OMV: Emma Delaney neue CEO ab September 2026
OMV emittiert 750-Millionen-Euro-Anleihe, ernennt Emma Delaney zur CEO und stellt Dividendenpolitik um.

- Hybridanleihe über 750 Millionen Euro
- Emma Delaney wird neue OMV-Chefin
- Neue Dividendenformel ab 2027
- Neptun Deep Pipelinebau gestartet
OMV hat binnen weniger Tage gleich drei strukturelle Entscheidungen getroffen: eine neue Hybridanleihe, eine neue CEO und eine neue Dividendenformel. Der österreichische Energiekonzern stellt sich damit breiter auf — mitten in einer Phase, in der die Aktie unter Druck steht.
750-Millionen-Anleihe ersetzt altes Papier
Am 10. Juni notierte OMV eine neue Hybridanleihe über 750 Millionen Euro an der Luxemburger und der Wiener Börse. Der Ausgabepreis lag bei 98,921 Prozent des Nennwerts. Der Kupon beträgt 4,375 Prozent jährlich — fest bis Dezember 2032, danach variabel.
Die Emission ist keine Schuldenaufnahme auf der grünen Wiese. OMV löst damit die 2020 begebenen NC6-Hybridanleihen ab, die im September 2026 kündbar werden. Da die neuen Papiere keine feste Laufzeit haben, stärken sie die Bilanz mit quasi-eigenkapitalähnlichem Kapital. Die Kapitalrelationen bleiben weitgehend unberührt.
Delaney wird erste weibliche CEO
Ab 1. September 2026 übernimmt Emma Delaney den Vorstandsvorsitz. Der Aufsichtsrat bestellte sie für zunächst drei Jahre, mit Option auf zwei weitere. Delaney kommt von bp, wo sie mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung in Transformation und Portfolioentwicklung sammelte.
Sie wird die erste Frau an der Spitze von OMV. CFO Reinhard Florey bleibt im Amt — sein Mandat wurde um zwei Jahre verlängert, er rückt zusätzlich zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden auf.
Neue Dividendenlogik ab 2027
Für Aktionäre ändert sich die Ausschüttungsmechanik. Ab dem Geschäftsjahr 2026 schüttet OMV 50 Prozent der Dividenden aus dem Chemie-Joint-Venture Borouge Group International aus. Dazu kommen 20 bis 30 Prozent des operativen Cashflows außerhalb dieses Ventures. Die erste Zahlung nach diesem Schema folgt 2027.
Für das laufende Jahr rechnet OMV mit einem Brent-Preis von rund 65 US-Dollar je Barrel. Die eigene Produktion dürfte knapp unter 300.000 Barrel Öläquivalent pro Tag liegen.
Ein mittelfristiger Wachstumstreiber ist das Schwarzmeer-Projekt Neptun Deep. OMV Petrom und Romgaz starteten im Mai 2026 den Pipelinebau — rund 160 Kilometer lang, Investitionsvolumen rund vier Milliarden Euro. Die erwartete Jahresproduktion liegt bei etwa acht Milliarden Kubikmetern Erdgas. Die Plattform soll noch 2026 installiert werden, erstes Gas ist für 2027 geplant.
Die Aktie notiert aktuell bei 57,80 Euro — rund zehn Prozent unterhalb des Mai-Hochs von 64,40 Euro. Der RSI liegt bei 35, was auf eine überverkaufte Zone hindeutet. Ein Teil des Sieben-Tage-Minus von 8,6 Prozent geht auf den Dividendenabschlag vom 8. Juni zurück. Auf Jahressicht steht das Papier mit knapp 20 Prozent im Plus.
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