Oracle: 7,5% Minus nach OpenAI-Zweifel

OpenAI verfehlt Ziele, Oracle leidet: Kursrutsch um 7,5 Prozent, Schulden steigen auf 124,7 Milliarden Dollar.

Die Kernpunkte:
  • OpenAI verpasst interne Nutzerziele
  • Oracle verliert 7,5 Prozent an Wert
  • Musk-Klage bedroht Partnerschaft
  • Schuldenlast steigt auf 124,7 Milliarden

OpenAI verfehlt interne Ziele — und Oracle zahlt die Rechnung. Der Softwarekonzern verlor diese Woche deutlich an Wert, weil Investoren die Stabilität des wichtigsten Wachstumstreibers neu bewerten.

Wenn der Partner wackelt

Ein Bericht des Wall Street Journal löste den Kursrutsch aus. Demnach hat OpenAI seine internen Ziele für 2025 verfehlt: weder die angestrebte Milliarde wöchentlicher ChatGPT-Nutzer noch die Umsatzvorgaben wurden erreicht. Intern soll CFO Sarah Friar Bedenken geäußert haben, ob OpenAI künftige Rechenkapazitätsverträge erfüllen kann — sofern das Umsatzwachstum nicht anzieht.

Das trifft Oracle direkt. OpenAI hat sich verpflichtet, bis 2030 rund 300 Milliarden Dollar für den Aufbau von KI-Rechenzentren bei Oracle auszugeben. Dieser Vertrag macht etwa 300 Milliarden von Oracles gesamtem Auftragsbestand von 553 Milliarden Dollar aus. Schlechte Nachrichten für OpenAI sind deshalb schlechte Nachrichten für Oracle.

Hinzu kommt der Marktanteilsverlust von ChatGPT: Der Anteil am generativen KI-Webtraffic sank von 86,7 Prozent auf 64,5 Prozent. Googles Gemini legte im gleichen Zeitraum von 5,7 auf 21,5 Prozent zu.

Musk-Prozess als Unsicherheitsfaktor

Zeitgleich begann am 29. April ein Bundesgerichtsverfahren. Elon Musk klagt gegen OpenAI, CEO Sam Altman und weitere Beteiligte. Er fordert Altmans Absetzung, den Rauswurf von Präsident Greg Brockman — und über 130 Milliarden Dollar Schadensersatz. Das Urteil könnte OpenAIs strategische Ausrichtung grundlegend verändern. Die Jury soll bis zum 12. Mai mit den Beratungen beginnen.

Für Oracle bedeutet jede Unsicherheit über Führung und Strategie beim Partner ein Risiko für die eigene Wachstumsplanung.

Wall Street gespalten

Oracle-Aktien verloren in der Spitze rund 7,5 Prozent. Der Kurs notiert aktuell bei rund 139 Euro — mehr als 50 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom September 2025. Der RSI liegt bei 27,5 und signalisiert damit überverkaufte Bedingungen.

Nicht alle Analysten teilen den Pessimismus. Wedbush Securities hält an seiner Outperform-Einstufung fest und sieht ein Kursziel von 225 Dollar. Die Begründung: OpenAI hat nach einer Finanzierungsrunde von 122 Milliarden Dollar genug Kapital, um seine Rechenkapazitätsverpflichtungen mindestens drei Jahre lang zu erfüllen. Von 46 Analysten, die Oracle abdecken, empfehlen 35 die Aktie zum Kauf. Der Median der Kursziele liegt bei 227 Dollar.

Schulden als strukturelles Risiko

Das Bild trübt sich auf der Bilanzseite ein. Oracles langfristige Schulden stiegen auf rund 124,7 Milliarden Dollar — gegenüber etwa 85 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Projektionen sehen die Nettoverschuldung bis 2029 bei bis zu 176 Milliarden Dollar. Kreditausfallversicherungen auf Oracle-Anleihen werden teurer. Das zeigt: Auch der Kreditmarkt preist das Risiko ein.

Oracle plant eine Kapitalerhöhung von 50 Milliarden Dollar. Ob das reicht, um den Aufbau der KI-Infrastruktur zu finanzieren und gleichzeitig die Schuldenlast zu managen, hängt maßgeblich davon ab, ob OpenAI seinen Teil der Vereinbarung einhält.

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