Oracle Aktie: Marktgewohnheiten erkennbar?

Die Oracle-Aktie wird von Analysten kontrovers bewertet. Während UBS das Kursziel senkt, aber bei 'Buy' bleibt, reichen die Einschätzungen von 195 bis 400 US-Dollar. Die KI-Expansion und das Umsatzwachstum ab 2026 sind entscheidend.

Die Kernpunkte:
  • UBS senkt Kursziel, behält aber 'Buy'-Rating
  • Breite Analystenmeinung von 195 bis 400 Dollar
  • Markt debattiert Risiken der KI-Expansion
  • Umsatzbeschleunigung ab 2026 als Schlüsselfaktor

Oracle steckt in einer anspruchsvollen Börsenphase. Nach einem steilen Anstieg im KI-Hype folgt nun Ernüchterung: Der Markt ringt mit der Frage, wie viel Risiko im „OpenAI-Komplex“ tatsächlich steckt – und wie tragfähig die Wachstumsstory von Oracles Cloud-Infrastruktur ist. Zugleich bleiben einige große Häuser klar optimistisch und verweisen auf ein mögliches Umsatztempo ab 2026. Dieses Spannungsfeld prägt aktuell den Kurs.

UBS wird vorsichtiger – KI-Expansionsrisiken im Fokus

Den jüngsten Impuls lieferte eine neue Einschätzung der UBS. Die Investmentbank hat ihr Kursziel für die Oracle-Aktie von 325 auf 280 US-Dollar gesenkt, behält aber das „Buy“-Votum bei. Begründung: wachsende Vorsicht rund um Oracles aggressive Expansion im Bereich Künstliche Intelligenz und die damit verbundene Nähe zum „OpenAI-Komplex“.

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Nach Ansicht der UBS hat der Vertrauensverlust vieler Anleger gegenüber KI-Titeln mit engem OpenAI-Bezug eine wesentliche Rolle für den Kursrückgang gespielt. Vom Hoch im September 2025 hat die Aktie laut der Einschätzung bereits deutlich korrigiert. Gleichzeitig betont UBS, dass ein Großteil dieser Risiken im Kurs eingepreist sein könnte und verweist auf eine „materielle Beschleunigung des Umsatzwachstums“ in der ersten Hälfte 2026.

Damit sendet die Bank ein gemischtes Signal: risikobewusster Blick auf die KI-Offensive, aber weiterhin klare Erwartung, dass sich diese Investitionen mittelfristig auszahlen.

Geteiltes Lager: Kursziele zwischen 195 und 400 Dollar

Das Bild wird komplexer, weil andere Institute teils deutlich abweichende Positionen vertreten. RBC Capital etwa hat sein Kursziel von 250 auf 195 US-Dollar reduziert und stuft die Aktie mit „Sector Perform“ ein – also eher neutral. Auch hier schlägt sich die größere Skepsis gegenüber KI-Ausgaben und Bewertung nieder.

Auf der anderen Seite stehen klar positive Stimmen:

  • Jefferies: „Buy“-Rating, Kursziel 400 US-Dollar
  • UBS: „Buy“-Rating, Kursziel 280 US-Dollar (gesenkt von 325)
  • RBC Capital: „Sector Perform“, Kursziel 195 US-Dollar (gesenkt von 250)
  • Citizens: „Market Outperform“, Kursziel 342 US-Dollar

Jefferies sieht in Oracle sogar einen „Top Pick“ und hält die Sorgen um KI-bedingte Verschuldung für übertrieben im Vergleich zum langfristigen Wachstumspotenzial der Cloud-Infrastruktur. Citizens mit „Market Outperform“ und 342 Dollar Kursziel schlägt in eine ähnliche Kerbe.

Unterm Strich entsteht so ein breites Meinungsspektrum: von verhaltener Neutralität bis zu sehr optimistischen Szenarien mit mehr als Verdopplungspotenzial gegenüber dem aktuellen Kursniveau.

„AI Hangover“: Bewertung unter Druck, Story intakt?

Am Markt wird die aktuelle Phase als eine Art „AI Hangover“ beschrieben. Nach der starken Euphorie um KI-Infrastruktur rücken nun Umsetzungsrisiken und hohe Investitionsvolumina in den Vordergrund. Shortseller nutzen laut Marktkommentaren verstärkt Titel mit hoher OpenAI-Exponierung – Oracle dient dabei teilweise als Stellvertreter für dieses Risiko-Szenario.

Im Zentrum steht die Frage, ob die massiven Ausgaben für Rechenzentren zeitnah genügend Ertrag bringen oder ob erst eine längere Konsolidierungsphase notwendig ist. Diese Skepsis zeigt sich auch im Chart: Die Aktie notiert aktuell bei rund 192 US-Dollar und damit deutlich unter ihrem Rekordniveau aus dem Herbst 2025; zugleich liegt sie aber noch klar über dem 52-Wochen-Tief.

Der RSI von 69,3 signalisiert, dass der Titel kurzfristig bereits recht stark gelaufen ist, obwohl er im 12-Monats-Vergleich noch deutlich im Plus liegt. Das passt zum Bild eines Marktes, der kurzfristige Rückschläge und längere Investitionszyklen in Einklang zu bringen versucht.

Rechenzentren wachsen weiter – Michigan als Beispiel

Operativ läuft der Ausbau von Oracles Infrastruktur hingegen ungebremst weiter. In Michigan haben die Regulierungsbehörden jüngst den Plan von DTE Energy genehmigt, ein großes 1,4-Gigawatt-Rechenzentrum in Saline Township mit Strom zu versorgen. Diese Anlage soll Oracle und OpenAI unterstützen und macht den physischen Ausbau der KI- und Cloud-Kapazitäten greifbar.

Für UBS ist diese Entwicklung Teil des beschleunigten „Ramp-ups“ der Abilene-Rechenzentrumskapazität – ein Baustein, der für künftige Umsatzrealisierungen wichtig ist. Die Diskrepanz ist damit klar: Während der Aktienkurs von Bewertungsdruck und Makro-Sorgen geprägt ist, gehen die Infrastrukturprojekte in die nächste Phase.

Daraus ergibt sich ein Marktbild, in dem die kurzfristige Stimmung stark von KI-Narrativen und Zinsumfeld bestimmt wird, während die fundamentale Basis in Form neuer Kapazitäten und langfristiger Verträge weiterwächst.

Ausblick auf 2026: Story entscheidet sich an den Umsätzen

Für den weiteren Verlauf der Oracle-Aktie wird entscheidend sein, ob sich das derzeit vorsichtige „OpenAI-Narrativ“ im Laufe von 2026 wieder aufhellt. Die zentrale Messlatte sind dabei die von UBS und anderen Häusern erwarteten Beschleunigungen beim Umsatzwachstum in der ersten Jahreshälfte.

Sollte Oracle dann zeigen, dass die massiven KI- und Rechenzentrumsinvestitionen tatsächlich in deutlich höhere Erlöse münden, würde das die heutigen Bewertungsabschläge und die Skepsis vieler Investoren in Frage stellen. Bleibt diese Beschleunigung dagegen aus, spricht vieles dafür, dass sich das Lager der vorsichtigeren Analysten durchsetzt und die Zurückhaltung rund um den „AI Hangover“ länger Bestand hat.

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