaut.
Analysten blicken auf das Quartal
Parallel dazu rücken die laufenden Geschäfte in den Blickpunkt. Die Privatbank Berenberg rechnet mit einem starken zweiten Quartal. Analyst Henry Tarr verweist auf robuste Margen bei Chemie und Rohstoffen. Er bestätigt die Einstufung auf „Hold“. Das Kursziel liegt bei 55,00 Euro. Damit stuft der Experte die Aktie auf dem aktuellen Niveau als leicht überbewertet ein.
Für das laufende Geschäftsjahr prognostiziert Berenberg einen Gewinn von 7,70 Euro je Aktie. Aktionären winkt eine Dividende von 4,54 Euro. In den beiden Folgejahren rechnet die Bank mit weiter moderat steigenden Ausschüttungen.
Intakter Aufwärtstrend
Auf dem Kurszettel zeigt die Neuausrichtung bereits Wirkung. Seit Jahresbeginn verbucht das Papier einen Zuwachs von gut 18 Prozent. Auf Wochensicht legte der Kurs um weitere 6,7 Prozent zu. Mit dem aktuellen Niveau hat sich die Aktie spürbar von ihrem 52-Wochen-Tief abgesetzt.
Der langfristige Aufwärtstrend bleibt intakt. Der Kurs rangiert gut sieben Prozent über seiner 200-Tage-Linie. Kurzfristig kämpft das Papier noch mit einer leichten Hürde. Es notiert knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 59,51 Euro.
Abseits der Chemie-Sparte bestimmt der Ölpreis die Zahlen im Upstream-Geschäft. Zuletzt fiel die Sorte Brent zeitweise auf Vorkriegsniveau zurück. Das bremst die Erträge bei der klassischen Öl-Förderung. Am Aktienmarkt wartet man nun auf die konkreten Umsetzungsdetails der Borouge-Fusion. Erst genaue Zahlen zu den geplanten Synergieeffekten mit ADNOC definieren den Bewertungsrahmen für den neuen Konzern.
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