Oracle Aktie: Tencent-Deal laut Bericht über 7 Milliarden Dollar
Nach Überschwemmungen blieb die kritische Infrastruktur unbeschädigt; Medienberichte nennen Tencent als möglichen Cloud-Großkunden.

- Project Jupiter ohne kritische Schäden
- Bauzeitplan bleibt laut Oracle intakt
- Tencent-Vertrag über sieben Milliarden unbestätigt
- Infrastruktursparte steigert Quartalsumsatz um 121 Prozent
Glimpflicher Ausgang bei einem der größten Infrastrukturprojekte und Rückenwind im Cloud-Geschäft: Der US-Technologiekonzern Oracle meldet Entwarnung für sein zentrales Rechenzentrumsvorhaben in New Mexico. Nachdem Überschwemmungen das Areal von Project Jupiter erreicht hatten, gab das Unternehmen gemeinsam mit Partner STACK bekannt, dass keine kritische Infrastruktur beschädigt worden sei. Der Bauzeitplan bleibe intakt.
Die Nachricht beruhigt die Lage nach turbulenten Tagen am Markt. Zuletzt hatten Berichte über eine Mitteilung wegen höherer Gewalt und drohende Bauverzögerungen für Verunsicherung gesorgt. An der Börse setzt das Papier zur Erholung an: Die Oracle-Aktie legt heute um 2,3 Prozent auf 123,98 Euro zu.
Großkunde Tencent sichert sich Rechenleistung
Zusätzlichen Auftrieb erhält der Konzern durch Medienberichte über einen milliardenschweren Großauftrag aus Asien. Laut der Financial Times hat der chinesische Technologiekonzern Tencent einen fünfjährigen Leasingvertrag mit Oracle abgeschlossen. Die Vereinbarung habe ein Volumen von rund 7 Milliarden US-Dollar und umfasse den Zugriff auf etwa 100.000 fortschrittliche KI-Chips.
Die Rechenleistung soll dem Bericht zufolge über Oracle-Rechenzentren in Südostasien bereitgestellt werden. Damit umgeht der chinesische Konzern bestehende US-Exportbeschränkungen, da die physischen Chips außerhalb Chinas verbleiben.
Rund 30 Prozent des Vertragswerts zahle Tencent laut dem Bericht im Voraus. Weder Oracle noch Tencent bestätigten die Transaktion bislang offiziell, und die Nachrichtenagentur Reuters konnte die Details zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Der Abschluss wäre dennoch ein wichtiges Signal. Er verbreitert die Kundenbasis für Oracles Infrastruktursparte, die im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 ihren Umsatz um 121 Prozent auf 7,4 Milliarden US-Dollar steigerte. Bislang hing das Cloud-Wachstum maßgeblich an wenigen westlichen Partnern wie OpenAI.
Mammutprojekte bleiben unter Beobachtung
Trotz der kurzfristigen Entlastung stehen die ambitionierten Ausbaupläne des Konzerns weiter im Fokus der Investoren. Project Jupiter ist auf eine Leistung von 2,45 Gigawatt ausgelegt und Teil einer weitreichenden KI-Initiative. Bei derartigen Dimensionen reagieren Anleger empfindlich auf Verzögerungen bei der Strom- und Netzanbindung, wie sie die Branche derzeit verstärkt belasten.
Analysten mahnen daher zur Besonnenheit. Morgan Stanley stuft die Aktie weiterhin mit „Equal Weight“ ein, sieht aber rechnerisch deutliches Erholungspotenzial. Nach den Verlusten der vergangenen Monate steht seit Jahresanfang noch immer ein Minus von 25 Prozent zu Buche. Die kommenden Quartale müssen nun zeigen, ob Oracle das enorme Investitionstempo ohne weitere operative Zwischenfälle aufrechterhalten kann.
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