Oracle Aktie: 750 Milliarden Dollar OpenAI-Plan

Trotz massiver KI-Investitionen und Rekord-Sicherheitsupdate notiert die Oracle-Aktie nahe ihrem Jahrestief. Analysten sehen überverkauftes Niveau.

Die Kernpunkte:
  • OpenAI erhöht Ausgaben auf 750 Milliarden Dollar
  • Größtes Sicherheitsupdate mit 1.449 Patches
  • OFSS-Tochter verzeichnet Gewinnsprung von 121 Prozent
  • Aktie notiert nahe 52-Wochen-Tief

Oracle steckt in einem Widerspruch. Auf der einen Seite steht ein Konzern, der mitten im größten Investitionsboom der KI-Branche sitzt. Auf der anderen Seite steht eine Aktie, die nahe ihrem Jahrestief notiert und seit Jahresbeginn ein Drittel ihres Werts verloren hat.

Die Aktie notiert aktuell bei 109,98 Euro, ein Minus von 0,34 Prozent zum Vortag. Das klingt nach Routine. Der Blick auf die längere Frist zeigt aber das eigentliche Bild: Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 33,83 Prozent zu Buche, und der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 160 Euro – rund 31 Prozent über dem aktuellen Niveau.

OpenAI schraubt Ausgaben massiv nach oben

Der wichtigste Impuls der Woche kam von einem Kunden, nicht von Oracle selbst. OpenAI hat am Mittwoch seine Investitionspläne für Rechenleistung deutlich angehoben. Statt 600 Milliarden Dollar sollen bis 2030 nun rund 750 Milliarden Dollar in Computing-Kapazität fließen.

Oracle profitiert direkt davon. Der Konzern vermietet weiterhin erhebliche Chip-Kapazitäten aus seiner Cloud-Infrastruktur an OpenAI. Dazu kommt „Project Camellia“, ein neues Rechenzentrum in Georgia mit einem Volumen von 20 Milliarden Dollar.

Die Botschaft ist klar: OpenAI baut nicht nur eigene Kapazitäten auf, sondern bleibt auf externe Partner wie Oracle angewiesen. Für einen Konzern, der seine Wachstumsstory zunehmend auf Cloud-Verträge mit KI-Anbietern stützt, ist das ein Signal von Gewicht.

Größtes Sicherheitsupdate der Firmengeschichte

Parallel zum Cloud-Geschäft hat Oracle am Dienstag sein bislang umfangreichstes Sicherheitspaket veröffentlicht. Das Juli-Update bringt 1.449 Patches für 1.235 einzelne Schwachstellen über 32 Produktfamilien hinweg.

Bemerkenswert: Etwa 77 Prozent der Fehler stammen aus Oracles eigenem Code, nicht von Drittanbieter-Komponenten. Das Unternehmen führt diese hohe Trefferquote auf neue, KI-gestützte Systeme zur Schwachstellenerkennung zurück.

Am selben Tag stellte Oracle zudem die „Base Database Cloud@Customer“ vor. Das System richtet sich an mittelgroße Standorte und Zweigstellen und läuft auf AMD-Epyc-Prozessoren der fünften Generation. Kunden können damit die KI-Datenbank Oracle AI Database 26ai lokal betreiben – bei gleichzeitiger Cloud-Anbindung.

Tochterfirma meldet starkes Quartal, CEO tritt ab

Auch aus dem eigenen Haus kamen gute Nachrichten. Die mehrheitlich zu Oracle gehörende Financial Services Software (OFSS) legte am Donnerstag Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor. Der Konzerngewinn stieg um 121 Prozent auf 1.416 Crore Rupien.

Der Umsatz kletterte um 69 Prozent auf 3.125 Crore Rupien. Ein einmaliger Lizenzdeal mit einer großen internationalen Bank trieb das Ergebnis maßgeblich an.

Zeitgleich mit den Zahlen kam ein Wechsel an der Spitze. Geschäftsführer und CEO Makarand Padalkar räumte am Donnerstag seinen Posten. Sein Nachfolger, der bisherige Finanzchef Avadhut Ketkar, übernimmt die Rolle am Freitag.

Charttechnik zeigt überverkauftes Niveau

Trotz der operativen Fortschritte bleibt der Kurs unter Druck. Oracle notiert nur wenige Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 105,10 Euro, das die Aktie erst vor einer Woche markiert hat.

Der 14-Tage-RSI liegt bei 32,4 und deutet auf eine überverkaufte Situation hin. Anleger wägen derzeit zwei Dinge gegeneinander ab: die langfristige Umsatzsicherheit durch wachsende Vertragsbestände auf der einen Seite, den enormen Kapitalbedarf für den globalen KI-Ausbau auf der anderen.

Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die operativen Erfolge bei OpenAI-Partnerschaft, Sicherheitsupdate und Tochterergebnis ausreichen, um das technische Bild zu drehen. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 149,42 Euro bleibt mit rund 26 Prozent beträchtlich.

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