Oracle: Wedbush setzt $225-Ziel bei 27,6% Aufschlag
Wedbush sieht Oracle als KI-Schlüsselinfrastruktur, während das Wall Street Journal vor Rekordschulden warnt. Analysten sind gespalten.

- Wedbush startet mit Outperform-Rating
- Auftragsbestand von 553 Milliarden Dollar
- Schuldenaufnahme erreicht Rekordniveau
- Analystenmeinungen stark auseinander
Wedbush-Staranalyst Dan Ives sieht Oracle als künftige Schlüsselinfrastruktur der KI-Revolution. Das Wall Street Journal warnt gleichzeitig, dass Oracles Schuldenaufbau die Finanzierungsmärkte an ihre Grenzen treibt. Selten prallen zwei gegensätzliche Thesen so direkt aufeinander — und selten ist der Ausgang so offen.
Das Bulle-Lager: 553 Milliarden Dollar Auftragsbestand
Wedbush initiierte die Abdeckung von Oracle am 24. April mit einem „Outperform“-Rating und einem Kursziel von 225 Dollar. Ives beschreibt Oracles Strategie als zweiteilig: hochleistungsfähige Cloud-Infrastruktur für KI-Workloads aufbauen und diese Modelle direkt mit den Unternehmensdaten der Kunden verknüpfen. Den aggressiven Investitionszyklus wertet er nicht als Spekulation, sondern als vertraglich abgesichertes Wachstum.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Oracle?
Die Zahlen dahinter sind beeindruckend. Der verbleibende Auftragsbestand liegt bei 553 Milliarden Dollar — ein Plus von 325 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein gemeldeter Vertrag mit OpenAI über 300 Milliarden Dollar soll 2027 anlaufen. Das Problem: Die Kosten für den Aufbau der nötigen Rechenzentren treffen Oracles Bücher jetzt, die Einnahmen kommen erst später.
Das Bären-Lager: Schulden auf Rekordniveau
Das Wall Street Journal zeichnet ein deutlich unruhigeres Bild. Banken wie JPMorgan Chase stoßen bei der Verteilung von Krediten für Oracle-geleaste Rechenzentren an interne Konzentrationsrisikogrenzen. Einige Kreditgeber meiden inzwischen Projekte, bei denen Oracle als Mieter auftritt — was Entwickler wie Crusoe dazu zwang, stattdessen mit Microsoft zu kooperieren.
Morgan-Stanley-Kreditanalysten schätzen, dass Oracle nach rund 50 Milliarden Dollar Kapitalaufnahme für 2026 bis Anfang 2028 noch mehr als 100 Milliarden Dollar zusätzlichen Finanzierungsbedarf hat. Die Nettoverschuldung ist deutlich gestiegen, der freie Cashflow der vergangenen vier Quartale liegt tief im negativen Bereich — getrieben von einem Investitionsvolumen von rund 48 Milliarden Dollar. Credit-Default-Swaps auf Oracle-Anleihen erreichten den höchsten Stand seit 2008.
Was der Markt einpreist
Von 46 Analysten, die Oracle abdecken, empfehlen 35 die Aktie zum Kauf. Das Konsenskursziel liegt bei 243,71 Dollar — Wedbushs Ziel von 225 Dollar ist damit eher das untere Ende des Bullen-Spektrums. Guggenheim traut Oracle bis zu 400 Dollar zu, RBC Capital sieht den fairen Wert bei lediglich 160 Dollar. Die Spanne spiegelt die fundamentale Unsicherheit wider: Wie schnell lässt sich der Auftragsbestand in Umsatz verwandeln?
Die Aktie notiert auf Euro-Basis bei 145,62 Euro und hat seit Jahresbeginn rund 13 Prozent verloren. Mit einem RSI von knapp 21 gilt das Papier als technisch stark überverkauft — was zeigt, wie viel Skepsis der Markt bereits eingepreist hat.
Den nächsten handfesten Datenpunkt liefert Oracle am 16. Juni mit dem Quartalsbericht für das vierte Geschäftsquartal 2026. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 1,95 Dollar. Dann wird sich zeigen, ob die Umsatzmaschinerie aus dem gigantischen Auftragsbestand langsam anspringt — oder ob die Finanzierungssorgen das Tempo bestimmen.
Oracle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Oracle-Analyse vom 26. April liefert die Antwort:
Die neusten Oracle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Oracle-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Oracle: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




