Oracle Aktie: UBS senkt Kursziel auf 245 Dollar

Trotz Großaufträgen von Pentagon und Google senkt UBS das Oracle-Kursziel auf 245 Dollar. Grund sind hohe KI-Investitionen und Kreditmarktsorgen.

Die Kernpunkte:
  • UBS senkt Oracle-Kursziel auf 245 Dollar
  • Milliardenverträge mit Pentagon und Google
  • Cloud-Umsatz wächst um 93 Prozent
  • Investitionsausgaben steigen um 162 Prozent

Oracle sammelt derzeit einen Großauftrag nach dem anderen ein – und trotzdem wächst die Skepsis unter Analysten. Karl Keirstead von UBS senkte am Donnerstag sein Kursziel für die Aktie auf 245 US-Dollar von zuvor 285 US-Dollar, beließ die Einstufung aber bei „Buy“. Als Begründung nannte Keirstead die hohen Investitionsausgaben für den Ausbau der KI-Infrastruktur sowie die angespannte Lage am Kreditmarkt. Der Analyst verwies zudem auf den Kursrutsch von 27 Prozent, den die Aktie nach der Vorlage der Zahlen zum vierten Geschäftsquartal im Mai erlitten hatte.

An der Frankfurter Börse schloss die Oracle-Aktie am Donnerstag bei 124,28 Euro, ein Minus von 0,58 Prozent zum Vortag. Auf Sicht von sieben Tagen steht dennoch ein Plus von 10,33 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass die jüngste Nachrichtenlage aus Auftragsvergaben und Partnerschaften am Markt durchaus positiv aufgenommen wurde, auch wenn das UBS-Kursziel diese Euphorie dämpft.

Milliardenaufträge von Pentagon bis Google

Die operative Nachrichtenlage bei Oracle war zuletzt dicht. Der IT-Dienstleister CACI International wurde als Technologiepartner für die Modernisierung der Federal-HR-IT-Systeme des US-Personalamts OPM benannt, ein auf zehn Jahre angelegter Auftrag mit einem Volumen von rund 400 Millionen US-Dollar. CACI soll dabei den Einsatz von Oracle Fusion HCM als Software-as-a-Service-Lösung samt eingebetteter KI-Funktionen begleiten, unterstützt unter anderem von Baker Tilly und Deloitte.

Bereits am 23. Juli hatte Oracle einen zehnjährigen Rahmenvertrag im Rahmen der Enterprise Software Initiative des US-Verteidigungsministeriums erhalten. Der Basiswert liegt bei 3,31 Milliarden US-Dollar für die ersten fünf Jahre, bei Ausübung aller Optionen kann der Auftrag auf bis zu 6,99 Milliarden US-Dollar anwachsen. Der Vertrag soll die bislang fragmentierte Oracle-Lizenzierung innerhalb des Militärs bündeln.

Parallel dazu baute Oracle seine Partnerschaft mit Google Cloud aus. Die Gemini-Modelle von Google werden künftig in Oracle Fusion Applications und NetSuite integriert, gesteuert über das Oracle AI Agent Studio und gestützt auf die Oracle AI Database bei Google Cloud. Am Tag der Ankündigung legte die Aktie im US-Handel deutlich zu.

Wachstum mit hohem Preis

Der Rückenwind aus den Vertragsabschlüssen speist sich aus einer Geschäftsentwicklung, die Oracle Anfang Juni vorgelegt hatte: Im vierten Geschäftsquartal wuchs der Umsatz mit Cloud-Infrastruktur um 93 Prozent, der Gesamtumsatz legte um 21 Prozent auf 19,2 Milliarden US-Dollar zu. Der Auftragsbestand (RPO) kletterte auf 638 Milliarden US-Dollar, ein Sprung von 363 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das gesamte Geschäftsjahr wies Oracle einen Umsatz von 67,4 Milliarden US-Dollar aus, ein Plus von 17 Prozent, während der Cloud-Umsatz um 39 Prozent auf 34,0 Milliarden US-Dollar stieg.

Diesem Wachstum steht ein massiver Kapitalbedarf gegenüber. Die Investitionsausgaben schossen im Geschäftsjahr um 162 Prozent auf 55,7 Milliarden US-Dollar nach oben, der freie Cashflow rutschte auf minus 23,7 Milliarden US-Dollar. Oracle nahm im vergangenen Geschäftsjahr bereits 43 Milliarden US-Dollar an Fremdkapital sowie 5 Milliarden US-Dollar an Eigenkapital auf und kündigte für das laufende Geschäftsjahr eine weitere Kapitalaufnahme von rund 40 Milliarden US-Dollar an. Für dieses Jahr stellt Oracle ein Umsatzwachstum von 34 Prozent sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 8,05 US-Dollar in Aussicht – Zahlen, die zeigen, warum Analysten wie Keirstead trotz voller Auftragsbücher vorsichtiger werden: Das Wachstum ist enorm, seine Finanzierung aber zunehmend kostspielig.

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