Oracle Aktie: Ein echter Markterfolg!

Oracle verliert kurzzeitig durch Stornierung bei Super Micro, erhält aber positives Wedbush-Rating und meldet Rekordauftragsbestand von 553 Milliarden Dollar.

Die Kernpunkte:
  • Stornierung von Super-Micro-Auftrag
  • Wedbush startet mit Outperform-Rating
  • Rekordhohe Leistungsverpflichtungen von 553 Mrd. Dollar
  • Cloud-Umsatz steigt um 44 Prozent

Eine Bestellung storniert, ein neuer Analyst überzeugt — und der Kurs schließt die Woche trotzdem im Plus. Bei Oracle war die vergangene Handelswoche alles andere als langweilig.

Der Super-Micro-Schock und seine Relativierung

Der dramatischste Moment kam am Donnerstag. Oracle soll eine Bestellung von 300 bis 400 Nvidia-GB300-NVL72-Racks beim Server-Hersteller Super Micro Computer storniert haben — ein Auftrag, den Marktkreise auf rund 1,1 bis 1,4 Milliarden Dollar schätzten. Die Aktie verlor daraufhin rund 6 Prozent. Bluefin Research schätzte, dass Super Micro bereits 100 bis 200 Racks ausgeliefert hatte, bevor die Stornierung erfolgte.

Der Hintergrund: Branchenquellen zufolge steht die Entscheidung im Zusammenhang mit der Anklage gegen den Super-Micro-Mitgründer wegen des Schmuggels von KI-Chips nach China. Den Rack-Auftrag soll inzwischen der taiwanesische Hersteller Wiwynn übernommen haben.

Analysten rahmten den Vorfall schnell um. Die Stornierung sei kein Zeichen nachlassender Nachfrage, sondern ein Lieferantenwechsel innerhalb eines weiter wachsenden Infrastrukturprogramms. Oracle selbst hatte im jüngsten Quartalsbericht erklärt, die Nachfrage übersteige das Angebot in Teilen des Cloud-Geschäfts — das Gegenteil einer Investitionsbremse.

Wedbush setzt Kursziel bei 225 Dollar

Einen Tag nach dem Kursrutsch drehte die Stimmung. Wedbush nahm Oracle mit einem Outperform-Rating und einem Kursziel von 225 Dollar in die Coverage auf. Die Analysten betonten Oracles strategische Partnerschaften mit OpenAI und Nvidia und argumentierten, der Markt unterschätze den laufenden Investitionszyklus. Die Aktie legte im vorbörslichen Handel daraufhin rund 1 Prozent zu.

Oracles Partnerschaften wurden in der Woche breiter. Mit Google Cloud führte das Unternehmen einen KI-Datenbankagenten für Gemini Enterprise ein, der natürlichsprachlichen Zugriff auf Oracle-Daten ermöglicht — ein weiterer Baustein der Multicloud-Strategie, die Oracle neben der bereits angekündigten AWS-Anbindung verfolgt.

Rekordauftragsbestand trifft auf Schuldenberg

Die fundamentale Lage ist stark, aber nicht widerspruchsfrei. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 wuchsen organischer Gesamtumsatz und Non-GAAP-Ergebnis je Aktie erstmals seit mehr als 15 Jahren gleichzeitig um mehr als 20 Prozent. Der Cloud-Umsatz stieg um 44 Prozent, das IaaS-Segment sogar um 84 Prozent.

Das stärkste Argument der Bullen: Verbleibende Leistungsverpflichtungen von 553 Milliarden Dollar — ein Plus von 325 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Darunter Großverträge mit OpenAI, Meta und xAI. Oracle betont, dass ein Großteil der Investitionen durch Kundenvorauszahlungen oder direkt von Kunden bereitgestellte Hardware finanziert wird.

Auf der Schuldenseite ist das Bild weniger komfortabel. Die langfristigen Verbindlichkeiten sind zuletzt deutlich gestiegen, der freie Cashflow auf rollierender Basis tief negativ — Folge massiver Kapitalausgaben.

Analysten uneins über den fairen Wert

Die 34 bis 39 Oracle-Analysten halten mehrheitlich an einer Kaufempfehlung fest, mit einem durchschnittlichen Kursziel von 264 Dollar. Die Spanne ist bemerkenswert weit: von 155 bis 400 Dollar. Mizuho senkte sein Ziel auf 320 Dollar, bekräftigte aber das Outperform-Rating. Guggenheim hält an 400 Dollar fest.

Die Aktie schloss zuletzt bei 147,22 Euro — rund 48 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch, aber gut 27 Prozent über dem Februartief. Das Management hat die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 auf 90 Milliarden Dollar angehoben und stellt für Oracle Cloud Infrastructure über fünf Jahre einen Umsatz von 144 Milliarden Dollar in Aussicht — mit dem Hinweis, dass der Großteil davon bereits im gemeldeten Auftragsbestand enthalten sei. Wie effizient Oracle dieses Kapital in tatsächliche Erlöse umwandelt, dürfte die Kursentwicklung in der zweiten Jahreshälfte maßgeblich prägen.

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