Oracle Aktie: 300 Milliarden Dollar OpenAI-Vertrag
Oracle dementiert geplatztes Microsoft-Deal, meldet Rekordauftragsbestand und plant massive Investitionen in KI-Infrastruktur.

- Microsoft-Partnerschaft bleibt bestehen
- Auftragsbestand steigt auf 638 Milliarden Dollar
- Großinvestoren stocken Anteile auf
- KI-Infrastruktur-Ausbau massiv geplant
Oracle hat Berichte über ein geplatztes Cloud-Abkommen mit Microsoft klar zurückgewiesen. Spekulationen, wonach ein Vertrag im Wert von über drei Milliarden Dollar wegen Sicherheitsbedenken gestrichen worden sei, bezeichnete das Unternehmen als unzutreffend. Microsoft bleibe ein zentraler Partner.
Der Kurs notiert aktuell bei 160,00 Euro — rund 43 Prozent unter dem September-Hoch von 280,70 Euro. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie gut vier Prozent im Minus. Das spiegelt eine breitere Skepsis gegenüber den hohen Kosten der KI-Infrastruktur wider.
Auftragsbestand auf Rekordniveau
Wer auf die Fundamentaldaten schaut, sieht ein anderes Bild. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 meldete Oracle einen verbleibenden Auftragsbestand von 638 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 363 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein wesentlicher Posten darin: ein gemeldeter Vertrag mit OpenAI im Volumen von 300 Milliarden Dollar.
Institutionelle Investoren haben die Kursschwäche genutzt, um aufzustocken. Die norwegische Zentralbank Norges Bank baute eine neue Position im Wert von rund 4,34 Milliarden Dollar auf. BBVA erhöhte seinen Anteil um 6,8 Prozent, Altshuler Shaham sogar um 23,8 Prozent.
Wachstum und Investitionsoffensive
Der Quartalsumsatz stieg um 20,6 Prozent auf 19,18 Milliarden Dollar. Besonders der Bereich Oracle Cloud Infrastructure legte in einzelnen Segmenten bis zu 93 Prozent zu. Die GPU-Auslastung liegt bei 97,5 Prozent — kaum Luft nach oben, aber ein klares Zeichen für die Nachfragestärke.
Um dieses Tempo zu halten, plant Oracle massive Investitionen. Für das Geschäftsjahr 2027 sind Investitionsausgaben zwischen 90 und 95 Milliarden Dollar vorgesehen. Im laufenden Jahr waren es 56 Milliarden Dollar. Das Geld fließt vor allem in neue Rechenzentren und GPU-Kapazitäten.
Ausblick auf 2027
Oracle peilt für das Geschäftsjahr 2027 einen Gesamtumsatz von 90 Milliarden Dollar an. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll auf 8,05 Dollar steigen — ein Plus von 18 Prozent. Bis 2030 rechnet das Unternehmen mit einem jährlichen Umsatzwachstum von über 31 Prozent.
Kurzfristig drücken die hohen Investitionsausgaben den freien Cashflow. Im Juli 2026 zahlt Oracle die nächste Quartalsdividende von 0,50 Dollar je Aktie, was einer Rendite von rund 1,1 Prozent entspricht. Für Aktionäre ist das ein überschaubarer Puffer — der eigentliche Investitionsfall liegt im langfristigen KI-Infrastrukturgeschäft.
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