OMV: Q1-Gewinn auf 1,32 Euro erwartet

Der österreichische Energiekonzern OMV steht wegen der unvollständigen Weitergabe der Dieselpreisbremse unter Druck. Zugleich werden starke Quartalsergebnisse erwartet, doch die Dividende für 2026 droht zu sinken.

Die Kernpunkte:
  • Streit mit Behörde über Spritpreisbremse
  • Starke Gewinnerwartung für Q1 2026
  • Dividendenkürzung für 2026 absehbar
  • Aktienkurs deutlich unter Jahreshoch

Fünf Cent pro Liter — so viel soll die österreichische Spritpreisbremse Diesel verbilligen. OMV gibt nur 2,8 Cent weiter. Das reicht der Energiebehörde E-Control nicht, und der politische Druck wächst. Ausgerechnet jetzt steht der Konzern vor seinen Quartalszahlen.

Der Diesel-Streit im Kern

OMV beruft sich auf eine Notfallklausel. Das Argument: 60 Prozent des in Österreich verkauften Diesels stammt aus Importen. Ausländische Lieferanten akzeptierten den vollen Abschlag nicht. Für selbst hergestellten Sprit gebe das Unternehmen die fünf Cent vollständig weiter.

Das Wirtschaftsministerium lässt das nicht gelten. Der vorgesehene Spielraum sei „kein Freibrief“, betonte es — und beauftragte die E-Control mit einer Prüfung. Die Behörde hat inzwischen auch bei anderen Unternehmen Auffälligkeiten gemeldet. Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer weitet die Sonderprüfung deshalb aus.

Vizekanzler Andreas Babler wurde deutlich: Der Konzern „muss sich an Gesetze halten“. Ein Verstoß gegen die Preisbremse könnte eine Geldstrafe nach sich ziehen.

Quartalszahlen am 30. April

Am 30. April veröffentlicht OMV die Ergebnisse für das erste Quartal 2026. Sechs Analysten erwarten im Schnitt einen Gewinn je Aktie von 1,32 Euro — nach 0,44 Euro im Vorjahreszeitraum. Der Konzernumsatz soll auf rund 7,76 Milliarden Euro steigen, ein Plus von fast 25 Prozent.

Die Produktionsmenge sank auf 288.000 Barrel Öläquivalent pro Tag. Höhere Rohölpreise haben den Rückgang bislang ausgeglichen.

Die Aktie notiert bei 57,25 Euro und liegt damit rund neun Prozent unter dem Jahreshoch von 63,20 Euro. Auf Jahressicht hat der Kurs knapp 31 Prozent zugelegt.

Dividende und strukturelle Belastungen

Für das Geschäftsjahr 2025 schlägt der Vorstand 4,40 Euro je Aktie vor — inklusive 1,25 Euro Sonderdividende. Die Hauptversammlung stimmt am 27. Mai darüber ab, der Ex-Tag wäre der 8. Juni.

Für 2026 zeichnet sich eine Kürzung ab. Der geplante Börsengang von Borouge Group International in Abu Dhabi verschob sich wegen Marktvolatilität auf 2027. Dadurch halbiert sich OMVs Dividendeneingang aus dem Joint Venture auf 250 Millionen US-Dollar. Analysten rechnen mit einer Kürzung der Gesamtausschüttung um 0,60 bis 0,70 Euro je Aktie.

Strukturell sieht RBC Capital Markets weiteren Gegenwind. Die Bank stuft OMV auf „Underperform“ und verweist auf anhaltenden Margendruck in der Chemie — einem Bereich, in dem OMV stärker gewichtet ist als Wettbewerber. Globale Überkapazitäten dürften die Margen bis Ende 2026 gedrückt halten.

Das Ergebnis der E-Control-Prüfung steht noch aus. Eine mögliche Geldstrafe wäre kein existenzielles Risiko — belastet aber die Stimmung rund um den Quartalsbericht.

Omv-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Omv-Analyse vom 22. April liefert die Antwort:

Die neusten Omv-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Omv-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Omv: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Omv