Oracle Aktie: KI-Kostenstreit
Oracle sieht sich mit einer Sammelklage zu KI-Risiken konfrontiert, während Analysten die Aktie hochstufen. Der Konzern steht zwischen finanziellen Bedenken und Wachstumshoffnungen.

- Investoren klagen wegen mangelnder KI-Transparenz
- Oppenheimer stuft Aktie auf 'Outperform' hoch
- Aggressive Investitionen in Cloud-KI-Kapazitäten
- Hoher Auftragsbestand bei Umsatzumwandlungsdruck
Oracle gerät wegen seiner KI-Strategie gleich von zwei Seiten in die Schlagzeilen: Investoren ziehen vor Gericht und werfen dem Konzern mangelnde Transparenz vor. Gleichzeitig stufen Analysten die Aktie hoch. Wie passt das zusammen – und worauf schauen Anleger jetzt wirklich?
Klage: Vorwurf fehlender Transparenz
Diese Woche wurden Hinweise zu einer Sammelklage von Investoren veröffentlicht. Der Kernvorwurf: Oracle soll bei Aussagen zur eigenen KI-Infrastrukturstrategie wichtige Risiken nicht ausreichend offengelegt haben.
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Laut Klageschrift dreht sich vieles um die Frage, ob der Ausbau der KI- und Cloud-Infrastruktur zwar hohe Investitionen nach sich zieht, aber kurzfristig nicht im gleichen Maß Umsatzwachstum liefert. Das Verfahren stellt damit vor allem die finanzielle Nebenwirkung in den Mittelpunkt: steigende Ausgaben könnten Risiken für Verschuldung, Kreditrating und freien Cashflow erhöhen – und genau das sei Aktionären nicht klar genug kommuniziert worden.
Wall Street hält dagegen
Am Mittwoch kam jedoch ein gegensätzliches Signal: Oppenheimer hob die Aktie von „perform“ auf „outperform“ an. Die Begründung: Nach dem deutlichen Kursrückgang seien die Erwartungen inzwischen realistischer eingepreist, das Chance-Risiko-Verhältnis wirke dadurch ausgewogener.
Die Analysten verweisen zudem auf die Ertragsperspektive und sehen Oracle beim Gewinn je Aktie (EPS) in der Spitzengruppe unter den Large Caps. Gleichzeitig dämpfen sie die Euphorie: Eine nachhaltige Stimmungswende dürfte erst kommen, wenn Oracle über mehrere Quartale hinweg liefert und die Strategie verlässlich in Ergebnisse übersetzt.
Teure Expansion – mit großem Hebel
Hinter beiden Entwicklungen steckt derselbe Punkt: Oracle investiert aggressiv, um Cloud-Kapazitäten für KI-Workloads auszubauen. Dafür hatte das Unternehmen angekündigt, im Kalenderjahr 2026 brutto 45 bis 50 Mrd. US-Dollar einwerben zu wollen. Der Plan hängt auch an großen Partnerschaften – ausdrücklich genannt wird eine bedeutende Verpflichtung von OpenAI.
Operativ liefert Oracle Argumente für Optimisten: Im jüngsten Quartalsbericht (Q2 des Geschäftsjahres 2026) meldete der Konzern Remaining Performance Obligations (RPO) von 523 Mrd. US-Dollar – ein Maß für den Auftragsbestand. Genau hier liegt aber auch der Knackpunkt, der die Skepsis nährt: Wie schnell lässt sich dieser Auftragsberg in Umsatz umwandeln, und wie stark belastet der hohe Mittelabfluss bis dahin die Bilanz? Im selben Quartal lagen die Gesamterlöse bei 16,1 Mrd. US-Dollar, davon 8,0 Mrd. US-Dollar aus Cloud-Umsätzen (IaaS plus SaaS).
Auch am Kursbild lässt sich der Druck ablesen: Die Aktie schloss am Mittwoch bei 125,26 € und liegt damit seit Jahresanfang rund 25% im Minus.
Im Ergebnis steht Oracle damit zwischen zwei Erzählungen: Die eine betont die finanziellen Risiken des Tempos beim KI-Ausbau, die andere sieht im Kursrückgang bereits eine Bereinigung der Erwartungen – und setzt darauf, dass Oracle den Auftragsbestand Schritt für Schritt in belastbares Wachstum übersetzt.
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