Oracle Aktie: Geteilte Signale

Oracle übernimmt am 22. Januar die US-TikTok-Daten, während Analysten uneins sind und ein Death Cross im Chart Druck erzeugt. Der massive KI-Auftragsbestand steht hohen Schulden gegenüber.

Die Kernpunkte:
  • TikTok-Übernahme am 22. Januar fixiert
  • Analysten mit extrem gegensätzlichen Kurszielen
  • Chart zeigt Death-Cross-Signal
  • Rekord-Backlog von 523 Milliarden Dollar

Oracle steht vor einem wichtigen strategischen Schritt – und gleichzeitig unter technischem Druck an der Börse. Mit dem fest terminierten Einstieg in das US-Geschäft von TikTok stärkt der Konzern seine Rolle im Cloud- und KI-Ökosystem. An der Wall Street prallen jedoch optimistische Langfristfantasie und kurzfristige Skepsis spürbar aufeinander.

TikTok-Deal als strategischer Hebel

Zentraler Treiber der aktuellen Diskussion ist der bestätigte Zeitplan für die Übernahme der US-Aktivitäten von TikTok. Die Eigentumsübertragung soll am 22. Januar 2026 vollzogen werden. Dafür wird eine neue Gesellschaft mit dem Namen „TikTok USDS Joint Venture LLC“ gegründet.

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  • Oracle sowie die Investmentpartner Silver Lake und MGX sollen zusammen rund 45 % halten
  • Der Anteil von Oracle selbst liegt bei etwa 15 %
  • Oracle übernimmt das Hosting der US-Nutzerdaten und der zugrunde liegenden Algorithmen

Damit gewinnt Oracle einen prominenten, politisch sensiblen Cloud-Großkunden und untermauert seinen Anspruch als Anbieter für „souveräne“ Infrastruktur. Für die Cloud-Sparte ist das mehr als ein PR-Erfolg: Es geht um volumenstarke, langfristige Workloads mit hoher Sichtbarkeit.

Analysten uneins, Geldströme in Bewegung

Während der TikTok-Deal strategisch stützt, zeigt sich das Lager der Analysten auffallend gespalten.

Jefferies bleibt klar auf der positiven Seite. Die Bank bekräftigte am 7. Januar ihr „Buy“-Votum und nannte ein Kursziel von 400 US‑Dollar. Begründung: Ein Cloud-Backlog von 523 Milliarden US‑Dollar, stark getrieben von KI-Nachfrage und Großverträgen etwa mit OpenAI. Aus dieser Perspektive eröffnet der bestehende Auftragsbestand erhebliches Potenzial bis weit ins Geschäftsjahr 2027 hinein.

Dem gegenüber steht RBC Capital mit deutlich vorsichtigerer Tonlage. Das Kursziel wurde von 250 auf 195 US‑Dollar gesenkt. Im Fokus stehen Risiken eines möglichen „AI-Hangovers“ – also die Gefahr, dass die hohe Erwartung an KI-Erträge den massiven Vorabinvestitionen in Rechenzentren und GPUs zeitlich hinterherläuft. Auch die hohen Infrastrukturkosten werden als Belastungsfaktor hervorgehoben.

Auf der Investorenseite hat zudem Capital Advantage Inc. im dritten Quartal rund 82,6 % seiner Oracle-Position abgebaut. Das ist kein allgemeingültiges Urteil über die Aktie, zeigt aber, dass einzelne professionelle Anleger Engagement deutlich zurückfahren.

Technische Schwäche trotz praller Pipeline

Charttechnisch hat sich die Lage zuletzt eingetrübt. Am 7. Januar wurde ein klassisches „Death Cross“-Signal ausgelöst: Der 50-Tage-Durchschnitt fiel unter den 200-Tage-Durchschnitt. Viele Trader werten dieses Muster als Hinweis auf möglichen weiteren Abwärtsdruck zumindest im kurzfristigen Zeitfenster.

Gleichzeitig ist der Blick auf die Fundamentaldaten alles andere als eindeutig negativ. Der gemeldete Auftragsbestand (Remaining Performance Obligation, RPO) von 523 Milliarden US‑Dollar basiert maßgeblich auf einem großen Rahmenvertrag über rund 300 Milliarden US‑Dollar mit OpenAI. Diese Pipeline verschafft Oracle eine außergewöhnlich hohe Umsatzsichtbarkeit über mehrere Jahre – vorausgesetzt, die Projekte werden planmäßig umgesetzt und in Erlöse überführt.

Auf der anderen Seite steht ein Bruttoschuldenstand von 108,1 Milliarden US‑Dollar (Stand November 2025). Der Konzern muss also parallel zwei Aufgaben meistern: das gewaltige KI- und Cloud-Backlog in Cashflow zu verwandeln und die Bilanz stabil zu halten.

Aus technischer Sicht ist der Kurs aktuell nur minimal vom 200‑Tage-Durchschnitt entfernt; der Schlusskurs von gestern lag bei 192,84 US‑Dollar. Das unterstreicht, wie eng Fundamentaldaten und charttechnische Signalmarken derzeit beieinanderliegen.

Ausblick: Zwei Termine im Fokus

Kurzfristig richtet sich der Blick auf Freitag, den 9. Januar 2026. Dann handelt die Aktie ex Dividende, der Kurs wird sich üblicherweise um den Dividendenbetrag nach unten anpassen. Für Intraday-Bewegungen ist das zwar ein technischer, aber erfahrungsgemäß relevanter Faktor.

Der entscheidende Meilenstein bleibt jedoch der 22. Januar 2026 mit dem formalen Abschluss des TikTok-US-Deals. Gelingt die Integration und der stabile Betrieb der sensiblen TikTok-Infrastruktur auf Oracle Cloud Infrastructure, stärkt das die Argumentation der optimistischen Analysten deutlich. Gleichzeitig werden Marktteilnehmer genau beobachten, ob der Kurs mittelfristig wieder oberhalb der 200‑Tage-Linie Fuß fassen kann und damit das aktuelle „Death Cross“-Signal entkräftet. Für den Moment prallen damit ein rekordhoher KI-Auftragsbestand und ein skeptisches Chartbild direkt aufeinander.

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