Ørsted Aktie: Erholung trifft Wahlkampf

Der dänische Windkraftkonzern meldet die besten operativen Ergebnisse seit Jahren, doch die Parlamentswahl bringt den staatlichen Mehrheitsanteil erneut in die Diskussion.

Die Kernpunkte:
  • Starke operative Erholung mit Rekord-EBITDA
  • Politische Debatte über Verkauf des Staatsanteils
  • Devestitionsprogramm übertrifft Erlöserwartungen deutlich
  • Aktienkurs vor Wahl von Politik beeinflusst

Ørsted liefert die stärksten operativen Ergebnisse seit Jahren – doch ausgerechnet jetzt rückt die dänische Staatsrolle beim Windkraftkonzern wieder in den Mittelpunkt des Wahlkampfs. Am 24. März wählt Dänemark ein neues Parlament, und mehrere rechte Parteien fordern den Verkauf des staatlichen 50,1-Prozent-Anteils.

Politischer Druck vor der Wahl

Vier Parteien des rechten Lagers – die Konservative Volkspartei, Liberal Alliance, die Dänische Volkspartei und die Dänemark-Demokraten – sprechen sich für einen Ausstiegsplan des Staates aus. Zusammen mit den Liberalen, die dem Vorhaben nicht widersprechen wollen, kontrollieren diese fünf Parteien rund 40 Prozent der Parlamentssitze. Laut Finans soll der Staat dabei zunächst strategisch wichtige Infrastrukturanlagen aus dem Unternehmen herauslösen, bevor ein Verkauf stattfindet.

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Der politische Kontext macht die Debatte besonders heikel: Erst im Oktober beteiligte sich der dänische Staat mit der Hälfte einer 60-Milliarden-Kronen-Kapitalerhöhung an der Rettung des Unternehmens. Einen Rückzug so kurz danach zu diskutieren, ist politisch und finanziell brisant.

Allerdings deuten aktuelle Umfragen auf eine linksorientierte Regierung hin – und die hat keinen Verkauf befürwortet. Laut DR-Umfragen kämen die fünf rechten Parteien auf lediglich 74 der 179 Parlamentssitze, weit entfernt von einer Mehrheit.

Solide Zahlen, starkes Programm

Abseits der politischen Debatte zeigt Ørsted operativ eine klare Erholung. Das EBITDA für das Geschäftsjahr 2025 lag bei 25,1 Milliarden Kronen – innerhalb der eigenen Prognose von 24 bis 27 Milliarden – und der Jahresnettogewinn betrug 3,2 Milliarden Kronen.

Das Offshore-Segment übertraf laut Jefferies die Erwartungen um rund 4 Prozent, gestützt durch niedrigere Entwicklungskosten und bessere Standortleistungen. Das Onshore-Segment übertraf den Konsens sogar um rund 24 Prozent, vor allem dank Veräußerungsgewinnen. Die Offshore-Standorte erzielten Erträge von 24,3 Milliarden Kronen, unterstützt durch höhere Verfügbarkeitsraten und den Hochlauf von Gode Wind 3.

Das Devestitionsprogramm wurde früher als geplant und mit höheren Erlösen als erwartet abgeschlossen. Ørsted hat sein europäisches Onshore-Geschäft für 1,44 Milliarden Euro an Copenhagen Infrastructure Partners verkauft, mit erwartetem Abschluss im zweiten Quartal 2026. Die gesamten Transaktionserlöse aus dem Programm 2025–2026 belaufen sich auf rund 46 Milliarden Kronen – deutlich über dem Ziel von 35 Milliarden.

Ausblick: Wahl vor Zahlen

Für 2026 erwartet Ørsted ein EBITDA von über 28 Milliarden Kronen bei Bruttoinvestitionen von 50 bis 55 Milliarden Kronen. Berenberg hob das Kursziel Ende Februar von 140 auf 180 Kronen an und bekräftigte die Kaufempfehlung – mit Verweis auf eine vorsichtige Wiederaufnahme langfristiger Wachstumsplanung nach Monaten hoher Volatilität.

Bis zur Wahl am 24. März dürfte die Eigentümerdebatte den Aktienkurs stärker beeinflussen als die operativen Kennzahlen. Die nächsten Quartalszahlen folgen am 6. Mai 2026.

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