Oracle Aktie: Rekordquartal mit Schattenseiten
Oracle meldet stärkstes Quartalswachstum seit 15 Jahren, getrieben von der KI-Infrastruktur. Die hohe Verschuldung und Margendruck belasten jedoch die Aktienperformance.

- KI-Infrastrukturumsätze mehr als verdreifacht
- Auftragsbestand vervierfacht auf 553 Milliarden Dollar
- Unternehmen erhöht Schulden für KI-Ausbau massiv
- Aktie notiert deutlich unter Jahreshoch trotz Wachstum
Oracle hat im dritten Fiskalquartal 2026 die stärksten Wachstumszahlen seit 15 Jahren geliefert. Die KI-getriebene Cloud-Infrastruktur wächst schneller als erwartet, der Auftragsbestand hat sich vervielfacht — und dennoch bleibt die Aktie weit unter ihrem Jahreshoch. Das Bild ist eindrucksvoll, aber nicht ohne Widersprüche.
Zahlen, die überzeugen
Der Gesamtumsatz stieg im Quartal um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar. Das Cloud-Geschäft legte sogar um 44 Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar zu. Besonders auffällig: Das Infrastrukturgeschäft wuchs um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar — Analysten hatten mit 79 Prozent gerechnet. Die KI-Infrastrukturumsätze verdreifachten sich mehr als, mit einem Plus von 243 Prozent.
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Beim bereinigten Gewinn je Aktie erzielte Oracle 1,79 Dollar gegenüber den erwarteten 1,70 Dollar. Es war das erste Quartal seit über 15 Jahren, in dem sowohl der Gesamtumsatz als auch der bereinigte Gewinn je Aktie organisch um mehr als 20 Prozent wuchsen.
Auftragsbestand als Schlüsselsignal
Noch beeindruckender als die aktuellen Zahlen ist der Blick nach vorn. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen — ein Indikator für bereits kontrahierte künftige Umsätze — haben sich gegenüber dem Vorjahr mehr als vervierfacht und stehen nun bei 553 Milliarden Dollar. Der Großteil dieser neuen Verträge entfällt auf großvolumige KI-Projekte, bei denen Kunden entweder vorab zahlen oder eigene Hardware einbringen.
Für das Geschäftsjahr 2027 hob Oracle die Umsatzprognose auf 90 Milliarden Dollar an. Der Analystenkonsens hatte 86,6 Milliarden Dollar erwartet. Für das laufende vierte Quartal rechnet das Unternehmen mit einem Cloud-Umsatzwachstum zwischen 46 und 50 Prozent.
Die Kehrseite des Wachstums
Der aggressive Ausbau der KI-Infrastruktur kostet. Oracle hat die Gesamtverschuldung zuletzt auf rund 108 Milliarden Dollar ausgeweitet, nachdem im September 2025 Anleihen im Wert von 18 Milliarden Dollar begeben wurden. Im Februar kündigte das Unternehmen an, bis zu 50 Milliarden Dollar über Fremd- und Eigenkapital aufzunehmen — 30 Milliarden davon wurden innerhalb weniger Tage eingesammelt, mit einem deutlich überzeichneten Orderbuch.
Das Geschäftsmodell bringt dabei strukturelle Margennachteile mit sich: Das Vermieten von GPU-Kapazitäten wirft geringere Margen ab als das klassische Softwarelizenzgeschäft. Der freie Cashflow lag in den vergangenen zwölf Monaten bei minus 13,2 Milliarden Dollar. Moody’s bewertet Oracle mit Baa2 — zwei Stufen über Ramschniveau und niedriger als Amazon, Alphabet, Meta oder Microsoft.
Die Aktie reagierte am Mittwoch mit einem Kurssprung von zeitweise 15 Prozent, schloss aber mit einem Plus von rund 9 Prozent. Mit einem Kurs von aktuell 139,90 Euro notiert das Papier dennoch rund 50 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch — die Erholung der vergangenen Wochen hat die Verluste des Jahres bislang nur teilweise aufgeholt.
Oracle hat mit diesen Quartalszahlen gezeigt, dass die KI-Wette erste greifbare Erträge liefert. Ob das Wachstumstempo die Schuldenlast mittelfristig rechtfertigt, wird sich spätestens mit den Zahlen zum vierten Quartal Ende Juni zeigen.
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