OMV: Māui-Gasfeld stoppt Ende 2026

OMV zieht sich früher als geplant aus Neuseeland zurück und legt Quartalszahlen vor. Analysten erwarten trotz schwächerer Margen einen Gewinnsprung.

Die Kernpunkte:
  • Früheres Ende der Māui-Gasförderung
  • Streit um Spritpreisbremse beigelegt
  • Gewinnsprung trotz sinkender Raffineriemarge
  • Dividendeneinbußen durch Borouge-Verschiebung

OMV verabschiedet sich früher als erwartet aus Neuseeland — und legt morgen Quartalszahlen vor, die trotz belasteter Raffineriemargen überraschend stark ausfallen sollen. Ein voller Tag für einen Konzern, der gerade an mehreren Fronten gleichzeitig agiert.

Māui-Feld: Abschied ein Jahr früher

Das Māui-Gasfeld vor der Taranaki-Küste stellt die Produktion voraussichtlich Ende 2026 ein — rund ein Jahr früher als die neuseeländische Regierung bislang kalkuliert hatte. OMV hat die Behörden formell informiert und die verbleibenden Vermögenswerte abgeschrieben.

Seit 1979 ist Māui das Rückgrat der neuseeländischen Gasversorgung. Das frühe Ende trifft die Industrie empfindlich: Methanex, der im Taranaki ansässige Methanolproduzent und Hauptabnehmer des Māui-Gases, könnte das Land verlassen. Das Genesis-Energy-Kraftwerk Huntly greift bereits heute stärker auf importierte Kohle zurück, weil das Gas knapper wird.

Obendrein platzte der geplante Verkauf von 69 Prozent des Maari-Ölfelds an Jadestone Energy. Wer künftig für die Stilllegungsverbindlichkeiten der alternden Offshore-Infrastruktur aufkommt, ist damit ungeklärt.

Spritpreisbremse: Konflikt beigelegt

In Österreich endete ein Regulierungsstreit. Die E-Control hatte geprüft, ob OMV die seit 1. April geltende Spritpreisbremse einhält — die Unternehmen zu einer Margendämpfung von 5 Cent je Liter verpflichtet. OMV hatte zunächst nur 2,8 Cent weitergegeben und auf hohe Importkosten verwiesen. Die Behörde stellte klar: Die volle Weitergabe ist Pflicht, sowohl an eigenen Tankstellen als auch im Großhandel. Weitere Prüfungen anderer Unternehmen laufen, Ergebnisse werden in der ersten Maihälfte erwartet.

Quartalszahlen morgen — Borouge-Effekt drückt Dividende

Am 30. April legt OMV die Zahlen für das erste Quartal 2026 vor. Das Umfeld war rau: Die Raffineriemarge fiel von 10,76 auf 6,65 Euro je Barrel, die Tagesproduktion sank auf 288.000 Barrel Öläquivalent. Das Fuels-Segment trägt eine Belastung von 150 Millionen Euro durch niedrigere Margen und geplante Stillstände.

Sechs Analysten rechnen dennoch mit einem Gewinn je Aktie von 1,32 Euro — dreimal so viel wie die 0,44 Euro im Vorjahreszeitraum. Ab dem zweiten Quartal soll das Joint Venture Borouge Group International rund 140 Millionen Euro pro Quartal beisteuern.

Das verschobene Börsendebüt von Borouge an der Abu Dhabi Stock Exchange — nun erst 2027 — halbiert die Dividendeneinnahme aus dem Venture auf 250 Millionen US-Dollar für 2026. Marktbeobachter gehen davon aus, dass die OMV-Dividende für das Geschäftsjahr 2026 bis zu 0,70 Euro je Aktie unter bisherigen Schätzungen landen könnte.

Für 2025 schlägt der Vorstand eine Gesamtdividende von 4,40 Euro je Aktie vor — 3,15 Euro regulär, 1,25 Euro als Sonderdividende. Die Hauptversammlung am 27. Mai in Wien stimmt darüber ab, der Ex-Dividenden-Tag ist für den 8. Juni vorgesehen.

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