Oracle Aktie: 553 Milliarden Dollar Auftragsbestand

Oracle ersetzt geplantes Gaskraftwerk durch Brennstoffzellen von Bloom Energy und senkt CO₂-Ausstoß deutlich.

Die Kernpunkte:
  • Eigenes Gaskraftwerk in New Mexico gestrichen
  • Kooperation mit Bloom Energy vereinbart
  • CO₂-Emissionen sollen um 30 Prozent sinken
  • Aktie erholt sich trotz hoher Verschuldung

Oracle muss bei seinem großen KI-Rechenzentrum in New Mexico umplanen. Der Konzern hat die Pläne für ein eigenes Gaskraftwerk am Standort „Project Jupiter“ gestrichen, nachdem wichtige Pipeline-Genehmigungen ausblieben. Damit rückt ein Thema in den Vordergrund, das den gesamten KI-Boom begleitet: Rechenleistung wächst schnell, Stromversorgung nicht.

Energie wird zum Engpass

Die Ablehnungen kamen unter anderem von der US-Energieaufsicht FERC und dem New Mexico State Land Office. Für Oracle ist das mehr als ein technisches Detail. KI-Rechenzentren brauchen enorme, stabile Strommengen, besonders wenn sie dicht mit Hochleistungsservern bestückt sind.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Oracle?

Statt auf ein eigenes Gaskraftwerk setzt Oracle nun auf eine Kooperation mit Bloom Energy. Der Anbieter produziert Festoxid-Brennstoffzellen, die den Energiebedarf des Standorts decken sollen. Das gestrichene Gaskraftwerk hätte jährlich mehr als 14 Millionen Tonnen CO₂ verursacht; mit Brennstoffzellen rechnet Oracle mit einer Reduktion um 30 Prozent auf rund 10 Millionen Tonnen.

An der Börse hat die Aktie zuletzt kräftig aufgeholt. Nach dem Schlusskurs von 166,22 Euro am Freitag liegt das Papier auf Sicht von 30 Tagen knapp 40 Prozent vorn. Seit Jahresanfang bleibt die Bilanz allerdings leicht negativ.

Hoher Auftragsbestand, hohe Schulden

Der Umbau der Infrastruktur trifft auf eine ohnehin aggressive Investitionsphase. Oracle sitzt auf einem Rekordbestand an noch nicht realisierten Leistungsverpflichtungen von rund 553 Milliarden Dollar. Um diesen Auftragsberg in Umsatz zu verwandeln, plant der Konzern für das Geschäftsjahr 2026 Investitionen von 50 Milliarden Dollar, vor allem in Cloud-Rechenzentren.

Diese Strategie hat ihren Preis. Die Gesamtverschuldung liegt inzwischen bei mehr als 125 Milliarden Dollar, das Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital übersteigt den Faktor 4. Bei Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen um 4,4 Prozent bleibt die Finanzierungslast ein zentraler Punkt in der Bewertung.

Technisch wirkt die Erholung noch nicht wie ein komplett gedrehter Trend. Die Aktie notiert zwar deutlich über ihrem kurzfristigen Durchschnitt, bleibt aber unter der längerfristigen Linie. Das passt zum Bild: operative Fantasie ist vorhanden, die Bilanz bremst.

KI-Kunden werden zum Risikofaktor

Ein weiterer Punkt ist die Kundenkonzentration. Oracle hängt im KI-Cloud-Geschäft stark an wenigen Großkunden. Bei OpenAI, einem wichtigen Partner, verfehlten interne Kennzahlen zuletzt offenbar Umsatz- und Nutzerziele; Finanzchefin Sarah Friar soll Bedenken geäußert haben, ob künftige Rechenverträge ohne schnelleres Wachstum finanziert werden können.

Für Oracle ist das relevant, weil der Cloud-Vertrag mit OpenAI als außergewöhnlich groß gilt. Einige Berichte beziffern ihn auf 300 Milliarden Dollar über fünf Jahre. Wenn ein solcher Kunde langsamer wächst, kann das die Auslastung neuer OCI-Rechenzentren belasten.

Parallel dazu bleiben Engpässe bei Hochleistungs-GPUs ein möglicher Flaschenhals. Besonders Nvidia und TSMC spielen hier eine zentrale Rolle. Im Datenbankgeschäft nimmt der Wettbewerbsdruck ebenfalls zu, unter anderem durch Microsoft Fabric im Unternehmenskundensegment.

Institutionelle Investoren ziehen sich dennoch nicht einheitlich zurück. NewEdge Wealth erhöhte seine Oracle-Position zuletzt um 6,5 Prozent auf mehr als 223.000 Aktien im Wert von etwa 43,6 Millionen Dollar. Auf der anderen Seite verkauften Mitglieder des Top-Managements in den vergangenen Monaten Teile ihrer Beteiligungen.

Arete Research stufte die Aktie am 7. Mai 2026 von „Neutral“ auf „Buy“ hoch und beließ das Kursziel bei 255 Dollar. Die Analysten verweisen auf bessere GPU-Ökonomik durch knappe Versorgung, Kostendisziplin und mögliche Aufwärtsrisiken bei den Cloud-Schätzungen.

Im Juni werden die Zahlen zum vierten Quartal erwartet. Dann zeigt sich konkret, ob Oracle die hohen KI-Investitionen mit stabilen Cloud-Margen verbinden kann, während das klassische Supportgeschäft weiter unter Druck steht. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 33 bleibt wenig Raum für operative Enttäuschungen.

Oracle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Oracle-Analyse vom 14. Mai liefert die Antwort:

Die neusten Oracle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Oracle-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Oracle: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Oracle