Oracle Aktie: 260 Milliarden Dollar Mietverpflichtungen

Oracle plant weitere Entlassungen, während die Schuldenlast durch KI-Investitionen wächst. Die Aktie fällt deutlich, die Zahlen im September könnten richtungsweisend sein.

Die Kernpunkte:
  • Weitere Entlassungen im September geplant
  • Aktie verliert 4,1 Prozent am Freitag
  • Schuldenlast durch KI-Investitionen steigt
  • Quantencomputing-Partnerschaft als Lichtblick

Oracle steht vor einer weiteren Sparrunde. Medienberichten zufolge hat der Softwarekonzern Pläne für neue Entlassungen in diesem Monat ausgearbeitet, bei denen einzelne Teams zweistellige prozentuale Kürzungen ihrer Belegschaft treffen könnten. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Er liegt kurz vor dem Start des zweiten Geschäftsquartals am 1. September. Oracle wollte sich zu den Plänen nicht äußern.

Die Aktie hat die Woche mit einem deutlichen Rückschlag beendet. Am Freitag verlor das Papier 4,1 Prozent und schloss bei 129,90 Euro – knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 130,74 Euro, von dem es nur noch 0,6 Prozent entfernt notiert.

Auf Jahressicht steht Oracle mit 22 Prozent im Minus, binnen zwölf Monaten beträgt der Verlust 38 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch aus dem September 2025 bei 294,85 Euro trennen die Aktie inzwischen 56 Prozent.

Schuldenlast wächst parallel zum KI-Ausbau

Die angekündigten Personalkürzungen fallen in eine Phase, in der Oracle ohnehin unter finanziellem Druck steht. Reuters berichtete Anfang August, dass der Konzern wegen seiner massiven Investitionen in KI-Infrastruktur nahe an eine Herabstufung in den Ramschbereich rückt – S&P Global Ratings hatte Oracle im Juli bereits auf BBB- gesenkt.

Das Unternehmen betonte in Telefonkonferenzen mit Analysten, weiterhin an einer disziplinierten Kapitalallokation festzuhalten und die Investment-Grade-Einstufung erhalten zu wollen.

Wie groß die finanziellen Verpflichtungen tatsächlich sind, zeigt eine weitere Reuters-Meldung vom selben Tag: Oracle hat rund 260 Milliarden US-Dollar an noch nicht angetretenen Mietverpflichtungen für Rechenzentren offengelegt, die zwischen dem Geschäftsjahr 2027 und 2029 beginnen sollen und überwiegend Laufzeiten von 15 bis 19 Jahren haben.

Um den Ausbau der Cloud-Infrastruktur zu stemmen, will Oracle laut Reuters im laufenden Jahr zusätzlich 45 bis 50 Milliarden US-Dollar über eine Mischung aus Anleihen und Aktien einsammeln. Bereits im Januar hatten Anleihegläubiger Klage gegen Oracle eingereicht, weil der Konzern angeblich nicht ausreichend über den Bedarf an zusätzlicher Verschuldung informiert habe.

Reuters ordnete die Kursentwicklung Anfang August entsprechend ein: Seit Juni habe sich der Aktienkurs von Oracle halbiert, getrieben von Sorgen der Anleger über die kapitalintensive Cloud-Expansion und die schuldenfinanzierte Wachstumsstrategie.

Quantencomputing als Lichtblick, Zahlen als nächster Prüfstein

Nicht alle Nachrichten fallen negativ aus. Oracle und Quantinuum kündigten eine mehrjährige Partnerschaft an, in deren Rahmen der Quantencomputer Helios von Quantinuum in die Oracle Cloud Infrastructure integriert werden soll. Ein Vorschau-Dienst soll in den kommenden Monaten folgen, Helios wird in einem US-amerikanischen Oracle-KI-Rechenzentrum installiert. Finanzielle Details und ein konkretes Datum für die Inbetriebnahme nannte Oracle nicht.

Anleger richten den Blick nun auf den 14. September 2026, wenn Oracle die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal 2027 vorlegt – eine Telefonkonferenz ist bereits für den 14. September 2026 angesetzt. Angesichts der Diskussion um Schuldenlast, Kreditrating und Stellenabbau dürfte dieser Termin zeigen, ob die milliardenschweren KI-Investitionen sich in belastbaren Cloud-Umsätzen niederschlagen.

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