Ondas Holdings Aktie: 125-Millionen-Cyberhawk-Deal ignoriert

Trotz Zukauf von Cyberhawk und Partnerschaft mit Lockheed Martin fällt der Aktienkurs von Ondas weiter. Anleger fürchten Verwässerung durch neue Aktien.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert trotz positiver Nachrichten
  • Übernahme von Cyberhawk für 125 Millionen Dollar
  • Kooperation mit Lockheed Martin vereinbart
  • Neue Aktien belasten den Kurs

Ondas Holdings kauft zu, schließt Partnerschaften mit Rüstungskonzernen — und der Kurs fällt trotzdem. Diese Woche zeigt exemplarisch, wie ein spekulativer Titel selbst positive Nachrichten ignorieren kann, wenn Anleger mit Aktienverwässerung rechnen.

Die Aktie des Drohnen- und Verteidigungstechnik-Unternehmens schloss am Freitag bei 6,65 Euro. Das Tagesplus von 2,62 Prozent konnte den Wochenverlust nur teilweise ausgleichen. Über sieben Tage steht ein Minus von 3,48 Prozent, binnen 30 Tagen hat der Titel sogar 33,63 Prozent verloren.

Ein Jahr mit zwei Gesichtern

Der Blick auf die vergangenen zwölf Monate zeigt eine andere Aktie. Dort steht Ondas noch immer mit 315,63 Prozent im Plus — einer der auffälligsten Performer des Sektors. Vom 52-Wochen-Hoch bei 13,02 Euro aus dem Januar hat sich der Kurs allerdings fast halbiert, das Minus liegt bei 48,92 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief von 1,50 Euro im Juli 2025 beträgt der Abstand dagegen satte 343,93 Prozent.

Die technischen Indikatoren bestätigen den Abwärtstrend der letzten Wochen. Der Kurs liegt 20,24 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 8,34 Euro und 14,89 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 7,81 Euro. Ein RSI von 36,7 signalisiert Verkaufsdruck, aber noch keine überverkaufte Lage. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 105 Prozent macht deutlich, wie nervös der Handel in diesem Titel mittlerweile verläuft.

Cyberhawk-Kauf soll Ondas breiter aufstellen

Mitten in diese Kursschwäche platzierte Ondas eine der größeren Übernahmen seiner Geschichte. Die US-Tochter unterzeichnete eine verbindliche Vereinbarung zum Kauf von Cyberhawk Holdings, einem Anbieter für Infrastruktur-Inspektionen und KI-Analytik. Der Kaufpreis liegt bei rund 125 Millionen Dollar, größtenteils in bar.

Cyberhawk bringt Substanz mit: Für das Geschäftsjahr bis März 2027 erwartet das Unternehmen mehr als 45 Millionen Dollar Umsatz bei EBITDA-Margen im hohen einstelligen Bereich, die bis 2030 auf über 25 Prozent steigen sollen. Der Auftragsbestand liegt bei 95 Millionen Dollar, rund 95 Prozent des Umsatzes stammen aus wiederkehrenden Mehrjahresverträgen und Software-Abos. Seit der Gründung 2008 hat Cyberhawk mehr als 500.000 Infrastruktur-Anlagen für über 300 Kunden in 40 Ländern inspiziert — darunter Namen wie Shell, Qatar Energy und Bechtel.

Rund fünf Millionen Dollar des Kaufpreises fließen als Ondas-Aktien an Cyberhawk-Manager, die sich einer einjährigen Haltefrist unterwerfen. Der Abschluss ist für das dritte Quartal 2026 geplant, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen. Ondas-CEO Eric Brock beschrieb den Deal als Schritt weg von der reinen Verteidigungsabhängigkeit: Das Unternehmen habe eine „hochdifferenzierte Plattform aus Software, Daten und KI-gestützter Analytik für einige der wichtigsten Energie- und Versorgungsnetze der Welt“ aufgebaut.

Sentrycs-Technologie wandert in Lockheed Martins Sanctum-Plattform

Parallel zur Cyberhawk-Übernahme meldete die Ondas-Tochter Sentrycs eine Kooperation mit einem der größten US-Rüstungskonzerne. Die Cyber-over-RF-Technologie des Anti-Drohnen-Spezialisten wird künftig in Sanctum integriert, Lockheed Martins neue Plattform zur Drohnenabwehr.

Ein Lockheed-Martin-Programmmanager erklärte den Hintergrund: Sanctum sei eine „modulare, offene Architektur“, die sich schnell um neue Sensor- und Abwehrtechnologien erweitern lasse. Die Integration von Sentrycs stärke die Fähigkeit der Plattform, auf „sich wandelnde unbemannte Luftbedrohungen“ zu reagieren. Sentrycs‘ Technologie arbeitet auf Protokollebene der Drohnenkommunikation. Sie kann unautorisierte Drohnen erkennen, identifizieren und zur sicheren Landung zwingen — ohne Störsender oder Waffeneinsatz.

Neue Aktien belasten die Stimmung

Der eigentliche Kursdruck der Woche kam allerdings nicht aus dem Tagesgeschäft, sondern aus dem Kapitalmarkt selbst. Ondas registrierte Verkaufsaktien aus jüngsten Übernahmen und brachte kurz vor dem Wochenende 3,38 Millionen Stammaktien für bestehende Anteilseigner zum Verkauf.

Diese zusätzliche Aktienmenge sorgte für erratische Handelstage. Optionsmarkt-Daten von TipRanks zeigten ein Wechselspiel aus bullischen Positionierungen und scharfen Tagesverlusten. Genau diese Verwässerungsangst dürfte den Kurs stärker bewegt haben als die operativen Fortschritte bei Cyberhawk und Sentrycs.

Der Cyberhawk-Deal soll im dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden, die Sentrycs-Integration bei Lockheed Martin steht noch am Anfang. Ob Ondas die wachsende Zahl an Übernahmen und Partnerschaften in eine stabilere Kursentwicklung übersetzen kann, bleibt nach einem Monat mit einem Drittel Kursverlust die offene Frage — auch wenn der Zwölfmonatsgewinn historisch bleibt.

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