OMV: Pipeline-Arbeiten in Neptun Deep gestartet

OMV Petrom beginnt mit Verlegung der 160 km langen Pipeline für das EU-Großprojekt Neptun Deep. Erste Gaslieferungen ab 2027 geplant.

Die Kernpunkte:
  • Pipeline-Arbeiten für Neptun Deep begonnen
  • Erste Gaslieferungen für 2027 avisiert
  • OMV-Aktie seit Jahresstart über 30% im Plus
  • CEO-Wechsel zu Emma Delaney im September

OMV schiebt sein wichtigstes Gasprojekt in die nächste Bauphase. Im Schwarzen Meer laufen nun die Verlegearbeiten für die zentrale Pipeline von Neptun Deep. Für den Konzern ist das mehr als ein Offshore-Projekt: Es geht um Versorgungssicherheit, Cashflows und Glaubwürdigkeit beim Umbau des Geschäfts.

Neptun Deep nimmt Form an

OMV Petrom hat am 20. Mai 2026 mit Partner Romgaz die Pipeline-Arbeiten gestartet. Rund 50 Schiffe sind im Einsatz. Die Leitung soll etwa 160 Kilometer lang werden und das Gas von der Offshore-Plattform zur Küste bringen.

Damit rückt das größte neue Erdgasprojekt der EU näher an die Produktion. OMV kalkuliert mit Investitionen von bis zu 4 Milliarden Euro. Die ersten Gasmengen sind für 2027 geplant.

Die förderbaren Ressourcen liegen bei rund 100 Milliarden Kubikmetern Erdgas. In der Plateauphase soll Neptun Deep jährlich etwa 8 Milliarden Kubikmeter liefern. Rumänien könnte damit seine Eigenversorgung stärken und zum Nettoexporteur in der EU werden.

Warum das Timing zählt

Der Fortschritt kommt in einer heiklen Marktphase. Marktanalysen verweisen auf die weiter gesperrte Straße von Hormus. Laut Internationaler Energieagentur sorgt das für spürbare Verwerfungen an den Energiemärkten.

Für OMV gewinnt regionale Produktion damit an Gewicht. Gas aus dem Schwarzen Meer kann Abhängigkeiten von instabilen Routen verringern. Es reduziert auch den Druck durch frühere Lieferbeziehungen mit Russland.

Parallel dazu hat der Konzern Mitte Mai 2026 die Förderung im Gasfeld Wittau gestartet. Das ist kleiner als Neptun Deep, aber strategisch wichtig. Mehr Quellen bedeuten weniger Klumpenrisiko im operativen Geschäft.

Die Aktie schloss am Donnerstag bei 63,05 Euro und liegt damit 1,25 Prozent unter dem jüngsten Jahreshoch. Seit Jahresanfang beträgt das Plus 30,32 Prozent.

Neue Spitze, robuste Zahlen

Auch an der Konzernspitze steht ein Wechsel an. Emma Delaney übernimmt im September 2026 den CEO-Posten von Alfred Stern. Sie bekommt einen Konzern, der zuletzt finanziell solide dastand.

Im ersten Quartal 2026 erzielte OMV ein CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten von rund einer Milliarde Euro. Der operative Cashflow lag bei 1,6 Milliarden Euro. Das gibt dem Konzern Spielraum für Investitionen und Ausschüttungen.

Neben Gas bleibt die Chemiesparte wichtig. Im März 2026 entstand Borouge International durch den Zusammenschluss mit ADNOC-Töchtern. OMV zählt damit zu den vier größten Polyolefin-Produzenten weltweit.

Am 27. Mai 2026 steht in Wien die Hauptversammlung an. Auf der Tagesordnung liegt eine vorgeschlagene Gesamtausschüttung von 4,40 Euro je Aktie. Operativ zählt nun, dass die Pipelinearbeiten im Schwarzen Meer den Zeitplan bis zum ersten Gas im Jahr 2027 stützen.

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