Oracle Aktie: 9,6-Prozent-Sprung auf 248 Dollar
Neue Milliarden-Rechenzentren und starkes Cloud-Wachstum katapultieren Oracle-Aktie auf Jahreshoch. Larry Ellison profitiert.

- Kurssprung von fast zehn Prozent
- Riesige Rechenzentrumsprojekte in den USA
- Ellison steigt zum drittreichsten Menschen auf
- Quartalszahlen am 10. Juni als Test
Oracle hat dem Markt eine KI-Story geliefert, die nicht nur aus Versprechen besteht. Neue Rechenzentrumsprojekte in Nordamerika rücken die Cloud-Sparte ins Zentrum der Bewertung. Die Aktie sprang am Montag nahe an die Marke von 250 Dollar. Kein Wunder, dass der Markt genauer hinsieht.
Rechenzentren treiben die Neubewertung
Am Montag legte Oracle um rund 9,6 Prozent zu und schloss bei 248,15 Dollar. Im Tageshoch erreichte die Aktie 250,25 Dollar und damit den höchsten Stand des laufenden Jahres.
Das Handelsvolumen fiel aus dem Rahmen. Mehr als 41 Millionen Aktien wechselten den Besitzer, deutlich mehr als an einem normalen Handelstag.
Der Auslöser lag in der Infrastruktur. Beim offiziellen Spatenstich in Saline Township begutachteten OpenAI-Chef Sam Altman, Oracle-Manager und Gouverneurin Gretchen Whitmer den Fortschritt am Campus „The Saline Barn“. Der Campus soll 16 Milliarden Dollar kosten und gehört zu einem größeren Komplex von 56 Milliarden Dollar.
Die benötigte Rechentechnik könnte weitere 30 bis 40 Milliarden Dollar verschlingen. Das zeigt, wie kapitalintensiv der Aufbau großer KI-Kapazitäten wird.
Parallel dazu wirbt Oracle in New Mexico zweisprachig für „Project Jupiter“. Der geplante Campus in Doña Ana County zielt ebenfalls auf große KI-Lasten. Oracle will seine Cloud-Infrastruktur damit als Plattform für generative Modelle und rechenintensives Training positionieren.
Ellison profitiert direkt
Der Kurssprung traf auf eine besondere Aktionärsstruktur. Mitgründer Larry Ellison kontrolliert rund 40 Prozent der ausstehenden Aktien. Nach der Bewegung zu Wochenbeginn stieg sein Vermögen auf etwa 302 Milliarden Dollar.
Damit rückte Ellison auf Rang drei der reichsten Menschen weltweit. Er überholte dabei unter anderem Jeff Bezos. Die Bewertung zeigt damit einen Stimmungswechsel: Oracle gilt nicht mehr nur als Datenbank- und Unternehmenssoftware-Konzern. Der Konzern wird zunehmend als Infrastrukturpartner der KI-Welle gehandelt.
Diese Neubewertung kommt nicht aus dem Nichts. Im jüngsten Geschäftszeitraum wuchs der organische Umsatz um mehr als 20 Prozent. Für einen etablierten Softwarekonzern ist das ein starkes Signal, gerade wenn die Cloud-Sparte den Takt vorgibt.
Optionen und Zahlen rücken in den Blick
Auch am Optionsmarkt zog die Bewegung Kreise. Am Montag wurden 617.000 Oracle-Optionen gehandelt, mehr als doppelt so viel wie üblich. Calls dominierten klar; das Put/Call-Verhältnis lag bei 0,29.
Technisch gelang der Aktie der Ausbruch über die 200-Tage-Linie. Solche Marken ziehen oft Käufer an, die auf Trendfolge setzen. Die Marktkapitalisierung liegt nun bei rund 710 Milliarden Dollar.
Der nächste Prüfstein steht bereits fest. Oracle veröffentlicht die Zahlen für das vierte Geschäftsquartal am 10. Juni nach US-Börsenschluss. Die Telefonkonferenz beginnt um 16:00 Uhr Central Time.
Der Konsens rechnet mit einem Gewinn je Aktie von 1,95 Dollar. Beim Umsatz erwarten Marktteilnehmer rund 19,09 Milliarden Dollar. Besonders wichtig bleibt der Auftragsbestand, der bei 553 Milliarden Dollar liegt.
Der Termin am 10. Juni wird damit zum Realitätscheck für die neue Bewertung. Bestätigen Umsatz, Gewinn und Cloud-Margen die KI-Erzählung, hätte der Ausbruch über die 200-Tage-Linie auch fundamentale Rückendeckung.
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