Oracle: Backlog wächst 325% auf 553 Milliarden

Oracle meldet Rekordaufträge und starkes Cloud-Wachstum, doch der Aktienkurs leidet unter hohen Investitionskosten und Analystenzweifeln.

Die Kernpunkte:
  • Neuer KI-Datenbank-Agent mit Google
  • Auftragsbestand auf 553 Milliarden Dollar
  • Cloud-Infrastruktur-Umsatz steigt um 84 Prozent
  • Aktie trotz Erfolgen deutlich unter Rekordhoch

Rekordaufträge in den Büchern, ein massiver Ausbau der KI-Partnerschaft mit Google Cloud – und trotzdem fällt der Aktienkurs. Bei Oracle klaffen operative Erfolgsmeldungen und die Stimmung am Markt derzeit spürbar auseinander. Der Softwarekonzern treibt seine Multicloud-Strategie aggressiv voran, kämpft aber mit Zweifeln an seinen hohen Investitionskosten.

KI-Abfragen ohne Code

Auf der Google Cloud Next präsentierten beide Konzerne den nächsten Schritt ihrer Zusammenarbeit. Der neue Oracle AI Database Agent verknüpft Googles Gemini Enterprise direkt mit der Datenbank des Software-Riesen. Nutzer können künftig komplexe Geschäftsdaten in natürlicher Sprache abfragen, ohne SQL-Code schreiben zu müssen.

Das Kalkül dahinter ist strategisch. Nahezu alle Fortune-100-Unternehmen nutzen Oracle für geschäftskritische Anwendungen. Indem die Daten für KI-Analysen nicht mehr in externe Pipelines kopiert werden müssen, bindet der Konzern seine Großkunden noch enger an das eigene Ökosystem. Ein Wechsel zu reinen Hyperscalern wird dadurch technisch aufwendiger.

Volle Auftragsbücher

Die fundamentale Nachfrage nach diesen Lösungen ist enorm. Im dritten Geschäftsquartal kletterte der Auftragsbestand auf 553 Milliarden US-Dollar. Parallel dazu verzeichnete die Cloud-Infrastruktur-Sparte einen Umsatzsprung von 84 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar.

Besonders die modernen Workloads treiben das Wachstum an:
– GPU-bezogene Umsätze stiegen im Jahresvergleich um 177 Prozent.
– Die Nutzung von Multicloud-Datenbanken legte um 817 Prozent zu.
– Für das Jahr 2027 peilt das Management einen Gesamtumsatz von 90 Milliarden Dollar an.

Hohe Kosten belasten den Kurs

Am Aktienmarkt verpuffen diese Wachstumszahlen weitgehend. Analysten von Morgan Stanley senkten kürzlich ihr Kursziel. Sie verweisen auf die enormen Investitionskosten und unklare Margen beim Ausbau des GPU-as-a-Service-Geschäfts. Eine Sammelklage, die dem Management irreführende Aussagen zur KI-Strategie vorwirft, sorgt für zusätzliche Verunsicherung.

Entsprechend schwach präsentiert sich das Papier. Mit einem aktuellen Kurs von rund 154 Euro notiert die Aktie knapp 45 Prozent unter ihrem Rekordhoch vom vergangenen September. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von gut sieben Prozent auf der Kurstafel.

Der Konzern steht nun vor einem klaren operativen Stresstest. Oracle muss beweisen, dass sich der gigantische Auftragsbestand profitabel abarbeiten lässt, während das Unternehmen eines der größten Investitionsprogramme seiner Geschichte stemmt. Gelingt die Skalierung der Margen im teuren GPU-Geschäft in den kommenden zwei Quartalen nicht, dürfte der Druck auf die Aktie trotz starker Partnerschaften anhalten.

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