Oracle Aktie: Kreditmarkt schlägt Alarm
Oracle-CDS steigen auf 288 Basispunkte, während die Aktie nachgibt und Zweifel an der Finanzierung der KI-Investitionen wachsen.

- Oracle-CDS klettern auf 288 Basispunkte
- Aktie verliert am Mittwoch 8,8 Prozent
- KI-Ausbau stützt sich stark auf Fremdkapital
- CoreWeave gibt sämtliche Jahresgewinne ab
Der Preis für die Absicherung gegen einen Oracle-Zahlungsausfall hat einen Rekord erreicht. Während Aktionäre auf die Kursverluste schauen, meldet sich nun auch der Anleihemarkt mit Sorgen zu Wort. Der Auslöser: wachsende Zweifel, ob die gewaltigen KI-Investitionen schnell genug Gewinne abwerfen.
Rekord bei den Kreditausfallversicherungen
Die Fünf-Jahres-Spreads für Credit Default Swaps auf Oracle weiteten sich über Nacht um 26 Basispunkte aus und markierten mit 288 Basispunkten einen Höchststand. Anders gerechnet kostet es 2,88 Dollar, Anleihen im Wert von 100 Dollar abzusichern.
Auch bei anderen Namen aus dem KI-Umfeld steigen die Preise. SoftBank liegt bei 424 Basispunkten, beim Rechenzentrumsbetreiber CoreWeave sprengen die Spreads die Marke von 1.000. Amazon, Alphabet, Meta und Nvidia erreichten ebenfalls Rekordwerte, allerdings auf deutlich niedrigerem Niveau als Oracle.
Der Hintergrund ist die Verschuldung. Oracle gilt als großer Kreditnehmer, und der Ausbau der KI-Infrastruktur hängt zu einem erheblichen Teil an Fremdkapital. Steigende Zinsen verschärfen die Lage zusätzlich, weil die Rückzahlung von künftigen Erlösen abhängt.
Aktie unter Druck
Am Mittwoch gab die Aktie gut 8,8 Prozent nach und schloss bei 130,55 Dollar. Nachbörslich ging es weiter leicht abwärts. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus auf rund ein Drittel.
Technisch hat sich das Bild eingetrübt. Zunächst fiel die 50-Tage-Linie, nun auch das September-Tief. Die Abwärtsbewegung lief mit erhöhtem Handelsvolumen, ein Hinweis auf breiten Verkaufsdruck.
Dieser kam nicht nur von Oracle selbst. Dell verlor 11 Prozent, nachdem Barclays Dell, HPE und NetApp auf das Äquivalent von „Hold“ abgestuft hatte. Die Analysten sehen bislang keinen echten KI-Schub im Unternehmensgeschäft. Die starken Umsätze erklärten sie eher mit gestiegenen Speicherpreisen. Hinzu kamen schwache Umsatzzahlen bei OpenAI, die die Stimmung gegenüber der gesamten KI-Infrastruktur belasteten.
Kein Wunder, dass der Sektor nervös reagiert. CoreWeave brach um 15 Prozent ein und hat damit alle Jahresgewinne abgegeben, nachbörslich folgten weitere 6 Prozent Abschlag.
Was die Marktbewegung bedeutet
Oracle steckt in einem Spannungsfeld. Der Konzern profitiert vom KI-Boom, trägt aber gleichzeitig die Finanzierungslast des Ausbaus. Solange Rechenzentrumsprojekte vor allem auf künftige Einnahmen setzen, reagieren Kreditmärkte empfindlich auf jede Enttäuschung.
Als nächste Messlatte dient der Spread: Weitet er sich über die 288 Basispunkte hinaus aus, dürfte der Druck auf die Aktie anhalten. Charttechnisch rückt nach dem Bruch des September-Tiefs die Marke von 130 Dollar in den Blick.
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