Oracle Aktie: Ungünstige Vorausblicke

Oracle sieht sich mit einer Anleihegläubigerklage und massiv gestiegenen Kreditausfallrisiken konfrontiert. Bauverzögerungen und der Rückzug eines Partners belasten die schuldenfinanzierte KI-Strategie.

Die Kernpunkte:
  • Anleihegläubiger verklagen Oracle wegen Informationsverschweigung
  • Kreditausfallrisiko erreicht höchsten Stand seit 2009
  • Rechenzentrumsbau verzögert sich, Partner steigt aus
  • Aktienkurs deutlich unter Jahreshoch trotz Großauftrag

Die Oracle-Aktie kämpft aktuell mit einem massiven Vertrauensverlust an den Finanzmärkten. Eine Klage von Anleihegläubigern und explodierende Risikoprämien setzen den Tech-Konzern unter enormen Druck. Im Zentrum der Unruhe steht die aggressive, schuldenfinanzierte KI-Expansion, die nun zunehmend von rechtlichen Konflikten und operativen Problemen überschattet wird.

Kreditrisiko auf Rekordniveau

Das Misstrauen der Investoren spiegelt sich deutlich in der Bewertung der Bonität wider. Die Kosten für die Absicherung gegen einen Zahlungsausfall (Credit Default Swaps, CDS) sind auf 155,27 Basispunkte geschossen. Dies markiert den höchsten Stand seit der globalen Finanzkrise 2009 und signalisiert, dass der Markt das Kreditrisiko des Unternehmens neu bewertet.

Auslöser für die Nervosität ist eine Klage von Anleihegläubigern. Diese werfen dem Management vor, bei einer Anleiheemission im Volumen von 18 Milliarden Dollar wichtige Informationen verschwiegen zu haben. Konkret geht es um Pläne, nur sieben Wochen später weitere Kredite in Höhe von 38 Milliarden Dollar für den Bau von KI-Rechenzentren aufzunehmen. Die Kläger fühlen sich über das tatsächliche Ausmaß der geplanten Verschuldung getäuscht.

Operative Rückschläge belasten

Die ehrgeizige Strategie im Bereich der künstlichen Intelligenz lastet schwer auf der Bilanz, die mittlerweile Schulden von rund 108 Milliarden Dollar aufweist. Diese finanzielle Verpflichtung trifft nun auf konkrete operative Hindernisse:

  • Bauverzögerungen: Nach verpassten Umsatzzielen musste Oracle einräumen, dass wichtige Rechenzentren später fertiggestellt werden als ursprünglich geplant.
  • Partner-Absprung: Blue Owl Capital, der wichtigste Partner für die Rechenzentrumsinfrastruktur, hat die Unterstützung für ein geplantes 10-Milliarden-Dollar-Projekt aufgekündigt.
  • Kursdruck: Die Kombination dieser Nachrichten hat die Aktie weit von ihren Höchstständen gedrückt. Mit einem aktuellen Kurs von 193,61 USD notiert das Papier gut 31 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom September 2025.

Trotz der düsteren Stimmung gibt es einen Lichtblick im operativen Geschäft. Das britische Verteidigungsministerium hat einen neuen Cloud-Vertrag unterzeichnet, um seine Altsysteme auf die Oracle Cloud Infrastructure (OCI) zu migrieren. Dies unterstreicht das theoretische Umsatzpotenzial des gigantischen Auftragsbestands von 523 Milliarden Dollar. Allerdings wird nur ein Bruchteil davon kurzfristig umsatzwirksam, während der Finanzdruck durch die Schuldenlast unmittelbar wirkt und eine schnelle Erholung der Bewertung erschwert.

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