Oracle Aktie: Zweite Pipeline-Abfuhr in New Mexico

New Mexico lehnt Gaspipeline für Oracle-Rechenzentrum erneut ab. Der Aktienkurs fällt nahe das Jahrestief, während der Konzern auf Brennstoffzellen setzt.

Die Kernpunkte:
  • Zweite Abfuhr für Pipeline-Pläne
  • Aktie nahe 52-Wochen-Tief
  • Oracle setzt auf Brennstoffzellen
  • Umweltbehörde plant Anhörung

Zum zweiten Mal in vier Monaten hat New Mexico Oracle einen Strich durch die Energieplanung gemacht. Die oberste Landesbeamtin des Bundesstaates lehnte eine Gaspipeline ab, die das Rechenzentrum von Project Jupiter mit Strom versorgen sollte. Für Oracle-Aktionäre ist das die nächste schlechte Nachricht in einem ohnehin schwierigen Jahr.

Die Aktie schloss am Freitag bei 110,56 Euro, nur 5,20 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief vom 17. Juli. Binnen 30 Tagen hat das Papier 30,75 Prozent verloren. Der Relative-Stärke-Index von 29 zeigt eine überverkaufte Aktie.

Zwei Ablehnungen, ein Muster

Die Landesverwalterin Stephanie Garcia Richard wies den Antrag von Energy Transfer erneut zurück. Das texanische Unternehmen wollte eine 27 Kilometer lange Gaspipeline über staatliches Treuhandland bauen. Sie sollte ein Mikronetz für das Oracle- und OpenAI-Rechenzentrum in Santa Teresa speisen.

Schon im März hatte Garcia Richard einen ähnlichen Antrag gestoppt. In einem Schreiben vom 14. Juli begründete sie die zweite Ablehnung mit minimalen Einnahmen für den Staat und Umweltbedenken. Ihre Wortwahl war deutlich:

„Gigantische KI-Rechenzentren wie Project Jupiter können kritische Ressourcen wie Wasser rapide erschöpfen und Ökosysteme durch schockierende Emissionswerte gefährden.“

Energy Transfer hat nun 30 Tage Zeit, gegen die Entscheidung Einspruch einzulegen. Auf Nachfrage teilte ein Unternehmenssprecher lediglich mit, man arbeite weiter an den Genehmigungsauflagen für das Projekt. Ob ein Einspruch kommt, blieb offen.

Oracle beharrt auf dem Zeitplan

Trotz der Ablehnung sieht Oracle keinen Verzug. Ein Unternehmenssprecher betonte, das Projekt bleibe im Zeitplan und werde die Wirtschaft New Mexicos „dramatisch verändern“. Bis 2035 will Oracle seine KI-Rechenzentren vollständig mit CO2-freier Energie versorgen.

Der Konzern hat seine Energiestrategie für den Standort bereits angepasst. Julia Robin, bei Oracle für Infrastrukturplanung zuständig, erklärte, man habe die ursprüngliche Turbinenlösung über die Pipeline aufgegeben. Stattdessen arbeitet Oracle nun mit Bloom Energy an einem System auf Brennstoffzellenbasis.

Die Umweltprüfung geht damit aber nicht zu Ende. Die Umweltbehörde von New Mexico plant eine öffentliche Anhörung zur Luftqualitätsgenehmigung für die geplanten Brennstoffzellen. Einen Termin dafür gibt es noch nicht.

Aktie unter Druck von mehreren Seiten

Der Pipeline-Streit trifft die Aktie in einer ohnehin schwachen Phase. Auf Jahressicht steht ein Minus von 48,48 Prozent zu Buche, seit dem Rekordhoch vom 10. September 2025 hat sich der Kurs mehr als halbiert. Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Handelstage liegt bei 47,23 Prozent — ein Zeichen für die Nervosität im Handel.

Hinzu kommen eine jüngste Herabstufung des Kreditratings und wachsende Sorgen um die Investitionsausgaben des Konzerns. Project Jupiter gehört zu den Vorzeigeprojekten für Oracles Ausbau der KI-Infrastruktur. Jedes Signal für Bauverzögerungen dürfte die Aktie zusätzlich belasten.

Mit der laufenden 30-Tage-Frist für Energy Transfer richtet sich der Blick nun darauf, ob der Streit vor Gericht landet oder Oracle stärker auf die Brennstoffzellen-Alternative mit Bloom Energy setzen muss. Bis eine Entscheidung fällt, bleibt die Pipeline-Frage ein weiterer Unsicherheitsfaktor für ein Papier, das nahe seinem Jahrestief notiert.

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