OMV: EPS verfehlt Prognose deutlich auf 0,99 Euro

OMV weist dank Borouge-Buchgewinn hohen Nettogewinn aus, operatives Ergebnis sinkt jedoch um 12 Prozent.

Die Kernpunkte:
  • Operativer Gewinn sinkt um zwölf Prozent
  • Buchgewinn von 886 Millionen Euro
  • Analysten uneins über Aktienbewertung
  • Führungswechsel im September angekündigt

Ein Buchgewinn von fast 900 Millionen Euro schönt die Zahlen. Was OMV im ersten Quartal 2026 wirklich verdient hat, sieht deutlich nüchterner aus.

Operatives Geschäft unter Druck

Das bereinigte operative Ergebnis sank um 12 Prozent auf 1,025 Milliarden Euro. Der bereinigte Periodenüberschuss fiel sogar um 22 Prozent auf 323 Millionen Euro. Beim Ergebnis je Aktie lieferte OMV 0,99 Euro — erwartet worden waren 1,89 Euro.

Der Hauptgrund liegt im Nahen Osten. Die Sperrung der Straße von Hormuz Ende Februar drückte die Kohlenwasserstoffproduktion um 7 Prozent auf 288.000 Barrel Öläquivalent täglich. Hinzu kamen einmalige Hedging-Verluste im Fuels-Bereich von rund 100 Millionen Euro.

Borouge-Deal verzerrt das Bild

Der ausgewiesene Nettogewinn kletterte auf 1,645 Milliarden Euro. Das klingt besser, als es ist. Ein Buchgewinn von 886 Millionen Euro aus der Entkonsolidierung der Borealis Group — Folge der Gründung des Joint Ventures Borouge International — treibt diese Zahl nach oben. Aus den bereinigten Kennzahlen wurde er herausgerechnet.

Das neue 50:50-Gemeinschaftsunternehmen mit XRG bündelt Borealis, NOVA Chemicals und die Borouge-Aktivitäten von XRG. OMV bezeichnet das Konstrukt als viertgrößten Polyolefin-Anbieter weltweit. Das EBITDA soll von einem Pro-forma-Durchschnitt von 4,5 Milliarden US-Dollar auf über 7 Milliarden US-Dollar steigen — mit Synergien von mehr als 500 Millionen Euro bis 2030.

Analysten gespalten, Kurs trotzdem fester

Die Reaktion der Analysten fällt unterschiedlich aus. RBC Capital Markets stufte OMV auf „Underperform“ herab und senkte das Kursziel auf 46 Euro. Als Begründung nennt die Bank Druck in Chemie, europäischem Gas und Raffinerien. OMV sei im Chemiesegment stärker exponiert als die meisten Wettbewerber. Barclays bleibt dagegen konstruktiver und hob das Kursziel leicht auf 53 Euro an. Die Erste Group hob den operativen Cashflow von 1,6 Milliarden Euro positiv hervor.

Die Aktie notiert aktuell bei 60,80 Euro — ein Plus von rund 25 Prozent seit Jahresbeginn. Mit einem RSI von 73,8 sendet der Kurs allerdings erste Überhitzungssignale.

Ausblick und Führungswechsel

OMV passte den Jahresausblick an. Die Brent-Annahme stieg auf 85 bis 95 US-Dollar je Barrel. Die Produktion soll zwischen 280.000 und 290.000 Barrel täglich liegen — abhängig von der Lage an der Straße von Hormuz. Die Nettoverschuldung stieg durch die Transaktion auf 4,5 Milliarden Euro, nach 3,6 Milliarden Euro zum Jahresende 2025.

Ab dem 1. September 2026 übernimmt Emma Delaney den Vorstandsvorsitz. Die frühere BP-Managerin ist die erste Frau an der Konzernspitze. Analysten erwarten, dass sie den Fokus stärker auf Gasförderung legt. Mittelfristig soll das Schwarzmeerprojekt Neptun Deep liefern: Im Jahr 2027 plant OMV dort die erste Gasförderung.

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