Onco-Innovations Aktie: LAG-3-Lizenz mit Ifowonco vereinbart
Onco-Innovations bereitet mit ONC010, präklinischen Studien und einer LAG-3-Lizenzoption den klinischen Start in Australien vor.

- Option auf weltweite LAG-3-Lizenz
- 300-Gramm-Charge von ONC010 fertiggestellt
- Toxikologiestudien bis November 2026 geplant
- Aktie seit Jahresbeginn 60 Prozent niedriger
Das Biotechnologie-Unternehmen Onco-Innovations bereitet den nächsten Schritt in seiner klinischen Entwicklung vor und setzt dabei auf eine Kombination aus Präzisionsonkologie und Immuntherapie.
Durch eine unverbindliche Absichtserklärung mit Ifowonco Informatics sicherte sich das Unternehmen am 19. August die Option auf eine weltweite Lizenz für ein proprietäres LAG-3-Inhibitor-Programm. Diese strategische Entscheidung soll die bestehende Pipeline ergänzen und neue Behandlungsoptionen für solide Tumore eröffnen.
Neue Behandlungsansätze durch Kombinationsstrategie
Die geplante Zusammenarbeit mit Ifowonco Informatics zielt darauf ab, den führenden Wirkstoffkandidaten ONC010 mit einer modernen Immuntherapie zu verbinden.
CEO Thomas O’Shaughnessy betonte, dass diese Kooperation das Unternehmen an der Schnittstelle zwischen zielgerichteter Krebsbehandlung und Immunonkologie positionieren soll. Der wissenschaftliche Ansatz hinter diesem Vorhaben wurde am Freitag der vergangenen Woche von Chief Medical Officer Dr. Islam Mohamed konkretisiert.
Demnach soll die Kombination aus dem DNA-Schadensreaktions-Mechanismus von ONC010 und einer Blockade des Proteins LAG-3 die körpereigene Immunantwort gegen Tumore signifikant verstärken.
LAG-3 gilt in der Forschung als wichtiger Kontrollpunkt des Immunsystems, dessen Hemmung die Aktivität von T-Zellen innerhalb der Tumorumgebung reaktivieren kann. Onco-Innovations strebt hierbei die Entwicklung eines oral verabreichten, niedermolekularen Inhibitors an.
Operative Meilensteine und präklinische Vorbereitungen
Parallel zur Portfolio-Erweiterung treibt das Unternehmen die Herstellung seines Hauptkandidaten ONC010 voran. In einem am 17. August veröffentlichten integrierten Entwicklungs-Update verwies Onco-Innovations auf den Abschluss einer 300-Gramm-Charge des Wirkstoffs im Entwicklungsmaßstab. Dies dient als Grundlage für die Einleitung neuer Stoffwechselstudien, die in Zusammenarbeit mit dem Partner Nucro-Technics durchgeführt werden. Dabei stehen Untersuchungen zum Metabolismus in Hepatozyten und Mikrosomen bei drei verschiedenen Spezies im Fokus.
Zusätzliche Fortschritte in der Produktion meldete der Partner Nanosoft Polymers am vergangenen Samstag. Im Rahmen der Skalierung der Polymersynthese wurde ein zinnfreier Katalysator identifiziert, der die Konsistenz bei der Herstellung des Nanopartikel-verkapselten Wirkstoffs verbessern soll.
Diese Optimierungen sind Teil der Vorbereitungen für das geplante klinische Programm in Australien, das den Weg für die erste Anwendung am Menschen ebnen soll. Für den Zeitraum von September bis November 2026 plant das Unternehmen die Fortsetzung der Toxikologiestudien und die weitere Skalierung der Produktion.
Finanzielle Basis und Marktentwicklung
Die finanzielle Grundlage für diese Entwicklungsschritte legte Onco-Innovations unter anderem durch den Abschluss einer Privatplatzierung Ende Juli. Diese brachte dem Unternehmen einen Bruttoerlös von rund 5 Millionen CAD ein. Ergänzend dazu wurden Darlehensvereinbarungen getroffen, die unter anderem eine Kreditfazilität von Chief Medical Officer Dr. Islam Mohamed über 200.000 CAD umfassen.
An der Börse spiegeln sich die operativen Fortschritte bislang nicht in einer Erholung wider. Der Aktienkurs notierte gestern bei 0,3400 € und verzeichnete damit seit Jahresbeginn einen Rückgang von 60 %.
Das Papier liegt derzeit rund 41 % unter seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage, der bei 0,5810 € verläuft. Das Unternehmen wird am OTCQB-Markt als „Venture Market“-Emittent geführt und bereitet derzeit die behördlichen Unterlagen für den Übergang in die klinische Phase vor.
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