Oracle Aktie: Umbaukosten steigen um 700 Millionen

Oracle kalkuliert für den Konzernumbau 2,8 Milliarden Dollar. BMO reduziert das Kursziel, während Cloud-Erlöse den Jahresausblick stützen.

Die Kernpunkte:
  • Umbauaufwand steigt um 700 Millionen Dollar
  • BMO senkt Oracle-Kursziel auf 195 Dollar
  • KI-Cloud treibt Infrastrukturumsätze dreistellig
  • Ellison stoppt geplanten Aktienverkauf

Am Freitag wurde bekannt, dass der Softwarekonzern Oracle für seinen laufenden Konzernumbau deutlich tiefere Einschnitte vornehmen muss als geplant. Wie aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, steigen die Restrukturierungskosten im Zusammenhang mit dem Stellenabbau um etwa 700 Millionen US-Dollar. Für das Geschäftsjahr 2026 summiert sich der veranschlagte Aufwand für den Umbauplan damit auf rund 2,8 Milliarden US-Dollar.

Die zusätzlichen Belastungen treffen das Unternehmen in einer Phase milliardenschwerer Zukunftsinvestitionen. Zwar treibt der Konzern den Ausbau seiner Cloud-Infrastruktur mit hohem Tempo voran, doch der anhaltende Restrukturierungsaufwand schlägt spürbar auf die Kostenstruktur durch.

Analysten reagieren auf die Kostenlast

Die steigenden Sonderaufwendungen führten prompt zu ersten Anpassungen bei den Marktbeobachtern. Am Freitag senkte das Analysehaus BMO Capital Markets das Kursziel für Oracle von 220 auf 195 US-Dollar, behielt die bisherige Einstufung für die Aktie jedoch bei.

Am Markt hält die Skepsis derweil an. Das Oracle-Papier verliert heute 3,8 Prozent auf einen Kursstand von 124,80 Euro. Damit notiert der Titel mit einem Abstand von 13 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt.

Cloud-Wachstum stützt den Jahresausblick

Operativ zeichnet sich hingegen ein zweigeteiltes Bild. Oracle legte am vergangenen Donnerstag Quartalszahlen vor (seither minus 5,1 Prozent). Laut der Nachrichtenagentur Reuters übertraf das Unternehmen im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 die Erwartungen der Wall Street.

Vor allem die starke Nachfrage nach KI-Cloud-Diensten sorgte für ein dreistelliges Erlöswachstum im Infrastrukturbereich, was Sorgen vor einem übermäßigen Barmittelverbrauch vorerst eindämmte.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 formulierte das Management ambitionierte Zielmarken. Die Konzernerlöse sollen nach Unternehmensangaben mindestens 90 Milliarden US-Dollar erreichen. Beim bereinigten Gewinn peilt Oracle einen Wert von 8,10 US-Dollar je Aktie an.

Weitere Baustellen für das Management

Neben den Umbaukosten muss sich der Konzern auch mit regulatorischem Gegenwind auseinandersetzen. Vor rund zwei Wochen gerieten die Softwarelizenzpraktiken von Oracle ins Visier der EU-Wettbewerbsbehörden (seither minus 0,8 Prozent). Laut Reuters ähnelt das europäische Prüfverfahren einem Fall des Konkurrenten SAP, den dieser im Juli beilegen konnte.

Parallel dazu gab es eine überraschende Wendung bei den Eigentümerstrukturen. Co-Gründer und Verwaltungsratschef Larry Ellison stornierte am Samstag einen bestehenden Plan zum Verkauf von bis zu 50 Millionen Oracle-Aktien.

Nach Angaben des Unternehmens wurden über diesen Verkaufsplan vor dem Abbruch keine Papiere veräußert. Gemessen am Schlusskurs des Freitags hätte die Transaktion einen rechnerischen Gegenwert von rund 7,5 Milliarden US-Dollar gehabt.

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