Oracle Aktie: 12-Prozent-Crash trotz Rekord-Umsatz

Trotz Rekordumsatz und Cloud-Boom stürzt die Oracle-Aktie ab. Grund sind Ängste vor einer massiven Verwässerung durch einen 20-Milliarden-Aktienplan.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz steigt um 21 Prozent
  • Cloud-Geschäft treibt Wachstum
  • Aktienkurs bricht um 12 Prozent ein
  • Geplante Aktienausgabe von 20 Milliarden

Starke Zahlen, schwache Kurse. Oracle übertrifft die Erwartungen der Wall Street deutlich. Dennoch straften Anleger das Papier massiv ab. Ein gewaltiger Investitionsplan weckt tiefe Verwässerungsängste.

Das abgelaufene Quartal brach Rekorde. Der Gesamtumsatz stieg um 21 Prozent auf 19,2 Milliarden US-Dollar. Besonders das Cloud-Geschäft glänzte mit einem massiven Wachstum. Auch der Gewinn je Aktie schlug mit 2,11 US-Dollar die Prognosen.

Der Markt reagierte brutal. Die Oracle-Aktie stürzte nach den Zahlen um bis zu 12 Prozent ab. Damit lösten sich über 70 Milliarden US-Dollar an Börsenwert in Luft auf.

Milliarden für Rechenzentren

Der Ausverkauf liegt nicht am operativen Geschäft. Das Management plant gigantische Ausgaben. Für das Geschäftsjahr 2027 prognostiziert Oracle Investitionen von bis zu 95 Milliarden US-Dollar.

Finanzchefin Hilary Maxson rechnet allein mit 70 Milliarden US-Dollar an eigenen Kapitalausgaben. Das Ziel: Oracle will im laufenden Quartal fast ein Gigawatt an neuer Rechenleistung ans Netz bringen. Das entspricht der gesamten Kapazität des Vorjahres.

Diese Expansion kostet Geld. Der Konzern will rund 40 Milliarden US-Dollar über Fremd- und Eigenkapital einsammeln. Darin enthalten ist eine geplante Aktienausgabe im Wert von 20 Milliarden US-Dollar.

Oracle schließt weitere Schulden für das Kalenderjahr 2026 aus. Folglich rückt die Finanzierung über neue Aktien in den Fokus. Genau diese drohende Verwässerung treibt die Aktionäre in die Flucht.

Analysten bleiben optimistisch

Trotz des Absturzes halten Analysten an der Aktie fest. Bernstein hob das Kursziel von 319 auf 325 US-Dollar an. Die Experten bestätigten ihre Kaufempfehlung. Sie sehen den langfristigen Plan bis 2030 intakt.

Auch Guggenheim rät zum aggressiven Kauf der Papiere. Die Analysten verweisen auf eine breitere Kundenbasis. Sie werten die neuen Kapazitäten als klares Signal für künftiges Wachstum.

Die prallen Auftragsbücher stützen diesen Optimismus. Der Bestand an noch nicht abgerechneten Leistungen explodierte auf 638 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 363 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Ein Großteil davon stammt aus massiven KI-Verträgen. Kunden bezahlen hier Hochleistungschips im Voraus oder stellen sie direkt bereit. Für das erste Quartal 2027 erwartet Oracle ein Umsatzwachstum von bis zu 29 Prozent.

Die aktuelle Kurslage

Aktuell notiert die Oracle-Aktie bei 165,94 Euro. Auf Wochensicht verzeichnet das Papier ein Minus von knapp sieben Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 280,70 Euro ist der Kurs damit weit entfernt.

Der Markt fordert nun Beweise. Die gigantische Infrastruktur-Wette muss sich in stabilem freiem Cashflow niederschlagen. Laut Oracles eigener Prognose wird dieser Nachweis noch einige Quartale auf sich warten lassen.

Anzeige

Oracle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Oracle-Analyse vom 16. Juni liefert die Antwort:

Die neusten Oracle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Oracle-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Oracle: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Oracle