OMV: Quartalsgewinn mehr als verdoppelt

OMV steigert den bereinigten Nettogewinn im zweiten Quartal auf 929 Millionen Euro und startet zugleich die Förderung im Gasprojekt Wittau.

Die Kernpunkte:
  • Bereinigtes operatives Ergebnis steigt um 65 Prozent
  • Nettogewinn klettert auf 929 Millionen Euro
  • Wittau-Förderung im zweiten Quartal gestartet
  • Hauptversammlung beschließt 4,40 Euro je Aktie

Die Aktie von OMV notiert am Freitag bei 68,40 Euro und damit weiterhin deutlich über ihrem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt von 57,25 Euro – ein Abstand von 19 Prozent, der die anhaltende Stärke des Titels seit Jahresbeginn unterstreicht. Grund dafür sind nicht nur der Führungswechsel an der Konzernspitze, sondern vor allem operative Erfolge, die sich in den Zahlen des zweiten Quartals und einem bedeutenden Gasfund in Österreich niederschlagen.

Quartalsgewinn mehr als verdoppelt

Für das zweite Quartal 2026 meldete OMV ein um Sondereffekte bereinigtes operatives Ergebnis von 1,71 Milliarden Euro – ein Plus von 65 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Getrieben wurde diese Entwicklung von gestiegenen Öl- und Gaspreisen sowie kräftig verbesserten Raffineriemargen.

Der bereinigte Nettogewinn kletterte auf 929 Millionen Euro und hat sich damit mehr als verdoppelt. Das Ergebnis je Aktie lag bei 3,85 Euro, die Umsatzerlöse erreichten 8,06 Milliarden Euro.

Besonders die Öl- und Gasförderung, die größte Sparte des Konzerns, verzeichnete ein um die Hälfte gestiegenes operatives Ergebnis von 885 Millionen Euro. Im Kraftstoffgeschäft verbesserte sich das Ergebnis von 242 auf 446 Millionen Euro, angetrieben von höherer Auslastung und gestiegenen Raffineriemargen.

Die Chemiesparte verdoppelte ihr Ergebnis auf 429 Millionen Euro – hier wirkten sich auch erste Beiträge des neuen Gemeinschaftsunternehmens Borouge International mit dem Partner Adnoc aus Abu Dhabi positiv aus. Der ursprünglich für 2026 geplante Börsengang von Borouge International wurde im Frühjahr auf 2027 verschoben, um bessere Marktbedingungen abzuwarten.

Auf Basis der starken Entwicklung hob OMV die Prognose für die europäische Raffineriemarge auf rund 20 Dollar je Barrel an, nachdem zuvor zehn bis 15 Dollar erwartet worden waren. Auch beim realisierten Gaspreis rechnet der Konzern nun mit rund 40 Euro je Megawattstunde.

Für das Gesamtjahr peilt OMV eine Produktion zwischen 280.000 und 290.000 Barrel Öläquivalent pro Tag an, kalkuliert mit einem Brent-Ölpreis zwischen 85 und 95 Dollar je Barrel.

Größter Gasfund seit vier Jahrzehnten

Parallel zu den Quartalszahlen sorgte im Mai die Meldung über den größten Gasfund Österreichs der vergangenen 40 Jahre für Aufmerksamkeit. Nach der Investitionsentscheidung Anfang 2025 startete die Förderung im Projekt Wittau bereits im zweiten Quartal 2026 und sichert damit planbare Lieferungen für den kommenden Winter.

In der ersten Ausbauphase sollen elf Terawattstunden erschlossen werden, was einer Wärmeversorgung von rund 100.000 Haushalten entspricht. OMV investiert dafür etwa 150 Millionen Euro, davon 70 Millionen in Bohrungen und 80 Millionen in Infrastruktur und Anlagen.

Bei vollem Ausbau könnte das Projekt die österreichische Gasproduktion von OMV verdoppeln: Bis zu 48 Terawattstunden an förderbaren Ressourcen stehen potenziell zur Verfügung. Damit sichert sich der Konzern langfristig eine wichtige heimische Versorgungsquelle, während europaweit die Diskussion um Energiesicherheit anhält.

Aktionäre profitieren von Ausschüttung

Die Hauptversammlung im Mai beschloss zudem eine Gesamtdividende von 4,40 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025, bestehend aus einer regulären Dividende von 3,15 Euro und einer zusätzlichen Ausschüttung von 1,25 Euro.

Diese Kombination aus operativer Stärke, strategischem Ressourcenausbau und Aktionärsvergütung erklärt, warum der Titel seit Jahresbeginn um 45 Prozent zugelegt hat und sich mit einem Abstand von lediglich 2,8 Prozent nahe seinem 52-Wochen-Hoch von 70,35 Euro bewegt.

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