Oracle Aktie: Marktüberblick gefordert

Oracle meldet das stärkste Quartal seit 15 Jahren, sieht sich aber einer Sammelklage wegen angeblicher Täuschung über die Risiken seiner KI-Infrastrukturstrategie gegenüber.

Die Kernpunkte:
  • Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs zu KI-Investitionen
  • Stärkstes Quartalsergebnis seit über 15 Jahren
  • Schuldenlast steigt auf über 100 Milliarden Dollar
  • Cloud-Umsatz wächst um 84 Prozent

Oracles jüngstes Quartal war das stärkste seit mehr als 15 Jahren — und trotzdem häufen sich die Klagen. Mehrere Anwaltskanzleien treiben eine Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs voran, die genau jene KI-Infrastrukturstrategie ins Visier nimmt, die Oracle gerade als Wachstumsmotor feiert.

Was die Klage vorwirft

Die Klage Barrows v. Oracle Corporation wurde am 3. Februar 2026 beim US-Bezirksgericht in Delaware eingereicht. Sie richtet sich gegen Aussagen, die Oracle zwischen dem 12. Juni und dem 16. Dezember 2025 gemacht haben soll.

Der Kern des Vorwurfs: Oracle habe Investoren über die finanziellen Folgen seiner KI-Infrastrukturstrategie getäuscht. Konkret soll das Unternehmen verschwiegen haben, dass die massiv gestiegenen Investitionsausgaben kurzfristig keine entsprechenden Umsatzzuwächse erzeugen würden — und dass die Schuldenlast ernsthafte Risiken für das Kreditrating und den freien Cashflow mit sich bringt.

Zwei Ereignisse im Dezember 2025 lösten die stärksten Kursreaktionen aus. Am 10. Dezember meldete Oracle ein Umsatzwachstum unterhalb der Analystenerwartungen, während die Investitionsausgaben deutlich darüber lagen. Der negative freie Cashflow überstieg 10 Milliarden Dollar. Die Aktie verlor daraufhin knapp 11 Prozent auf einen Tag. Einen Tag später offenbarte Oracle zusätzliche Leasingverpflichtungen von 248 Milliarden Dollar, die bis dahin nicht in der Bilanz ausgewiesen waren. Als kurz darauf ein Finanzierungspartner aus einem großen Rechenzentrumsgeschäft ausstieg, fiel der Kurs um weitere 5,4 Prozent.

Rekordquartal als Gegenargument

Ausgerechnet jetzt liefert Oracle die stärksten Quartalszahlen seit anderthalb Jahrzehnten. Im dritten Fiskalquartal 2026 wuchs der Gesamtumsatz um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar. Der Cloud-Infrastrukturumsatz legte um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar zu. Das Management erhöhte die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 auf 90 Milliarden Dollar — deutlich über dem Analystenkonsens von 86,6 Milliarden Dollar.

Die ausstehenden Leistungsverpflichtungen (Remaining Performance Obligations) erreichten 553 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 325 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Kennzahl umfasst nicht kündbare Verträge und gilt als verlässlicher Indikator für künftige Umsätze.

JPMorgan stufte die Aktie nach den Zahlen auf „Overweight“ hoch und nannte ein Kursziel von 210 Dollar. Barclays erhöhte sein Kursziel auf 240 Dollar.

Schulden bleiben das zentrale Thema

Die Schuldenlast ist real und wächst. Oracle schloss das letzte vollständige Geschäftsjahr mit 92,6 Milliarden Dollar Gesamtschulden ab — in der ersten Hälfte des laufenden Jahres stieg dieser Wert auf 108,1 Milliarden Dollar, nach einer Anleiheemission von 18 Milliarden Dollar im September 2025. Moody’s bewertet Oracle mit Baa2, zwei Stufen über Ramschniveau und niedriger als Amazon, Alphabet, Meta oder Microsoft.

Im Februar kündigte Oracle an, bis zu 50 Milliarden Dollar über Fremd- und Eigenkapital aufzunehmen. Innerhalb weniger Tage wurden 30 Milliarden Dollar platziert — das Orderbuch war deutlich überzeichnet. Der freie Cashflow liegt auf Zwölfmonatsbasis bei minus 24,7 Milliarden Dollar, da KI-Infrastruktur erhebliche Vorabinvestitionen in Chips und Rechenzentren erfordert, bevor Umsätze fließen.

Investoren, die Oracle-Aktien während des Klagezeitraums erworben haben, können sich bis zum 6. April 2026 als Hauptkläger beim Gericht melden.

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