OMV: Rohöl auf 97,80 Dollar, Gewinne unter Druck
OMV verzeichnet im zweiten Quartal steigende Öl- und Gaspreise, während Iran-Konflikt und höhere Steuern in Rumänien das Ergebnis der Fördereinheit belasten.

- Förderung leicht auf 291.000 Barrel gestiegen
- Rohölpreis klettert auf knapp 98 Dollar
- Raffineriemarge verdoppelt sich nahezu
- Analysten erwarten höhere Gewinnschätzungen
Die OMV erlebt ein Quartal der Gegensätze. Während steigende Öl- und Erdgaspreise für Rückenwind sorgen, belasten geopolitische Spannungen und eine höhere Steuerlast in Rumänien das Ergebnis der Fördereinheit. Das Trading-Update für das zweite Quartal 2026 zeigt: Der Konzern fährt in verschiedenen Geschwindigkeiten.
Produktion leicht gestiegen, Preise ziehen an
Im zweiten Quartal förderte die OMV 291.000 Barrel Öläquivalent pro Tag. Das sind 3.000 Barrel mehr als im Vorquartal. Entscheidend für die Erlöse waren aber die Preise: Der realisierte Rohölpreis stieg auf 97,80 US-Dollar pro Barrel – von 72,30 Dollar im ersten Quartal. Auch Erdgas zog kräftig an, auf 37,80 Euro pro Megawattstunde nach 31,10 Euro.
Trotz dieser Entwicklung drückten der Iran-Konflikt und die angehobene Besteuerung in Rumänien auf das operative Ergebnis der E&P-Sparte. Der geschätzte Effekt: minus 120 bis 150 Millionen Euro.
Raffinerie und Chemie liefern
In den anderen Bereichen lief es besser. Die Raffinerie-Referenzmarge schnellte auf 20,33 US-Dollar pro Barrel hoch – im ersten Quartal waren es nur 13,88 Dollar. Die Auslastung der Anlagen stieg leicht auf 90 Prozent. Hinzu kommt die Chemiesparte. Sie profitiert von höheren Preisen für Olefine und Polyolefine und von den Beiträgen der im März gegründeten Borouge International.
Analysten der Erste Group und von RBC bewerten den Zwischenbericht tendenziell positiv. Barclays hat die Prognosen für den Konzern angepasst. Medienberichten zufolge könnten die Konsensschätzungen für das EBIT (1.505 Millionen Euro) und den Nettogewinn (708 Millionen Euro) noch um fünf bis sechs Prozent nach oben korrigiert werden.
Aktie mit verhaltenem Jahresverlauf
Die Aktie schloss am Donnerstag bei 58,85 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 21,64 Prozent zu Buche. Der RSI von 56,9 deutet auf eine neutrale Marktlage hin. Die vollständigen Quartalszahlen legt die OMV planmäßig am 31. Juli vor – dann zeigt sich, ob der Preishöhenflug die geopolitischen Belastungen überkompensieren kann.
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