Oracle Aktie: Fäden reißen?

Oracle meldet starkes Umsatzwachstum im KI-Geschäft, finanziert den Infrastrukturausbau jedoch massiv über neue Schulden, was Investoren verunsichert.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz und Auftragsbestand erreichen Rekordniveau
  • Massive Schuldenaufnahme für KI-Rechenzentren
  • Hohe Abhängigkeit von Großkunde OpenAI
  • Analysten halten trotzdem an Kaufempfehlungen fest

Rekordwachstum, Rekordschulden — und ein Kurs, der seit dem Herbst 2025 mehr als die Hälfte seines Wertes verloren hat. Oracle liefert operativ starke Zahlen, doch die Kosten des KI-Infrastrukturausbaus belasten die Bilanz in einem Ausmaß, das Investoren zunehmend beunruhigt.

Starke Quartalszahlen, schwieriger Kontext

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 übertraf Oracle die Erwartungen deutlich. Der Umsatz stieg auf 17,2 Milliarden Dollar — über dem Konsensschätzung von 16,9 Milliarden. Besonders das Infrastructure-as-a-Service-Geschäft legte um 84 Prozent im Jahresvergleich auf 4,9 Milliarden Dollar zu. Die KI-Infrastrukturerlöse wuchsen sogar um 243 Prozent. Die operative Marge lag bei 42,9 Prozent, leicht über den Erwartungen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Oracle?

Gleichzeitig hob Oracle das Umsatzziel für das Geschäftsjahr 2027 auf 90 Milliarden Dollar an — über dem Konsens von 88 Milliarden.

553 Milliarden Auftragsbestand — mit einem Haken

Der verbleibende Auftragsbestand wuchs auf 553 Milliarden Dollar, großteils getrieben durch Rechenzentrumsverträge für KI-Infrastruktur. Allerdings entfallen davon rund 300 Milliarden auf OpenAI — ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von lediglich 25 Milliarden Dollar und wachsenden Verlusten. Diese Konzentration auf einen einzigen Vertragspartner ist ein Risikofaktor, den Analysten nicht ignorieren.

Schulden als Preis des Wachstums

Der Infrastrukturausbau kostet. Oracle investiert annualisiert 48,3 Milliarden Dollar in Kapitalausgaben — bei einem operativen Cashflow von nur 17,4 Milliarden Dollar in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres. Um die Lücke zu schließen, emittierte das Unternehmen in diesem Zeitraum neue Anleihen im Wert von 43 Milliarden Dollar. Die langfristigen Schulden belaufen sich damit auf 124,7 Milliarden Dollar. Hinzu kommen außerbilanzielle Leasingverpflichtungen von 261 Milliarden Dollar, überwiegend für Rechenzentren.

Anfang 2026 kündigte Oracle an, bis zu 50 Milliarden Dollar an Fremd- und Eigenkapital aufzunehmen. Innerhalb weniger Tage wurden 30 Milliarden davon platziert — mit einem deutlich überzeichneten Orderbuch. Weitere Finanzierungspakete für Rechenzentren in Texas, Wisconsin und New Mexico summieren sich auf zusätzliche 56 Milliarden Dollar.

Analysten bleiben optimistisch

Von den 34 Analysten, die Oracle beobachten, empfehlen die meisten die Aktie zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 264,47 Dollar. Guggenheim bestätigte Mitte März sein Kursziel von 400 Dollar. Mizuho senkte das Ziel von 400 auf 320 Dollar — begründet mit einer allgemeinen Bewertungskorrektur im Sektor — bekräftigte aber das Outperform-Rating. Mizuho sieht im neuen Umsatzziel ein Signal dafür, dass Oracle in der Lage ist, den wachsenden Auftragsbestand in tatsächliche Erlöse umzuwandeln.

Heute, am Stichtag für die Quartalsdividende von 0,50 Dollar je Aktie, notiert die Aktie rund 34 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts. Das beschreibt die Lage treffend: operativ stark, bilanziell unter Druck — und vorerst ohne klaren Kurstreiber, der die Schere zwischen Wachstumsstory und Schuldenlast schließt.

Oracle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Oracle-Analyse vom 9. April liefert die Antwort:

Die neusten Oracle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Oracle-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Oracle: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Oracle