OMV: Emma Delaney neue CEO ab 1. September
OMV verzeichnet dank Chemiesparte einen deutlichen Gewinnsprung und treibt mit neuen Anleihen und einem EIB-Darlehen die Transformation voran.

- Emma Delaney wird neue OMV-Chefin
- Nettogewinn steigt auf 529 Millionen Euro
- 750 Millionen Euro durch Hybridanleihe eingenommen
- OMV plant Einigung zu 2.000 Stellenabbaustellen
Der Wiener Energiekonzern OMV steht vor einem entscheidenden personellen und strategischen Umbruch. Während sich der amtierende Vorstandschef Alfred Stern auf seinen Abschied vorbereitet, wurden in den vergangenen Tagen wegweisende Weichenstellungen für die künftige Ausrichtung als integriertes Chemie- und Energieunternehmen getroffen.
Neben einem massiven Gewinnsprung im zweiten Quartal treibt das Unternehmen den Ausbau seiner nachhaltigen Geschäftsfelder mit hohen Investitionen voran.
Strategische Weichenstellung unter neuer Führung
Mit Wirkung zum 1. September übernimmt Emma Delaney den Vorstandsvorsitz und die Rolle der CEO. Sie tritt die Nachfolge von Alfred Stern an und wird die operative Umsetzung der neuen Petrochemie-Strategie verantworten. Ein wesentlicher Baustein dieser Ausrichtung ist das Joint Venture „Borouge International“, das OMV gemeinsam mit dem ADNOC-Investmentarm XRG im März finalisiert hat.
Die Partner konkretisierten am 11. August die globale Aufstellung des neuen Branchenriesen, der aus der Fusion von Borealis, Borouge und NOVA Chemicals hervorging. OMV und XRG halten jeweils 50 % der Anteile an diesem Verbund.
Quartalswachstum und Kapitalstärkung
Parallel zum Führungswechsel untermauerte OMV seine operative Stärke durch die am Mittwoch bestätigten Zahlen für das zweite Quartal 2026. Der Konzernumsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 40 % auf 7,86 Milliarden Euro.
Besonders deutlich fiel die Steigerung beim Nettogewinn aus, der 529 Millionen Euro erreichte, nachdem im Vorjahresquartal lediglich 99 Millionen Euro erwirtschaftet worden waren. Das bereinigte CCS Operative Ergebnis bezifferte das Unternehmen auf 1,7 Milliarden Euro.
Zur Finanzierung der weiteren Transformation sicherte sich der Konzern erhebliche Mittel am Kapitalmarkt. Die Europäische Investitionsbank (EIB) stellt ein Darlehen über 450 Millionen Euro bereit, um eine 140-Megawatt-Wasserstoffanlage in der Raffinerie Schwechat zu finanzieren.
Zusätzlich emittierte das Unternehmen am Donnerstag neue unbefristete nachrangige Hybridanleihen mit einem Volumen von 750 Millionen Euro, was die Kapitalbasis für künftige Projekte stärken soll.
Transformation des Energieportfolios
Der Umbau des Konzerns bringt jedoch auch Effizienzmaßnahmen mit sich. Medienberichten von Reuters zufolge verhandelt das Management derzeit über Personalmaßnahmen, die weltweit rund 2.000 Stellen betreffen könnten.
Gleichzeitig investiert OMV konsequent in grüne Energieträger: Am Freitag unterzeichnete das Unternehmen eine mehrjährige Abnahmevereinbarung über erneuerbares E-Methanol aus der dänischen Anlage Kassø. Partner dieses Projekts ist das Joint Venture Solar Park Kassø, an dem European Energy und Mitsui & Co. beteiligt sind.
Die Anleger honorierten die jüngsten Entwicklungen und die strategische Klarheit. Seit Jahresbeginn verzeichnete die Aktie einen Wertzuwachs von 45 %. Am Freitag schloss das Papier bei 68,60 Euro und notiert damit weiterhin in der Nähe des 52-Wochen-Hochs, das am Donnerstag bei 69,15 Euro markiert worden war. Damit reflektiert der Kurs das Vertrauen des Marktes in die Neuausrichtung unter der kommenden Führung von Emma Delaney.
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