Oracle Aktie: Bewährungsprobe

Oracle steht vor der Veröffentlichung der Q3-Zahlen. Analysten senken Kursziele aufgrund von Finanzierungszweifeln am milliardenschweren Cloud-Ausbau, trotz starken Wachstums im KI-Geschäft.

Die Kernpunkte:
  • Quartalszahlen und Ausblick am 10. März
  • Analysten senken Kursziele vor Veröffentlichung
  • Starke Cloud-Umsätze treffen auf hohe Schulden
  • Aktie notiert deutlich unter 200-Tage-Durchschnitt

Oracle steht vor einer Woche, in der sich vieles zuspitzt: Am Dienstag kommen die Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026. Wachstum in der Cloud ist da – doch der Ausbau der Infrastruktur kostet viel Geld und frisst Vertrauen. Genau deshalb schauen Anleger diesmal besonders genau hin.

Zahlen am Dienstag – und viel hängt am Ausblick

Oracle will die Q3-Zahlen am Dienstag, den 10. März, nach US-Börsenschluss veröffentlichen. Im Anschluss folgt eine Telefonkonferenz inklusive Webcast.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Oracle?

Der Markt erwartet laut Konsens 1,71 US-Dollar Gewinn je Aktie (plus 16,3% zum Vorjahr) und rund 16,9 Mrd. US-Dollar Umsatz (etwa plus 20%). Entscheidend wird aber weniger sein, ob Oracle diese Marken trifft, sondern wie belastbar der Pfad für den Cloud-Ausbau wirkt – und ob das Management bei Kapazitäten, Inbetriebnahmen bei Kunden und der Umwandlung großer Auftragsbestände konkrete Fortschritte signalisiert.

Sinkende Kursziele – der Streitpunkt heißt Finanzierung

Auffällig: Mehrere Analysten haben ihre Kursziele kurz vor den Zahlen gesenkt, bleiben in der Bewertung aber teils unterschiedlich.

RBC Capital bekräftigte „Hold“, senkte das Kursziel jedoch deutlich auf 160 US-Dollar (von 195). Begründung: Zweifel, ob Oracle seine Stargate-Verpflichtungen ausreichend finanzieren kann. RBC verweist dabei auf die Situation nach Q2 FY26: über 100 Mrd. US-Dollar Schulden, ein negativer Free Cashflow von rund 10 Mrd. US-Dollar sowie Capex von etwa 12 Mrd. US-Dollar. Zusätzlich belastet, dass Blue Owl als größter Finanzierungspartner im Stargate-Umfeld laut Analyst spät 2025 die Finanzierung eines 1-GW-Stargate-Campus in Michigan abgelehnt habe – unter anderem wegen weniger attraktiver Leasing-Konditionen und Sorgen über steigende Verschuldung.

Evercore ISI blieb zwar bei „Outperform“, reduzierte das Kursziel aber ebenfalls – auf 220 US-Dollar (von 275). Citigroup hielt an „Buy“ fest, senkte jedoch auf 310 US-Dollar (von 370). Unterm Strich: Die Mehrheit bleibt positiv, doch die Latte für das Management steigt – vor allem beim Thema Kapitalbedarf und Umsetzung.

Cloud-Momentum trifft teure Realität

Der Hintergrund ist ein gemischtes Bild aus dem letzten Quartal: In Q2 (Dezember 2025) stiegen die Cloud-Umsätze um 34% auf 8,0 Mrd. US-Dollar. Besonders dynamisch war die Cloud-Infrastruktur: plus 66%, getrieben durch stark wachsende GPU-Erlöse. Gleichzeitig verfehlte der Gesamtumsatz die Markterwartung leicht – mit entsprechend empfindlicher Kursreaktion.

Für Q3 stellte das Management damals Cloud-Wachstum von 37–41% (währungsbereinigt) in Aussicht, beim Gesamtumsatz plus 16–18% sowie 12–14% EPS-Wachstum (non-GAAP). Ob Oracle diese Spanne bestätigt und wie konkret der Kapazitätsaufbau dafür beschrieben wird, dürfte diesmal zentral sein. Denn der Markt will Belege sehen, dass die physische Infrastruktur rechtzeitig steht – Oracle selbst hatte in der Q2-Telefonkonferenz Ziele für das IaaS-Geschäft genannt: 18 Mrd. US-Dollar in FY26 und 32 Mrd. US-Dollar in FY27.

Stargate und Red Bull: Vision, Risiko – und Praxisbeispiele

Im Mittelpunkt der Debatte steht außerdem „Stargate“: eine 300-Mrd.-US-Dollar-Partnerschaft mit OpenAI, die riesige Chancen signalisiert, aber auch hohe Ausführungsrisiken mit sich bringt. RBC bleibt skeptisch und verweist unter anderem auf Umsetzungsrisiken sowie auf die wachsende Bedeutung von Verpflichtungen außerhalb der Bilanz. Dem steht der Plan gegenüber, für 2026 45 bis 50 Mrd. US-Dollar Kapital einzuwerben – was die Dimension der Ambitionen unterstreicht.

Gleichzeitig liefert Oracle ein greifbares Praxisbeispiel für KI im Einsatz: Die Partnerschaft mit Oracle Red Bull Racing wurde mehrjährig verlängert und ausgeweitet. Unter anderem soll ein KI-gestützter Strategie-Agent direkt an der Rennstrecke in dieser Saison starten; zudem wird die Entwicklung des Red Bull Ford Powertrains-Antriebsstrangs auf Oracle Cloud Infrastructure gestützt und Oracle Fusion Cloud Applications werden für Finanz, HR und Marketing genutzt.

Bei der Aktie spiegeln sich diese gegensätzlichen Kräfte bereits wider: Seit Jahresanfang liegt sie 21,15% im Minus und notiert damit klar unter dem 200-Tage-Durchschnitt.

Am 10. März dürfte daher vor allem eines zählen: Liefert Oracle im Call belastbare Aussagen zu Kapazitätsausbau, Kunden-Go-Lives und Finanzierung – oder bleiben bei Stargate und dem Cloud-Infrastrukturtempo zu viele offene Baustellen?

Oracle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Oracle-Analyse vom 7. März liefert die Antwort:

Die neusten Oracle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Oracle-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 7. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Oracle: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Oracle