Oracle Aktie: New Mexico stoppt Jupiter-Pipeline

New Mexico lehnt Gaspipeline für Oracles KI-Rechenzentrum erneut ab. Die Aktie fällt weiter und notiert nahe ihrem Jahrestief.

Die Kernpunkte:
  • Zweite Ablehnung für Jupiter-Pipeline
  • Oracle betont Zeitplan und Jobs
  • Aktie nahe 52-Wochen-Tief
  • KI-Rechenzentren unter Druck

New Mexico blockiert zum zweiten Mal eine Gaspipeline für Oracles Rechenzentrum-Großprojekt Jupiter. Für den Softwarekonzern kommt die Entscheidung zur Unzeit. Die Aktie steckt seit Monaten in einer schweren Abwärtsspirale.

Zweite Ablehnung für die Jupiter-Pipeline

Die Landesbehörde von New Mexico hat Anträge für eine Gaspipeline über Staatsland erneut zurückgewiesen. Die Leitung sollte Energieanlagen am geplanten Oracle-Rechenzentrum versorgen. Betreiber der Pipeline ist Energy Transfer LP.

In einem Schreiben vom 14. Juli begründete die Landesbehörde ihre Entscheidung. Die Genehmigung der Wegerechte liege nicht im besten Interesse des Bundesstaates. Landeskommissarin Stephanie Garcia Richard hatte bereits im März 2026 zwei Wegerechte und einen Pachtvertrag für einen Abschnitt der geplanten 27 Kilometer langen Leitung abgelehnt. Energy Transfer beantragte eine Neubewertung — vergeblich.

Garcia Richard nennt zwei Hauptgründe: die Treibhausgas-Emissionen des Projekts und die Belastung der Wasserversorgung. Ihre Wortwahl ist deutlich. Riesige KI-Rechenzentren wie Jupiter könnten kritische Ressourcen wie Wasser rasch erschöpfen und durch massive Emissionen Ökosysteme gefährden, so die Kommissarin. Die Pipeline biete dem Staat und der lokalen Gemeinde kaum Nutzen.

Oracle hält an Zeitplan fest

Der Konzern reagiert öffentlich gelassen. Ein Oracle-Sprecher betont, das Projekt liege weiter im Zeitplan und bringe erhebliche wirtschaftliche Vorteile für New Mexico. Das Unternehmen verweist auf 4.000 Bauarbeitsplätze, von denen bereits mehr als 440 Einwohner aus New Mexico besetzt seien. Hinzu kämen 1.500 dauerhafte projektbezogene Stellen sowie eine Investition von 50 Millionen Dollar in die Wasserversorgung des Doña Ana County.

Die Entwickler haben ihren ursprünglichen Plan für zwei Gaskraftwerke bereits verworfen. Allerdings zeigen Unterlagen zum aktuellen Luftqualitäts-Antrag: Die geplanten Brennstoffzellen benötigen weiterhin ein robustes Gaspipeline-System. Die Umweltbehörde von New Mexico plant zudem eine öffentliche Anhörung zu diesem Antrag — einen Termin gibt es noch nicht.

Der Fall reiht sich in ein größeres Muster ein. New York verhängt diese Woche als erster US-Bundesstaat ein landesweites Moratorium für neue Rechenzentren, um Zeit für neue Regelungen zu gewinnen. Santa Fe County hat kürzlich ein ähnliches Moratorium auf Kreisebene beschlossen.

Aktie im Sinkflug

Die Pipeline-Nachricht trifft Oracle an einem heiklen Punkt. Die Aktie notiert bei 111,18 Euro und liegt damit nur noch 5,78 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 105,10 Euro, erreicht am 17. Juli. Seit Jahresbeginn hat das Papier 33,10 Prozent verloren, auf Zwölfmonatssicht sind es 46,65 Prozent.

Der Relative-Stärke-Index von 29,8 signalisiert eine überverkaufte Aktie nach wochenlangem Abgabedruck. Das Papier notiert weit unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten und rund 60 Prozent unter seinem Rekordhoch vom September 2025.

Rechenzentrums-Ausbau unter Beobachtung

Jupiter zählt zu mehreren gigantischen KI-Rechenzentrums-Projekten, mit denen Oracle im Wettlauf um Cloud- und KI-Aufträge mithalten will. Die verzögerte Pipeline-Genehmigung erschwert nun die Energieversorgung am Standort — just in einer Phase, in der Investoren die hohen Investitionsausgaben des Konzerns für seine KI-Cloud-Strategie ohnehin kritisch beäugen.

Oracle hält den Zeitplan für New Mexico bislang für intakt, trotz der zweiten Ablehnung in Folge bei der nötigen Energieinfrastruktur. Ob der Konzern einen alternativen Energieweg findet oder die Pipeline über weitere Rechtsmittel doch noch durchsetzt, dürfte für den weiteren Fortschritt des Rechenzentrums-Ausbaus entscheidend sein.

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