Oracle Aktie: Weitere Stellenstreichungen bis September
Oracle kündigt neue Sparrunde an: Tausende Stellen sollen gestrichen werden, während Milliardeninvestitionen in KI-Infrastruktur den Cashflow belasten.

- Neue Sparrunde bei Oracle geplant
- 21.000 Stellen bereits gestrichen
- Investitionen von 55,7 Milliarden Dollar
- Cloud-Umsatz steigt um 77 Prozent
Der Softwarekonzern Oracle steuert auf eine neue Runde massiver Stellenstreichungen zu. Das Unternehmen reagiert damit auf den enormen finanziellen Druck, der durch das globale Wettrüsten im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) entsteht. Während die Umsätze im Cloud-Segment deutlich steigen, belasten die immensen Investitionen in die Hardware-Infrastruktur zunehmend die Bilanz.
Massive Stellenstreichungen bis September geplant
Um die Profitabilität angesichts steigender Kosten zu sichern, plant Oracle Medienberichten zufolge den Abbau zahlreicher Arbeitsplätze. Führungskräfte wurden angewiesen, bis zum 1. September betroffene Mitarbeiter zu benennen. In einigen Abteilungen könnten die Kürzungen zweistellige Prozentsätze erreichen.
Dieser Schritt folgt auf eine bereits vollzogene Restrukturierung im vergangenen Fiskaljahr, das am 31. Mai endete. In diesem Zeitraum strich der Konzern rund 21.000 Vollzeitstellen, was etwa 13 Prozent der gesamten Belegschaft entsprach. Damit sank die Zahl der Mitarbeiter auf rund 141.000 Personen.
Für Abfindungen und Entschädigungen gab das Unternehmen zuletzt 1,84 Milliarden US-Dollar aus, ein signifikanter Anstieg gegenüber den 374 Millionen US-Dollar des Vorjahres.
Investitionsdruck belastet den Cashflow
Hinter dem harten Sparkurs steht ein massiver Anstieg der Kapitalausgaben für neue Rechenzentren. Im Fiskaljahr 2026 investierte Oracle 55,7 Milliarden US-Dollar in seine Infrastruktur, was einer Steigerung von 163 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Jahr entspricht. Diese Ausgaben überstiegen die operativen Einnahmen bei weitem und führten zu einem negativen freien Cashflow von 23,7 Milliarden US-Dollar.
Zur Deckung dieses Finanzbedarfs nahm das Unternehmen Kredite in Höhe von 43 Milliarden US-Dollar auf und gab neue Aktien im Wert von 5 Milliarden US-Dollar aus. Für das laufende Fiskaljahr 2027 planen die Verantwortlichen bereits mit weiteren Investitionen von bis zu 70 Milliarden US-Dollar.
Die Gesamtverschuldung des Konzerns wird inzwischen auf rund 164 Milliarden US-Dollar beziffert. Bereits vor über einem Monat reagierte die Ratingagentur S&P auf diese Entwicklung und stufte das Kreditrating von Oracle auf BBB- herab.
Cloud-Wachstum und technologische Partnerschaften
Trotz der finanziellen Belastungen zeigt das operative Geschäft in strategisch wichtigen Bereichen eine hohe Dynamik. Der Umsatz im Bereich der Cloud-Infrastruktur kletterte im abgelaufenen Fiskaljahr um 77 Prozent auf 18,1 Milliarden US-Dollar.
Ein wesentlicher Grund für diesen Zuwachs ist der Rekord-Auftragsbestand von insgesamt 638 Milliarden US-Dollar. Davon entfallen allein über 300 Milliarden US-Dollar auf langfristige Vereinbarungen mit OpenAI.
Zudem treibt Oracle die technologische Erweiterung seiner Plattform voran. Am Mittwoch kündigte das Unternehmen eine Partnerschaft mit Quantinuum an, um Quantencomputing-Dienste in die eigene Cloud zu integrieren. Hierbei erhalten Kunden Zugriff auf den Helios-Quantencomputer.
Die Analysten von Morgan Stanley weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Investitionen der großen Cloud-Anbieter im Jahr 2027 die Marke von einer Billion US-Dollar überschreiten könnten, was den Wettbewerbsdruck auf Oracle weiter aufrechterhält.
Kursentwicklung und Marktbewertung
An der Börse lösten die Nachrichten über die Kostensenkungen und die starken Zahlen kleinerer Cloud-Konkurrenten am Mittwoch zunächst einen Kurssprung von 5,9 Prozent aus. Am heutigen Donnerstag notiert die Aktie bei 131,66 Euro, was einem leichten Rückgang von 0,7 Prozent entspricht.
Der Wert liegt damit weiterhin deutlich unter seinem bisherigen Jahreshöchststand. Aktuell notiert das Papier rund 55 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 294,85 Euro. Investoren beobachten nun genau, ob die geplanten Einsparungen ausreichen, um die ambitionierten Expansionsziele ohne weitere Belastung der Kreditwürdigkeit zu erreichen.
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